Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Dieser Fortschritt fiel nicht vom Himmel. Ein Mensch der Antike konnte nicht einfach seinen Acker oder seine Tischlerei im Stich lassen, um seine Idee für ein neuartiges medizinisches Gerät über Jahre hinweg zu entwickeln. Dazu fehlten im Kapitalgeber, die ihm Kredit hätten geben können, um die Entwicklungszeit zu überbrücken.
Für Jesus von Nazareth waren die Geldverleiher (Kapitalgeber) angeblich das Allerletzte. Ohne sie wäre jedoch unser Fortschritt nicht möglich gewesen. Ohne die Entwicklung des Kreditwesens würden wir noch heute an einem entzündeten Blinddarm abkratzen.
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Dem würde ich zwar nicht grundsätzlich widersprechen. Allerdings neigt der Kapitalismus moderner Prägung meiner Beobachtung nach dazu, zwecks Gewinnmaximierung große Risken einzugehen. Wenn die dann aber schlagend werden, verwandeln sich viele Kapitalisten schwuppdiwupp in Sozialisten. Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren. Gefällt mir nicht. Ganz zu schweigen von den Steuerminimierungspraktiken internationaler Konzerne. Die gefallen mir auch nicht. Das ist jetzt aber endgültig OT.
Daher zurück zum Thema: stellst Du hier die These auf, kapitalgesteuerte Systeme (z.B. Privatkrankenhäuser) würden die Allgemeinheit gut versorgen? Während kirchlich getragene (z.B. Ordenskrankenhäuser) die Patienten ausnützen und betrügen, um sich selbst zu bereichern? Kapitalismus ist also gut - Religion schlecht?
Natürlich gibt es immer wieder Anlass zu mMn berechtigter Kritik an kirchlichen Krankenhäusern, aber in Summe würde ich doch meinen, dass der gesamtgesellschaftliche Vergleich hier nicht für den Kapitalismus spricht.