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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Quo vadis DTU?
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Alt 17.09.2017, 12:41   #400
Hafu
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von Schussel Beitrag anzeigen
...

Aber mal noch ene Frage zu einem Leistungstest. Wie sollte der denn idealerweise aussehen, speziell beim Radfahren? ...Über Zeiten, ob zu hart für den jeweiligen Zeitpunkt innerhalb der Saison und Trainingsstand lässt sich ja auch streiten. Aber wie sollte getestet werden?
Ein Frühjahrstest ist im Leistungssportbereich grundsätzlich sinnvoll, schließlich geht es hier ja um Leistung und die ist in einer Sportart wie Triathlon (in Teilbereichen) eben auch messbar.
Die Bedeutung des Leistungstestes für den weiteren Saisonverlauf darf aber nicht so hoch gehängt werden, dass die Athleten gezwungen sind, ihre Saisonplanung auf den Leistungstest auszurichten und darauf hin zu tapern, denn für diese Taperphasen sind die eigentlichen Saisonhöhepunkte gedacht.
In der jetzigen Ausprägung stört der Leistungstest den üblichen Saisonaufbau und da Ende März, Anfang April für kaum einen Athleten wichtige sonstige Rennen anstehen, sind die DTU-Athleten, die im Juli bei z.B. der EM starten wollen, gezwungen schon vor Ostern, zu einem trainingsmethodisch eigentlich sinnlosen Zeitpunkt, sich in Topform zu präsentieren. Wer im Frühjahr in Topform ist, ist es im Sommer (EM) und im Spätsommer (GrandFinal) in der Regel nicht mehr.

Zitat:
Zitat von Schussel Beitrag anzeigen
...Schwimmen? Wären im März 1.500m im Becken aussagekräftiger als 800m? Das gleiche beim Laufen, lieber 10.000m laufen? Auf der Bahn oder im Rahmen eines Straßenlaufes? Und wie sollte das Rad getestet werden? Auf einem Ergometer nur anhand der erreichten Leistungswerte? Ein Kriteriumsrennen? Nimmt man bei den Tests auch weiterhin die Junioren mit, oder nur noch für den Elitebereich? ...
Wenn man den Test so hoch hängt, wie es derzeit der Fall ist, dann müssen die Testdistanzen selbstverständlich den Distanzen beim Saisonhöhepunkt angepasst werden, denn sonst hat man automatisch einen systematischen Fehler bei der Selektionierung und findet mit dem Test die national besten 800m-Schwimmer (9 min Belastungsdauer) und 5000m-Läufer (15min Belastungsdauer), anstatt der talentiertesten Athleten über die olympische Distanz (1h 45min (!) Belastungsdauer).

Für die Junioren ist ein Test über Sprintdistanzen o.K. (die haben auch bei den Saisonhöhepunkten nur Sprintdistanzen), bei der Elite macht der Sprinttest absolut keinen Sinn, bzw. er testet nur eine Teilleistung, der für einen olympischen Triathlon notwendigen komplexen Leistung. Keinen Sinn macht auch die lange Pause von mehreren Stunden zwischen Schwimmen und Laufen. Im Triathlon gibt es keine Pausen, also darf es sie in einem realitätsnahen Testprocedere auch nicht geben.

Den genetisch veranlagten Sprintertypen, die deswegen schnell sind, weil sie viele weiße Muskelfasern haben und entsprechend enorm hohe Laktatlevel aufbauen können, hilft diese Pause enorm um später auch beim 5000m-Lauf Topleistungen abrufen zu können. Den genetisch veranlagten Ausdauertypen, die viel rote Muskelfasern haben und daher eher niedrige Laktatlevel selbst bei Höchstleistung abrufen, bringt die lange Pause wenig und eigentlich ist es der zweite Athletentypus der, den ein Verband suchen und fördern sollte, denn langfristig setzen sich meist die Ausdauertypen im Triathlon durch, da sie langfristig höhere Trainingsbelastungen verkraften und damit unter professionellen Bedingungen besser trainierbar sind.

Der Schweizer Verband SwissTriathlon hat bei seinem ansonsten ähnlich aufgebauten Leistungstest auf die Pause zwischen den Disziplinen verzichtet, d.h. die Athleten müssen direkt nach dem Schwimmen ihre 5000m laufen.

Was das Radfahren anbelangt: es wäre ein Riesenfortschritt, wenn die DTU überhaupt mal anfangen würde, das Radfahren überhaupt zu testen! Ich habe es schon ein paar mal geschrieben, aber es scheint mir, als ob den maßgeblichen Entscheidungsträgern komplett entgangen ist, wie sehr die Bedeutung des Radfahrens auf WTS-Ebene in den letzten Jahren zugenommen hat.
Anders ist es auch nicht zu erklären, dass in der der DTU unterstehenden Bundesliga (die ja so wie der Potsdamer Test gleichzeitig Qualifikationsrennen für internationale Einsätze sind) überwiegend flache Rollerkurse mit langen Geraden, die entspanntes Gruppenfahren begünstigen, zu finden sind (einzige Ausnahme in diesem Jahr: Grimma), während international zunehmend Radkurse mit giftigen Anstiegen wie in Stockholm oder Edmonton bzw. Eckige innenstadtkurse mit vielen 90-180°-Richtungsänderungen wie jetzt in Rotterdam dominieren, wo Athleten mit relativer Radschwäche unweigerlich Zeit verlieren, oder ihre Beine fürs Laufen müde machen.
In der Trainingsgruppe meines Sohnes wird zur Testung der Radfahrleistung z.B. eine ca. 5km-Strecke mehrmals mit kurzen Pausen als EZF befahren und die Zeiten genommen. Kriterien sind dann die schnellste gefahrene Zeit, zusätzlich aber auch noch die Frage, ob ein Athlet bei der x-ten-Wiederholung der Strecke substanziell langsamer wird.
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