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Es ist nur die Frage, ob die demografische Entwicklung, die ja gern als Entschuldigung für das Nichtfunktionieren des Umlageprizips herangezogen wird, überhaupt ein so großes Problem ist, wie es dargestellt wird.
Es wird seit Jahren propagiert, dass es uns unglaublich gut gehe. Wir haben seit Jahren ein Wirtschaftswachstum. Das BIP wächst und wächst und das Prokopfeinkommen ist so hoch wie nie. Trotzdem reicht es für eine "gerechte" Rente vorn und hinten nicht.
Man kann natürlich anführen, dass das Prokopfeinkommen gerade daher steigt, weil wie eine vergleichbare Wirtschaftsleistung mit weniger Menschen erreichen, die dann wiederum mehr Menschen "durchfüttern" müssen, aber dann könnte das BIP nicht steigen. Zu dem haben wir den niedrigsten Arbeitslosenstand seit bestehen. Also entfallen hier auch viele Leistungen an Erwerbslose, die vor Jahren noch gezahlt werden mussten.
Ein Schelm wem dabei eine offensichtliche Ungerechtigkeit bei der Umverteilung in den Sinn kommt, denn rein logisch muss bei bei steigendem BIP und steigendem Prokopfeinkommen und sinkenden Transferleistungsbeziehern auch mehr Geld für die Rente vorhanden sein.
Das es nicht reicht, liegt imho einfach daran, dass bei uns sehr wenige sehr sehr viel bekommen und deren Anteil an der Rentenkasse durch einen entsprechenden Steuersatz gedeckelt ist. Sehr sehr viele bekommen allerdings relativ wenig und zahlen halt entsprechend wenig ein.
Das perverse an diesem System mit zusätzlicher privater Vorsorge ist, dass gerade die, die es nötig hätten vorzusorgen (nämlich die Geringverdiener mit entsprechender Minimalrente), es sich zur Zeit gar nicht leisten können entsprechend vorzusorgen.
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Auf dem Weg vom “steifen Stück” zum geschmeidigen Leopard
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