Zitat:
Zitat von schnodo
... taucht ein Aspekt auf, dessen Bewertung für "Canute" von zentraler Bedeutung in der Widerlegung von Romanovs Theorie zu sein scheint, und mit dem ich nichts anfangen kann: "(substantial) horizontal GRF". Ich vermute, dass GRF für ground reaction force steht, aber das bringt mich auch nicht weiter. Ein Dir relevant erscheinender erläuternder Link würde mir reichen! 
|
Ja, Deine Übersetzung ist richtig.
Wenn der Läufer durch eine Kraft nach vorn beschleunigt wird, geht damit auf jeden Fall eine rückwärts gerichtete Kraft auf den Boden einher (mal abgesehen von Rückenwind, Propeller- oder Raketenantrieb

). Das ist eigentlich unabhängig davon, ob die Antriebskraft durch Muskelkraft, Elastizität oder eben doch durch Gravitation erzeugt wird. Letzteres ist, wie ich mehrfach gesagt habe, beim ersten Schritt - also dem nach vorn fallen lassen aus dem Stand möglich, aber eben nur bei diesem ersten Schritt.
Ich hab's nicht komplett gelesen, aber "canute1" meint wahrscheinlich, dass die gemessene GRF so groß ist, dass sie nicht durch Gravitation (genauer: nicht durch Gravitation allein) erzeugt werden kann.
Nach wie vor denke ich aber, dass die Diskussion von Kräften komplizierter als nötig und damit unnötig verwirrend ist. Für jemanden mit einem Gefühl für Physik ist es einfach offensichtlich, dass die Schwerkraft insgesamt keine Arbeit leisten kann. Evtl. in einem sehr kleinen Teilbereich der Laufbewegung, in dem der vor dem Aufstandspunkt befindliche Schwerpunkt immer noch sinkt (ich weiß nicht, ob das real vorkommt), dann muss man aber anderswo wieder die gleiche Energie in die Anhebung des Schwerpunktes investieren. Damit ist nichts gewonnen.
Diese energetische Sichtweise kommt völlig ohne Betrachtung der Kräfte aus, bei denen man recht leicht den Überblick verlieren kann.
Nur, weil man irgendwie ein schönes Diagramm mit Kraftvektoren malen kann, heißt das noch lange nicht, dass die real auch so wirken, wie man (Romanov) das gerne hätte ...