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Alt 20.08.2017, 01:13   #7696
Jörn
Esst mehr Gemüse
 
Benutzerbild von Jörn
 
Registriert seit: 22.09.2006
Beiträge: 3.499
Zitat:
Zitat von trithos Beitrag anzeigen
Die Suche nach Wahrheit scheint mir nicht läppisch, niedrig und verächtlich - ganz im Gegenteil!

Ich lese hier aber selten von Suche nach Wahrheit, sondern fühle mich regelmäßig darüber belehrt, was die Wahrheit ist, die jemand anderer offenbar schon gefunden hat. Wenn zum Beispiel die Ansichten von Dawkins in der jüngsten Diskussion hier als allein gültige Wahrheit hingestellt werden, kann man in meinen Augen nicht mehr von Suche sprechen. Mir erscheint zumindest manche Kritik an Dawkins nachvollziehbar und auf dieser Basis kann ich dann darüber nachdenken, wo Dawkins Recht hat und wo nicht. Das wäre "Suche".

Haben auch die Wissenschaftler, die die Atombombe erfunden haben, friedlich und nutzbringend für alle gearbeitet? Bitte fasse das jetzt nicht als Polemik auf. Ich will damit nur sagen, dass man meiner Ansicht nach mit "Absolut-Sätzen" nicht weit kommt. Nicht alle Wissenschaftler sind "gut" (im moralischen Sinn), nicht alle sind "gut" (im wissenschaftlich-handwerklichen Sinn) und nicht jede Erfindung bringt die Menschheit wirklich weiter.

Du hast in Deine Antwort übrigens mindestens drei persönliche Angriffe eingebaut. Das ist okay, ich hab nichts gegen emotionale Diskussionen. Aber ich bin ehrlich gesagt schon überrascht über diese (so empfinde ich das zumindest) heftige Reaktion.
Hallo trithos, niemand hat Dawkins als allein gültige Wahrheit bezeichnet, am allerwenigsten Dawkins selbst. Es ist ja gerade das Besondere an der wissenschaftlichen Argumentation, dass sie angreifbar ist und sein will. Nur ein prinzipiell angreifbares Argument ist ein Argument.

Das unterscheidet es von religiösen Argumenten, die meist so formuliert sind, dass sie nicht falsifizierbar sind und allein deshalb unsinnig sind.

Du erwähnst die Atombombe. Von mir aus. Dann werde ich halt die fünfmillionste Erklärung dafür liefern. (Popcorn...)

Unbestritten ist, dass die Entwicklung der Atombombe erfolgreich war, und zwar deswegen, weil sich jene Wissenschaftler durchgesetzt haben, die zur jeweiligen Frage die zutreffende Antwort hatten, und nicht jene, die am besten pöbeln konnten.

Zum Vergleich: Du kannst die gesamte Kurie des Vatikans zusammentrommeln, mit allen weisen Schriften und dem heiligen Geist, damit sie irgendeine wissenschaftliche Frage klären — und sie werden daran scheitern.

Weiterhin war dieser Vorgang friedlich. Es haben sich also nicht jene Wissenschaftler durchgesetzt, die alle anderen Wissenschaftler am besten bedrohen oder auf dem Scheiterhaufen verbrennen konnten. Durchgesetzt hat sich allein, was sich als wahr und zutreffend erwies. Wir können also bestätigen, dass der wissenschaftliche Prozess, der zur Atombombe führte, friedlich war.

Ob der Bau der Atombombe nutzbringend war, bleibt jedem überlassen. Der Abwurf war es nach meiner Meinung nicht. Der Abwurf war jedoch kein wissenschaftlicher Vorgang.

Dass Du Dich von meinem Posting persönlich angegriffen fühlst (ohne diese Punkte zu nennen), ist mir klar, denn Deine „Argumentation“ ist üblicherweise rein persönlich, und Du nutzt jede Gelegenheit, um dieses Wasser am köcheln zu halten, und sei es noch so sehr an den Haaren herbeigezogen. Es ist nicht meine Absicht, irgendwen persönlich anzugreifen. Aber ich falle auch nicht auf den Trick herein, dass man jedes missliebige Argument einfach als „persönlichen Angriff“ bezeichnet.

Wenn Du Dir eine Weltsicht gebastelt hast, die es als persönlichen Angriff wertet, sobald dieses Weltbild infrage gestellt wird, dann liegt das Problem womöglich an Deiner Weltsicht?

Denn, nur zum Vergleich, ich fühle mich überhaupt nicht persönlich angegriffen, wenn jemand meine Weltsicht nicht teilt. Ich gehe davon aus, dass kein Mensch eine Weltsicht hat, die mit meiner Weltsicht identisch ist — und so geht es allen. Es wäre also töricht, deswegen beleidigt zu sein.
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