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So - ich habe mir das Interview mit der Alice Weidel gestern Abend größtenteils noch einmal angesehen und da gab es keine Unterbrechungen.
Erst am Schluß und da habe ich mir die Sache nicht weiter angehört bzw. gesehen, sondern das entsprechende Fenster weggeklickt.
Schätzungsweise habe ich so die letzten ca. 10 Minuten versäumt.
Mir scheint, nachdem ich das ein wenig auf mich wirken gelassen habe, dass es da eben mindestens zwei Anteile in Weidels Persönlichkeit gibt.
Der eine, das ist die eher dominant wirkende und sogar recht aggressiv herüberkommende Akteurin, der andere ist viel zurückhaltender und schüchterner bzw. Reste davon (sie meinte sie wäre als Kind schüchtern gewesen, was ich mir sehr gut vorstellen kann).
Also zumindest wäre das denkbar.
Inwiefern da bewusste Prozesse, Taktiken u.ä. eine Rolle spielen, was da eher zur Geltung kommt oder kommen soll, das ist nicht leicht zu beurteilen.
Wir haben Wahlkampf und wir befinden und auf dem Höhepunkt des Wahlkampfes.
Da dürfte bei den führenden Leuten bzw. denjenigen, die in erster Reihe im Sinne der Parteien agieren bzw. dies zumindest sollen, eher wenig dem Zufall überlassen bleiben und vieles kalkuliert sein.
Da dürften die sich alles nichts geben.
Ich sehe die oberen Regionen der Parteien auch durchaus teilweise zumindest wie ein Haifischbecken.
Wenn man da bestehen bleiben will, muss man robust sein zumindest und ganz schon was abhaben können und ich denke, wenn man austeilen kann auf die ein oder andere Art hilft das auch sich dort zu halten.
Nicht schön - alles andere als schön und auch nicht gut - alles andere als gut!
Was man wohl auch mitbringen muss, um da oben anzukommen ist weit überdurchschnittliche Disziplin oder Aufopferbereitschaft oder wie man das auch immer nennen mag.
Weidel hat z.B. an einer Eliteuni studiert und als Jahrgangsbeste abgeschnitten.
Das bekommt man nicht hinterhergeworfen.
Da muss man entsprechend was bringen.
Wer sich so einer Sache unterwirft, hat aber denke ich oft überhaupt nicht mehr die Muße über sie selbst an sich in Bezug auf Sinnhaftigkeit oder ob sie ethisch wirklich gut ist u.ä., überhaupt intensiver nachzudenken.
Die Zeit und Energie wird doch in erstern Linie verwendet um dem Ziel, also die Spitze zu erreichen, möglichst nahe zu kommen.
Evt. steht Frau Weidel etwas auf Macht ;-).
Bei Goldman und Sachs war sie auch mal und damals wohl recht begeistert von denen, was heute tatsächlich wirklich sich stark gewandelt haben könnte.
Sie hat so was andeutungsweise durchblicken lassen als es während des Interviews eher beiläufig von der Interviewerin erwähnt wurde.
Die AfD kommt bei mir so herüber, als würden sich da an der Spitze Leute aufhalten, die schon eine Sprache sprechen, die so wirkt als würden sie gerne Menschen stark beeinflussen und Macht auf sie ausüben.
Bei anderen Parteien ist das wohl auch so, aber es fällt oft nicht so direkt auf bzw. ist evt. nicht ganz so dominant wenigstens im Mittel nicht (zeitlich gesehen im Mittel).
Es könnte einen Grund haben (könnte ist gut - es wird seine Gründe haben), warum Alice Weidel ausgrechnet da bei der AfD gelandet ist, warum sie bestimmte Leute so faszinieren konnten, dass sie sich für diese politische Richtung oder Strömung immer mehr interessierte und sogar dann mitmischen wollte.
Anfangs nach ihren eigenen Ausführungen klar im Hintergrund, aber jetzt natürlich alles andere als das.
Ihren Doktorvater nannte sie als wohl einen der ganz frühen Beeinflusser (so nannte sie das natürlich nicht) in diese Richtung zu gehen.
So - ich mache dann mal Schluß.
Ein Nachteil des Sendungsformats ist halt, dass relativ viele Fragen beantwortet werden sollen und das da dann kein Spielraum bleibt wirklich relativ in die Tiefe zu gehen und Sachen ordentlich abzuklopfen.
Man muss sich halt aber ja entscheiden irgendwann, was man machen will und alles auf einmal geht einfach nicht.
Im Falle von Frau Weidel gab es dann auch noch den Nachteil, dass das Interview wohl so gut zehn Minuten kürzer ausgefallen ist wie geplant.
Sie kam verspätet.
Es gab wohl Proteste u.ä. in unmittelbarer Nähe des Sendeortes.
So wurde sie aufgehalten.
Zeitgleich zur Sendung und auch noch in der direkten Nachbarschaft fand wohl eine AfD-Wahlkampfveranstaltung statt.
Ob das Zufall war und lange so geplant oder arengiert, weiß ich nicht.
Alles ist denkbar - heutzutage ;-).
Weidel hatte dort wohl eine Anschlusstermin und deshalb wäre ein Überziehen der geplanten Sendezeit zum Ausgleich nicht machbar gewesen, also wenn das ansonsten sich hätte machen lassen bzw. andere das hätten machen wollen.
So jetzt dann aber.
Angenehmen Wochenstart!
P.S.: Bitte nicht jedes Wort auf die Golfwaage legen.
Spontan abgetippt alles ohne lange über jeden Satz nachzudenken.
Geändert von ThomasG (11.09.2017 um 06:53 Uhr).
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