Zitat:
Zitat von Klugschnacker
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3. Ohne Gott gäbe es keine Moral, also keine absolut definierten Begriffe für Gut und Böse. Unabhängig von seiner tatsächlichen Existenz sei es daher gut, an eine höhere Instanz zu glauben.[/indent]
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Im Gegensatz zu den ersten beiden Thesen kann ich diese nicht logisch nachvollziehen. Warum sollte gerade ein Gott irgendein Interesse an der Definition von Gut und Böse in der menschlichen Welt haben? Unser Verhalten berührt doch ein ewiges, unsterbliches, allmächtiges Wesen doch nicht im Geringsten. Welcher Mensch würde sich um moralische Regeln für Ameisenkolonien kümmern? Oder sind wir so egozentrisch zu glauben, daß wir für so ein Wesen von zentraler Bedeutung wären? Die Begriffe von Gut und Böse können nur von Menschen, aus deren inneren Sicht auf ein funktionierendes Zusammenleben definiert werden (übrigens auch nie absolut, sondern immer relativ zu den geltenden gesellschaftlichen Normen). Wenn es zur wirksamen Umsetzung der Berufung auf eine "höhere Instanz" bedarf, sagt es nur etwas über die menschliche Psyche aus, nicht über die Existenz von Gott.