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Zitat von MattF
Es hat dem Volk der Juden aber auch jahrtausende lang das Überleben in der Diaspora gesichert.
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Das ist historisch falsch. Der Glaube der Juden an die Übermacht ihres Gottes hat nichts daran geändert, dass Israel andauernd von irgendwelchen Mächten überfallen wurde. Die Darstellung der Bibel vom siegreichen (oder geeinten) jüdischen Volk ist falsch.
Der Jahwe-Kult hat sich sogar während der Besetzung Israels durch die Babylonier geformt, als die gesellschaftliche Elite Israels gezwungen wurde, Israel zu verlassen. In diesem Exil hat sich eine kleine (und von den Feinden besiegte) religiöse Minderheit radikalisiert. Als sie später nach Israel zurückkehren konnte, haben sie dort den Monotheismus und den Jahwe-Kult durchgesetzt.
Die Diskrepanz von Israels Machtlosigkeit einerseits und der angeblichen Allmächtigkeit Jahwes andererseits hat dazu geführt, dass manche Bibelstellen sogar behaupten, Jahwe
selbst hätte sich gegen das eigene Volk gewandt. Nur so konnte man die dauernde Besetzung durch die Feinde und die damit verbundenen Zerstörungen ihrer Kultstätten erklären.
Zu keiner Zeit war der Jahwe-Kult in Israel ein "Erfolgsmodell". Sondern es war eine praktisch ununterbrochene Folge des Scheiterns.