Zitat:
Zitat von NBer
das privatinteresse eines sportlers kann nicht über dem verbandsinteresse stehen.
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In dem Moment, als Frau Robisch das Schiedsgericht angerufen hat, hat sie das aber. Das widerspricht ebenfalls dem Team-Gedanken, obwohl es verständlich ist aus Athletensicht. Das Rechtsmittel steht zur Verfügung. Also darf es natürlich genutzt werden.
Der DOSB hat nun eben so entschieden, um (Achtung Spekulation meinerseits!!!) weiteren Klagen auszuweichen, die möglicherweise Folge einer anderen Entscheidung gewesen wären. Wie hätte denn der DOSB die anderen Nominierungen begründen sollen? Meiner Meinung nach wäre die einzige ernsthafte Kandidatin Laura Lindemann gewesen. Sie hat eine reale Chance auf die Top 10. Das hieße aber, dass sie nicht unbedingt im Team für Anne arbeitet, sondern als starke Schwimmerin als Einzelkämpferin das Rennen bestreitet. Damit wäre also schon einmal das Team-Kriterium nicht erfüllt. Wie soll also die Begründung aussehen, wenn doch das Kriterium "teamtaktische Erwägungen" heißt, die Medaille am Ende aber nicht an ein Team geht, oder Team Deutschland, sondern an eine Einzelperson?
Was wäre passiert, wenn der DOSB die 5 Plätze voll besetzt hätte (was ich gut gefunden hätte) und einer der zu hause gebliebenen klagt, weil er ... nun ja... die erweiterten Kriterien ebenfalls erfüllt und die Entscheidung durch... Würfeln gefallen ist (reine Willkür, unscharfe Kriterien, ungenaue Vorgaben, wenn die direkte Quali nicht erfüllt wurde).
Der DOSB hat hier in der Tat den einfachsten Weg gewählt. Triathlon ist eine Randsportart. Das Risiko für den DOSB ist geringer, als bei einer der etablierten, größeren Sportarten. Für den Sport ist es natürlich absoluter Mist.
Noch einmal deutlich: Ich kann die Entscheidung nachvollziehen, finde sie aber keinesfalls gut. Ich hätt es natürlich super gefunden, wenn alle möglichen Plätze besetzt worden wären.