|
Szenekenner
Registriert seit: 02.03.2016
Beiträge: 345
|
flachy, vielen Dank für diesen schön zu lesenden Beitrag. Ich find's klasse, dass du dir soviel Mühe machst.
Ich würde gerne mal was zu den heutzutage oft als natürlicher bezeichneten Laufschuhen mit dünner Sohle und dem von ihnen erwarteten Trainingseffekt für den Bewegungsapparat sagen.
Vor dreißig Jahren sagte man allgemein, laufen auf hartem Untergrund ist unnatürlich, weil in der Natur dort, wo der Mensch sie nicht irgendwie „gezähmt“ hat, harte Untergründe nur ganz selten vorkommen. Wenn das stimmt, läuft man auf den heutigen gut gepflegten Wald- und Feldwegen oder gar Straßen und anderen mit hartem Belag versehenen Wegen eigentlich immer auf unnatürlich hartem Untergrund, für den der Bewegungsapparat nicht gemacht ist. Beispielsweise sinkt auf weichem Untergrund die Ferse mehr ein und natürlich federt weicher Untergrund beim Rennen die Erschütterung beim Auftreten besser ab.
Am Strand bieten Schuhe mit dünner Sohle bestimmt die natürlichere Laufmethode, aber wenn an der oben genannten Ansicht was dran ist, bietet dort, wo die meisten von uns regelmäßig trainieren, tatsächlich ein Schuh mit weicher Sohle, der vielleicht sogar das Einsinken der Ferse begünstigt, per se ein natürlicheres Lauferlebnis. Er gibt dem Laufapparat Rahmenbedingungen, für die er gemacht ist.
Was den Trainingseffekt des Laufens auf hartem Untergrund für den Laufapparat angeht - ich habe mir Läufer dieser Schuhe eine ganze Weile lang auf hartem Untergrund angesehen. In Asien sind diese Schuhe erstaunlich populär. Dabei habe ich drei Läuferkategorien gesehen.
Die einen pflegen einen Laufstil, der vollständig von den harten Schuhe diktiert wird. Sie umgehen die Härte auf unterschiedliche Weise, durch irgendwelches verkrampft aussehendes Gewatschel, das sicher ein ganz natürliches Verhalten in Reaktion auf die Härte dieses „Untergrunds“ ist, das aber ebenso sicher kein runder, flüssiger Laufstil ist.
Andere reagieren auf die harten Schuhe gar nicht und laufen einfach so weiter, wie bisher.
Und die dritte Gruppe läuft auf dem Vorderfuß.
Ich vermute, dass nur die dritte Gruppe einen für diesen Schuhtyp passenden Laufstil hat. Denen würde ein Hoka nix bringen, im Gegenteil, sie würden unnützen Ballast rumschleppen in Punkto Gewicht, aber auch in Punkto Eigenleben des Schuhs (Dämpfung), das sie ausgleichen müssen und das sie gar nicht brauchen.
Die beiden ersten Gruppen würden mit Sicherheit von einem weicheren Schuh profitieren in Sachen „Rundlauf“, Komfort und Schonung der Gelenke und des Stützapparats. Besonders wenn sie schwer sind.
Ich denke, dass die harten Schuhe nicht natürlicher sind, als weiche, und dass sie nur dann was bringen, wenn man seinen Laufstil optimal an sie anpasst. Und das scheinen viele nicht zu tun.
locker baumeln, ich wäre mit Operationen immer vorsichtig. Ich hab einen Freund, dem hat ein Facharzt nach einer Endoskopie zur Knieoperation geraten, weil sein rechtes Knie Läsionen der Stufe 3 hat. Er ist dann zu einem zweiten Arzt, wegen einer zweiten Meinung, und der hat ihm gesagt, geh lieber radeln, das kriegst du selber wieder weg. Wenn man endoskopisch was wegschnippelt, braucht's ja nur die kleinste verbleibende Unebenheit, und es kommt was Neues nach.
Ich hatte zwischen 50 und 60 zweimal massivste Knieprobleme rechts, über Monate hinweg, nach Phasen, wo ich nicht trainiert habe (beide Male wegen Radunfall und anschließender Trainingspause aus Faulheit). Das letztes Jahr, wo mir die Hokas geholfen haben, zähle ich nicht, das war weniger schlimm und kürzer, nur das Laufen war eine Tortur, im Alltag ging's ja ganz gut.
Beide Male hab ich durch konsequentes, planvolles Trainieren die Knieprobleme weggebracht. Die ersten beiden Male jeweils durch Radeln. Jedesmal hab ich maßvoll angefangen und dann langsam gesteigert. Wobei maßvoll wörtlich zu nehmen ist, ich hab die ersten beiden Male mit Einheiten von 10 Minuten angefangen.
Beide Male waren die Problem nach ca. sechs Monaten weg, und zwar so weit, dass ich wieder Lauftraining machen konnte. Ich laufe halt nicht mehr so weit und schnell wie früher, ich bin froh, dass es überhaupt wieder geht. Man muss sich halt auch mal dem Leben beugen, und im Rahmen des Möglichen bleiben.
Für Sportler, bei denen es schnell gehen muss, und die danach permanent (täglich) erstklassige ärztliche Betreuung haben, sind Operationen sicher eine Option. Für Privatiers, die nach der Operation wieder alleine losziehen und die ja eigentlich Zeit für eine natürliche Heilung haben, würde ich mir das sehr gut überlegen.
|