Hallo ziel, ich halte weder mich persönlich noch die von mir vertretenen Standpunkte für "gefühllos". Mir scheint, Du tust mir da unrecht. Ebenso wie den anderen nichtgläubigen oder andersgläubigen Menschen. Stelle Dir nur mal einen Altenpfleger oder eine Krankenschwester vor, die ein Arbeitsleben lang für andere Menschen da sind, ohne an die gleichen Götter zu glauben, wie Du es tust. Es ist aus meiner Sicht nicht richtig, ihnen pauschal Mitgefühl und Nächstenliebe abzusprechen.
Es tut mir leid, wenn eine direkte und ehrliche Sprache Dich verletzt hat. Mir geht es in keinem Falle um’s Verletzen, sondern darum, die Wahrheit möglichst klar auszudrücken. Bitte sieh mir nach, wenn dabei auch mal Emotionen durchschimmern. Die Verbrechen der Kirchen, aber auch deren Anlage in der christlichen Lehre, lassen kaum jemanden kalt, der sich mit ihnen beschäftigt. Das geht von der alltäglichen Diskriminierung ganz normaler, friedlich lebender Zeitgenossen, bis hin zur Verbrennung von lebendigen Menschen, welche die Wahrheit sagten.
Die Wahrheit ist unser höchstes Gut. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, steht sie über dem Trost. Ich würde der Wahrheit fast immer den Vortritt geben, auch um den Preis, dass sie schmerzhaft sein kann. Je weiter man sich von der Wahrheit entfernt, desto schmerzhafter wird die Begegnung mit ihr.
Andererseits kann sie befreiend wirken: Niemand wird je über Dich richten als Du selbst und Deine Mitmenschen. Du wirst nicht in die Hölle kommen, allerdings auch in keinen Himmel. Lebe Dein Leben im Diesseits, denn Dir ist kein anderes Leben gegeben. Es gibt kein Jenseits, und was Du als "Seele" empfindest, wird mit Dir sterben. Das ist nicht schlimm, so wie auch die "Zeit" vor Deiner Geburt nicht schlimm war. Fürchte Dich nicht vor dem Tod, denn wenn er kommt, bist Du nicht mehr da.
Petrus schreibt:
Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt;
In diesem Sinne hoffe ich, dass Du Dich weiter an der Diskussion beteiligst.
