Zitat:
Zitat von DragAttack
Bis die Medikamente heutiger Forschung auf dem Markt sind, sind die heutigen Patienten ebenfalls tot - dennoch bin ich froh, die Ergebnisse gestriger Forschung bei Bedarf in Pillenform schlucken zu können.
Ich vestehe nicht, was du dich so sehr gegen objektive Untersuchungen in deinem Arbeitsbereich verwehrst. Niemand hat behauptet, du sollest tatenlos abwarten bis die Ergebnisse vorliegen. Ebensowenig lässt sich bestreiten, dass es hilfreich wäre, Ergebnisse von gestriger Forschung griffbereit zu haben.
Gruß Torsten
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Ich wehre mich nicht gegen wissenschaftliche Untersuchungen etc. Gerade weil ich aber weiß, was es bedeutet wirklich gute empirische Sozialforschunge zu betreiben, bin ich in diesem Fall nicht so sehr begeister dafür Geld auszugeben, jedoch nicht für die Arbeit an der Basis.
Was vor 100 Jahren an Tuberkulose-Forschunge betrieben wurde, ist heute noch fast genauso anzuwenden. Der Erreger ist unverändert, das Krankheitsbild gleich, die Probleme der Patienten ähnlich, die Therapie seit vielen Jahren ebenfalls.
Die Problemlösemuster der Jugendarbeit von vor 20 Jahren hat mit der heute nix mehr gemein. Synthetische Drogen gibts täglich neue. Probleme, die vor 10 Jahren hochbrisant waren, gibt es jetzt kaum noch und in weiteren 10 Jahren sind sie weg.
Und im sozialen Bereich ist eine Vielzahl der Probleme so individuell, daß es nicht das Scheme "Drogenkind", "Scheidungskind" etc. isoliert zu sehen, sondern jedes Kind muß als Individuum, sein Leben als Puzzle aus Einzelteilen betrachtet werden. Und für diese Puzzles gibt es keine Studien, mit deren Ergebnisse in der Praxis gearbeitet werden kann.
Was hilft mir die Prognose, daß vor 10 Jahren soundsoviele Jugendliche Pornos geschaut haben und jetzt sind es soundsoviele? Vielleicht bin ich da mittlerweile auch zu weit weg von langfristigen Studien und zu sehr in der Praxis verhaftet. Wenn mir jemand da Chancen aufzeigen kann, nur zu, was zur Lösung dient, ist mir alles recht.
Anja