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Thema: Pose Methode
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Alt 26.01.2016, 13:29   #158
Michi1312
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Registriert seit: 21.09.2013
Ort: Niederösterreich
Beiträge: 1.361
zum Thema "aktiver Abdruck":

Infos aus der Pose-Sicht:



Do we need to push off in Running?

... und warum ein aktiver Abdruck wertvolle Energie raubt!


"Sein oder nicht sein? Oder besser gesagt "abdrücken oder nicht abdrücken", das ist hier die Frage? Genau dies ist das Thema, mit dem wir uns heute auseinandersetzen. Immer wieder steht dieses Thema zur Diskussion und immer wieder erhitzen sich die Gemüter darüber, ob es Sinn macht, sich beim Laufen abzudrücken oder nicht. Dies ist einer der Gründe, warum wir uns heute diesem Thema aus wissenschaftlicher Sicht annehmen. Um eine Antwort zu finden, müssen wir lernen den Unterschied zwischen "was wir tun" und "was geschieht" zu verstehen. Seit Beginn des Laufbooms in den frühen 70er Jahren existiert eine einfache (Lauf-)Formel, welche auch heute noch (Lauf ABC) mit sehr großem Stellenwert unterrichtet wird. Vereinfacht gesagt: setzen Sie einen Fuß vor den anderen und drücken Sie sich durch das strecken des Hüft-, Knie- und Sprunggelenks nach vorne ab. Der Schlüsselbegriff scheint hier das "push off" bzw. der Abdruck zu sein. Dieser scheint eine Art Grundstein in der Welt des Laufens zu sein, welcher nie revidiert wurde - bis jetzt.

Man könnte sich fragen: "was ist falsch an diesem Bild?". Wenn alles nach dem Newton'schen Gesetz der Mechanik geht, warum machen wir uns die Mühe, dies anzuzweifeln und zu hinterfragen? Gibt es einen wirklich guten Grund dahinter, das zu tun? Oder brauchen wir daran nichts ändern? Viele Fragen....

Die Antwort auf diese Fragen ist folgende: die Pose-Methode stellt ein neues Paradigma der Lauftechnik dar, die ein effizienteres und sparsameres Modell der Bewegung, eine bessere Logik für das Verständnis der Bewegung und der Möglichkeit, diese zu unterrichten bietet. All dies kann uns helfen, unsere Geschwindigkeit und Leistung zu verbessern und Verletzungen zu vermeiden.

Erste Anforderung dieses neuen Paradigma - Abdruck vermeiden!

Wie komme ich dann vorwärts? Wie werde ich schneller? Um dies zu verstehen, lassen Sie uns die vier großen Kräfte, die Einfluss auf die körpereigene Vorwärtsbewegung haben, nennen: Schwerkraft, Bodenreaktionskraft, Muskelelastizität und Muskelkontraktion.

Die letzte ist die "willkürliche" oder "freiwillige" Muskelaktivität, wobei durch ein Signal des Gehirns und die Erzeugung und Freisetzung von Energie die Muskeln beginnen zu arbeiten bzw. zu kontrahieren.

Die Bodenreaktionskraft ist die Kraft, welche alle Kräfte, die durch den Körper auf den Boden wirken, reflektiert (z.B. Landung).

Muskelelastizität ist die elastische Eigenschaft der Muskeln, Sehnen und Bänder mit der Fähigkeit die vorherige Länge nach einer von außen einwirkenden Kraft ohne Muskelkontraktion wieder herzustellen. Diese ist auch als "stretch-shortering reflex" bekannt. 1964 fanden italienische Wissenschafter (G. Cavagna, F.P. Saibene und R.Magaria) heraus, dass sich alleine durch die Muskelelastizität die Effizienz der Bewegung um bis zu 50 % erhöhen läßt!

Die Schwerkraft ist die konstante, nonstop wirkende Kraft, welche jede Masse mit einer Beschleunigung von 9,81 m/sec2 nach unten zieht.

Die Sportwissenschaft hat jede Menge Daten darüber gesammelt, dass durch die Bodenreaktionskraft eine vertikale und eine horizontale Komponente entsteht. Nur ist dies zugleich die Antwort auf die Frage: "Abdruck - ja oder nein?". Die Antwort scheint zu sein: "Wir müssen unseren Körper vertikal und horizontal abstoßen, um nach oben und vorne zu laufen.". Genau dies stellt die Basis des alten Paradigma der Lauftechnik dar. Sieht man jedoch genauer hin, ist dem NICHT so, bestätigen diese lediglich das dritte Newtonsche Gesetz. Die vertikale Komponente ist somit eine Reaktion und resultiert aus der Bodenreaktionskraft, welche erst durch die Muskelelastizität (Muskeln, Sehnen) möglich wird. Diese Reaktion in Verbindung mit der Elastizität der Muskulatur ermöglicht eine "Aufwärtsbewegung" von 4-6 cm ohne ein aktives Eingreifen, sprich ohne "freiwillige Mukelkontraktion". Alle Bemühungen, den Körperschwerpunkt (GCM) über diese 4-6 cm hinaus zu "drücken", bedeutet unötig Energie zu verschwenden. Sei gesagt, dass die vertikale Bewegung des GCM von 4-6 cm in allen Bereichen der Geschwindigkeiten und Distanzen von Elite-Läufern korrelliert. R. Margaria fand bereits 1976 heraus, dass die vertikale Verschiebung während der Laufbewegung nicht höher als ihr aufrechtes Stehen sein sollte. D.h Sie sollten darauf achten, während dem Laufen nicht über Ihre ursprüngliche Größe/Höhe "hinweg zu springen".

Was wir also tun müssen, ist es einfach geschehen lassen. Versuchen Sie es einfach bei einem Ihrer nächsten Läufe! Wir brauchen keine "freiwillige Muskelkontraktion" und auch keine unnötige "Muskelarbeit bzw. Kontraktion der Wadenmuskulatur oder der Oberschenkelmuskulatur - also drücken Sie sich NICHT ab und Sie werden sehen es funktioniert ebenso und obendrein auch noch viel entspannter.

Alles in allem zusammengefasst gibt es während der Laufbewegung einen Abdruck. Dieser passiert jedoch als Reaktion durch das Zusammenspiel der Bodenreaktionskraft und der Muskelelastizität. Jetzt denke ich, Sie werden den Unterschied von "was wir tun" und "was geschieht" verstehen.
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