Zitat:
Zitat von Klugschnacker
Unsere Gesellschaft schaut nicht untätig zu. Die wehrhaften Demokratien von heute lassen sich nicht so leicht mit der Gesellschaft der Weimarer Republik vergleichen. Es gibt eine breite gesellschaftliche Bewegung gegen rechts. Aktuell läuft ein Verbotsverfahren gegen die NPD.
Die rechten Parteien haben Forderungen wie eine Abschottung Deutschlands oder des Schengenraums an den Grenzen, Einschränkung des Asylrechts, Einschränkungen bei der Freiheit der Religionsausübung etc. Wir sollten nicht aus Angst vor den rechten Parteien genau diese Dinge fordern. Das wäre wie ein Selbstmord aus Angst vor dem Tod.
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Ich sehe leider keine so super wehrhafte Demokratie, wenn auch die Mittel zur Abwehr etwas besser sind, als sie vor 100 Jahren zur Verfügung standen. Gerade die NPD-Verbotsfarce würde ich nicht als Musterbeispiel zitieren. Mein Glaube an einem Erfolg ist leider eher gedämpft, die NPD hat viel Zeit bekommen, sich vorzubereiten.
Meine Vorstellung einer wehrhaften Demokratie sieht z.B. so aus, daß eine aktive öffentliche Agitation von NPD oder Salafisten schnell und effektiv unterbunden wird.
Neben der breiten gesellschaftlichen Bewegung gegen rechts sollten wir auch die mindestens so breite latente Bereitschaft nicht übersehen, vielen rechten Gedanken gegenüber offen zu sein (was seinerzeit ähnlich begann; zum Mechanismus, wie das funktioniert, kann ich den "Er ist wieder da"-Film empfehlen).
Andererseits dürfen wir Vorschläge, die eventuell richtig wären, nicht nur ablehnen, weil sie von Rechts ausgesprochen werden. Dann asszozieren viele diese Ideen ausschließlich mit den Rechten, und finden ihre Ängste nur dort ernst genommen.
Die von Dir aufgezählten Forderungen der Rechten sind weder die größten Heiligtümer unseres Wertesystems, noch die Forderungen, die unsere Demokratie gefährden (außer sie werden radikal überspitzt). Sinn- und maßvolle Maßnahmen auf den zitierten Gebieten würden viel dazu beitragen, daß die Leute sich nicht in größeren Zahlen ganz nach Rechts wenden.