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Alt 25.06.2017, 21:32   #7103
Jörn
Esst mehr Gemüse
 
Benutzerbild von Jörn
 
Registriert seit: 22.09.2006
Beiträge: 3.499
Zitat:
Zitat von trithos Beitrag anzeigen
Wieso ziehst Du aus diesem Wissen nicht den Schluss, die Betrüger anzuzeigen? Wie viele "Pfaffen" - um in Deiner Diktion zu bleiben - hast Du dem Staatsanwalt gemeldet? Wie viele Bischöfe und Päpste? Zumindest für den Deutschen Ex-Papst sollten sich die Behörden doch interessieren? Und was war das Ergebnis der behördlichen Ermittlungen nach Deinen Anzeigen? Wie viele Verurteilungen sind auf Grund Deiner messerscharfen Argumentation erfolgt?

Mich brauchst Du nicht überzeugen, ich bin kein Richter. Aber vielleicht steckst Du Deine Energie besser in die Strafverfolgung der Betrüger als in offensichtlich sinnlose Überzeugungsarbeit hier in diesem Forum.
Hallo trithos, Du fragst, warum ich den Papst nicht anzeige, wenn er doch ein Betrüger ist. Ich nehme an, dies ist nicht nur eine rhetorische Frage, sondern Du möchtest eine Antwort von mir.

Eine Anklage vor Gericht hat nur dann Erfolg, wenn Rechtsgüter beweisbar verletzt wurden. Der Papst kann nicht verurteilt werden, weil er in irgendeiner Meinung falsch liegt, sondern er muss gegen ein Gesetz verstoßen. Ich als Kläger müsste nachweisen, dass ich „Partei“ bin, das bedeutet, es muss mich persönlich betreffen, ansonsten habe ich kein Recht zur Anklage.

Mir kommt es hier nicht auf juristische Details an, sondern ich möchte nur illustrieren, dass der Erfolg einer Klage mit den Umständen zu tun hat und nicht nur mit den Inhalten. Ein gutes Beispiel ist die Schwierigkeit, eine Gleichstellung von Homosexuellen vor Gericht einzuklagen. In jenen Fällen, in denen es gescheitert ist, scheiterte es an Formalien, Zuständigkeiten oder der genauen Formulierung der Anklage. Es scheint sehr mühsam zu sein. Außerdem unterliegt der Papst nicht dem deutschen Recht.

Da ich Deine Frage nun beantwortet habe, möchte ich auch eine Frage an Dich stellen.

Nehmen wir an, Du wärest Angela Merkel, und ich würde in einem TV-Interview behaupten, Du wärest ein Hexe oder die Tochter des Teufels. Die ganze Nation hätte es gehört. Würdest Du hier einen Grund sehen, mich zu verklagen? Und falls es Dir zu mühsam wäre: Würdest Du dann wenigstens für Dich denken, dass diese Verunglimpfung garstig und ungerecht wäre?

Nehmen wir weiter an, der Adressat wäre nicht Angela Merkel gewesen, sondern alle Triathleten. Alle Triathleten wären also ein Werk des Teufels. Da niemand persönlich angesprochen wurde, kann auch niemand persönlich klagen. Trotzdem könnte man sagen: Hey, so geht‘s aber nicht!

Papst Franzikus sagte, die Homo-Ehe (und die, die sie wollen oder eingehen) sei ein Werk des Teufels. Da niemand persönlich angesprochen wurde, kann auch niemand persönlich klagen. Würdest Du dennoch sagen, dass es zumindest das „moralische“ Recht der Verunglimpften wäre, vor Gericht zu fordern, dass der Papst seine Behauptung entweder belegen oder zurücknehmen müsse? Oder würdest Du sagen, dass die Geschmähten einfach die Klappe zu halten hätten, und dass der Papst alle Personen herabsetzen kann, ohne es belegen zu müssen?

Eins weiß ich sicher: Wenn ich behaupten würde, Angela Merkel wäre eine Hexe, dann könnte ich schon mal mein Testament schreiben. Warum kommt der Papst ungeschoren davon?

Zu diesem Punkt würde mich Deine Haltung interessieren, und vor allem, wie Du sie begründest.
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