Zitat:
Zitat von keko#
Wenn ich den Vorstandsvorsitzenden meines Arbeitgebers im Fernsehen reden höre, frage ich mich auch, ob wir im gleichen Unternehmen arbeiten. Irgendwie identifiziere ich mich aber mit dem Unternehmen, obwohl die Produkte auch in modernem Kriegmaterial zu finden sind. Manches lehne ich ab. So ist das auch mit der Religion und den allermeisten Dingen in meinem Leben.
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Du schreibst, dass man nicht mit allem einverstanden sein muss, um sich dennoch insgesamt mit einer Gruppe identifizieren zu können.
Welche Gemeinsamkeiten siehst Du zwischen Dir und der katholischen Kirche?
Wenn ich Dich richtig verstehe, lehnst Du die Aussagen des Glaubensbekenntnisses ab. Die Bibel ist für Dich weder von Gott geschrieben noch vom Heiligen Geist inspiriert. Die Aussagen des Klerus lehnst Du bei allen Zitaten, die ich bisher gebracht habe, ab. (Zitate, bei denen Du zustimmen würdest, wurden bislang nicht genannt.) Die Bibel hast Du nicht gelesen und bist auch aus Gründen, die ich verstehe, nicht daran interessiert. An die päpstlichen Dogmen glaubst Du nicht. An den Papst ebenfalls nicht. Die Morallehre kennst Du nicht, außerdem hast Du ganz eigene Moralvorstellungen, die mit der kath. Kirche scharf kollidieren. Du betest nicht. Dir sind die Bedeutungen der meisten Feiertage unbekannt. Du kennst von einigen tausend Heiligen nicht mal den Namen eines einzigen -- abgesehen vom Santa Claus, und der ist eine Erfindung von Coca-Cola.
Wo sind denn da noch Gemeinsamkeiten?
Wenn ich Deine Erzählungen richtig verstehe, bestehen diese Gemeinsamkeiten einfach darin, dass erstens die Katholiken
prinzipiell gläubig sind, d.h. sie gehören zur Gruppe der Gläubigen, und dort siehst Du eine Gemeinsamkeit. Zweitens war Dein Jugendpfarrer ein netter Mann, der manchmal etwas viel trank (nach Deinen Schilderungen) und sich ansonsten in der Gemeinde positiv einbrachte.
Ich bin doch auch nicht evangelisch, nur weil meine Religionslehrerin in der Grundschule sehr nett war. Dazu gehört doch sehr viel mehr.
Zitat:
Zitat von keko#
Für mich ist Religion kein starres Regelwerk, sondern eine bewegliche Sache, die sich im Laufe der Jahre und Jahrhunderte verändert, so wie alles andere auch.
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Wie kann das sein? Religion im katholischen Sinne ist der Glaube an einen persönlichen Schöpfergott, der klipp und klar Gebote und Verbote erlassen hat, und der jeden einzelnen Menschen am Ende seines Lebens an diesen Geboten messen wird.
Wie können normalsterbliche Menschen diese Regeln einfach so ändern und dann immer noch behaupten, es sei Religion?