Zitat:
Zitat von Klugschnacker
...Wir wissen heute sehr viel mehr als die jüdische Gesellschaft vor zweitausend Jahren. Was ein Mensch dieser Zeit glaubte, fällt uns heute schwer zu glauben, da wir mehr wissen. Das ist doch ganz normal und ist nicht nur auf den Glauben beschränkt. Auch politische, gesellschaftliche oder wissenschaftliche Überzeugungen z.B. des 17. Jahrhunderts würden wir heute nicht mehr teilen, und das ist ja noch gar nicht so lange her.

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Wir mögen auf manchen Gebieten mehr wissen; vieles, was wir heute als richtig oder gar als unumstößliche Wahrheit erachten, ist aber weiterhin häufig eine unüberprüfte oder unüberprüfbare Glaubenssache - nur eben andere, als vor 2000 Jahren. Diese basieren oft genug nicht allein auf rationalen Beweisen, sondern häufg auf von Menschen aufgestellten und allgemein akzeptierten Axiomen, geprägt durch ideologische Trends und wirtschaftliche Interessen der jeweiligen Zeit. In weiteren 2000 Jahren werden viele dieser "Glaubensthesen" möglicherweise auch lächerlich vorkommen (Beispiele für solche Möglichkeiten: die These von der zwingenden Notwendigkeit von Wirtschaftswachstum; gewisse Ernährungsformen seien besonders "gesund"; der Klimawandel ist allein vom Menschen verursacht; Bluthochdruck ist eine Krankheit und kein Symptom; alles kann naturwissenschaftlich erklärt werden; Globalisierung wandelt die Welt zum Besseren, ...)