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Volle Zustimmung, waden.
Zur Radio-Sendung: Was mich daran stört, ist weniger der meist infantile Inhalt solcher Sendungen, sondern die mangelnde Ehrlichkeit.
Ich würde es begrüßen, wenn der Sprecher seine Botschaft einleiten würde mit: "Mein Wissen über das Jenseits beträgt exakt Null, und es kann auch gar nicht anders sein. Außerdem weiß ich buchstäblich nichts darüber, ob ich hektisch zu Jesus kommen soll, oder ob er stattdessen zu mir kommt, denn auch in der Bibel steht keine Silbe zu diesem Thema. Aber hier sind meine Gedanken dazu."
Die Selbstsicherheit, mit der diese Botschaften als faktische Wahrheiten (oder als logisch zwingende Erkenntnisse) verbreitet werden, impliziert eine verblüffende Dreistigkeit, die man bei anderen philosophischen oder ethischen Sprechern nicht findet.
Ich habe nichts einzuwenden gegen nachdenkliche oder erbauliche Botschaften im Radio. Aber warum können es nicht einfach "Meinungen" oder "Anregungen" sein? Warum muss man ihnen einen erfundene Autorität geben, die sie weder haben noch haben können?
Es ist nicht so, dass diese Sprecher "kein völlig gesichertes Wissen" hätten, oder dass die Zuverlässigkeit ihrer Kenntnisse "irgendwo zwischen 35% und 65%" lägen. Sondern ihre Kenntnis über die jenseitige Welt beträgt exakt Null. Auch nicht 0,001%. Sondern 0.
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