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Mittendrin statt nur dabei
Hallöchen,
es wird mal wieder Zeit für das Neueste aus China. Dabei kann ich mich kurz fassen, denn Training war in der letzten Woche null, nichts, gar nichts.
Aber so schnell geht es dann doch nicht, schließlich gab es ohne Ende Passivsport, d.h. eine Woche Olympia vor Ort in Peking, und das mittendrin statt nur dabei.
Statt wie geplant am Sonntag ging es schon aufgrund von Geschäftsterminen am Donnerstag los. Da meine Firma als Sponsor des BDR und Partner des Deutschen Hauses in Peking mit einer Lounge vertreten war, hatte man schon das Gefühl, nicht nur dabei zu sein, sondern mittendrin. Viele Sportler kamen zu uns (angeblich gab es bei uns den besten Kaffee, und natürlich zum Wii spielen) und man hat viel mitbekommen.
Neben den Geschäftsterminen habe ich auch noch einige Wettbewerbe live gesehen: Leichtathletik (live dabei gewesen beim Ausscheiden des Nationalhelden Liu Xiang über 110m Hürden, unglaublich wie das die Chinesen getroffen hat), Hockey (China gegen Südkorea mit Riesen-Stimmung, danach bei Spanien gegen Südafrika sind alle schon gegangen), Tischtennis (Bronze-Medaillen Match der Damenmannschaft) und natürlich Triathlon der Männer (Montag bei den Damen hatte ich leider Termine). Das Ergebnis ist bekannt. Ich kann nur sagen ein einmaliges Erlebnis dabei gewesen zu sein. Auf den letzten Metern habe ich dermaßen geschrieen, dass meine Stimme zwei Tage lang weg war, hat sich ja wenigstens gelohnt. Abends waren die Jungs dann noch im Deutschen Haus, so dass auch ein Foto und persönliche Glückwünsche drin waren.
Wenn man mal die politischen Diskussionen außen vor lässt, sind es doch ganz gute Spiele. Alle (Zuschauer, Sportler, Journalisten) mit denen ich geredet habe, haben sich insbesondere positiv über die Organisation geäußert, auch über die Freundlichkeit der vielen Helfer. Ein Dorn im Auge waren allerdings die leeren Zuschauerränge mit entsprechend gedämpfter Stimmung. Man selber versucht noch Karten zu bekommen, hört alles ist ausverkauft und dann sieht man im Fernsehen leere Tribünen. Hauptsache die Kasse stimmt.
Die letzten Tage werden noch im Chinesischen Fernsehen geschaut, aber nachdem ich jetzt mein Schlafdefizit langsam wieder ausgeglichen habe (musste drei Nächte das Zimmer mit chinesischen Kollegen teilen, die sind Olympiasieger im Schnarchen), muss ich mal wieder an die eigenen sportliche Aktivitäten denken.
Lars
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