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Alt 05.10.2016, 19:18   #4362
qbz
Szenekenner
 
Benutzerbild von qbz
 
Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 12.599
Zitat:
Zitat von Faton Beitrag anzeigen
.....
Da es dir bei deinem sozialen Engagement aber nicht nur um deine eigenen Bedürfnisse (z.B. Selbstbestätigung, finanzielle Vorteile) sondern auch/insbesondere um das Wohl anderer geht, schwingt da meiner Ansicht nach doch ein gesundes Maß an Nächstenliebe mit. Nach meiner Auffassung "Gott ist die Liebe" handelt es sich demnach doch um ein ganz alltägliches Beispiel wie Gott/ die Liebe wirkt.
.......
Soweit ich Dich richtig verstehe, bezeichnest Du Eigenschaften des Menschen, wie seine Nächstenliebe, als Beispiele für das Wirken von Gott. D.h. bei einem Narzissten, wo die Selbstliebe in der Persönlichkeit dominiert, würde die Nächstenliebe (Gott) fehlen, bei einem Altruisten (Selbstlose Persönlichkeit), hingegen die Nächstenliebe (Gott) vorherrschen. "Gott ist die Liebe" definiert Gott also durch die Art der Beziehung zwischen den Menschen. Meine Kritik an dem Konzept wäre, dass die Verhältnisse der Menschen und ihr soziales Handeln weitgehend durch wirtschaftliche Zwänge objektiv, unabhängig vom freien Willen einzelner regelhaft bestimmt sind.

Nachdenkenswert finde ich auch, was Freud kulturkritisch über die Nächstenliebe schreibt, aus ganz anderem Blickwinkel:
"Das Gebot »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst« ist die stärkste Abwehr der menschlichen Aggression und ein ausgezeichnetes Beispiel für das unpsychologische Vorgehen des Kultur-Über-Ichs. Das Gebot ist undurchführbar; eine so großartige Inflation der Liebe kann nur deren Wert herabsetzen, nicht die Not beseitigen. Die Kultur vernachlässigt all das; sie mahnt nur, je schwerer die Befolgung der Vorschrift ist, desto verdienstvoller ist sie. Allein wer in der gegenwärtigen Kultur eine solche Vorschrift einhält, setzt sich nur in Nachteil gegen den, der sich über sie hinaussetzt. Wie gewaltig muß das Kulturhindernis der Aggression sein, wenn die Abwehr derselben ebenso unglücklich machen kann wie die Aggression selbst! Die sogenannte natürliche Ethik hat hier nichts zu bieten außer der narzißtischen Befriedigung, sich für besser halten zu dürfen, als die anderen sind. Die Ethik, die sich an die Religion anlehnt, läßt hier ihre Versprechungen eines besseren Jenseits eingreifen. Ich meine, solange sich die Tugend nicht schon auf Erden lohnt, wird die Ethik vergeblich predigen. Es scheint auch mir unzweifelhaft, daß eine reale Veränderung in den Beziehungen der Menschen zum Besitz hier mehr Abhilfe bringen wird als jedes ethische Gebot; "
Unbehagen in der Kultur

Zitat:
Zitat von Faton Beitrag anzeigen
Ich bin thelogisch gesehen kein Profi, aber die Liebe kommt meiner Lesart nach in dem Moment wieder ins Spiel, in dem der Gekreuzigte selbst nicht auf Rache aus ist, sondern die Sünde der Täter auf sich nimmt. Damit wären wir dann bei der Vergebung, die zum komplexesten Teil der Liebe gehört. Wenn ich sage ich glaube an die Liebe muss ich gleichzeitig sagen ich bin ein echter Fan von Vergebung. Vergebung hätte auch in unserer Welt die Power um Wunder zu bewirken... wenn wir/ die verantwortlichen in der Welt ihr eine Chance gäben

Das zeigt auch, dass ich Gott/ die Liebe nicht für allmächtig halte im Sinne "Er/ Sie kann zu jeder Zeit nach belieben Wunder wirken". Das geht aus meiner Sicht auch deshalb nicht, weil Er/Sie ja nicht als Wesen existiert und frei nach Laune die Geschicke der Dinge besimmt. Aber es gibt die Liebe in uns allen. Das, was sie bewirken kann verstehe ich eher als Potential, denn als Allmacht.
Danke für Deine Ausführungen. Weshalb geben die Verantwortlichen in der Welt der Vergebung und der Nächstenliebe keine Chance? Ist die menschliche Natur zu egoistisch, zu narzisstisch?
qbz ist offline   Mit Zitat antworten