Zitat:
Zitat von Willi
Kann man auch anders sehen.
So wie ich den Artikel grob überflogen habe, handelt es sich um eine rein informelle Bitte an die regionalen Organisationen im Hinblick auf Lesbarkeit von Anträgen für einen alljährlichen Parteitag.
Dabei ist nicht angedroht, ausschließlich Formulierungsvorschlag-konform verfasste Anträge zu berücksichtigen, erst recht nicht, hieraus einen Gesetzentwurf für genderkonforme Ausdrucksweise zu konstruieren.
Die grundsätzliche Sinnhaftigkeit von Parteitagen dürfte ja wohl auch in Zeiten von Terroranschlägen und Flüchtlingsströmen nicht in Frage stehen, oder?
Stellt sich also eher die Frage - um in HaFus Worten zu bleiben - gibt es derzeit keine anderen Probleme in Deutschland, mit denen der Spiegel Leser anlocken könnte? Inhaltlich ist das ein banaler Sommerloch-Artikel.
|
Jetzt habe ich doch nach Willis Einwurf tatsächlich mich direkt bis zur
Tagesordnung der Bundesdelegiertenkonferenz durchgeklickt, um raus zu bekommen, ob wirklich nur der Spiegel das Thema hochgeholt hat, oder ob der Gender-Star den Grünen tatsächlich aktuell so wichtig ist: Tatsächlich gibt es dort den TOP14: Satzung und geschlechtergerechte Sprache und zwar als einer von nur zwei Tagesordnungspunkten am Sonntag von 9:30 bist 14:00, d.h. die Delegierten haben viereinhalb Stunden Zeit, sich über diese beiden Tagesordnungspunkte (der zweite ist "Grüner Wirtschaften" und liegt damit unstrittig in einer Kernkompetenz der Grünen). Für die beiden tagesaktuell hoch relevanten Tagesordnungspunkte Paris (finde ich auch sehr verkürzt, denn eigentlich sollte es doch allgemein um neue Herausforderungen durch extremistisch motivierten Terror und nicht allein um "Paris" gehen) und Einwanderungspolitik ist auf der Delegiertenkonferenz der sehr späte Freitag-Abend vorgesehen (nach den politischen Reden).
Rein formal ist den Grünen von der Gewichtung der Tagesordnung der Gender-Star also genauso wichtig wie die Flüchtlingspolitik, die nicht einmal einen eigenen Tagesordnungspunkt bekommen hat, sondern nebulös unter dem sehr allgemeinen Begriff "Einwanderungsland" abgehandelt wird...
(Aufgrund ihrer grundsätzlichen ökologischen Ausrichtung sind mir die Grünen von jeher sehr sympathisch, insbesondere in den Phasen, wo sie von Realos wie Fischer dominiert wurden, aber wie sich die Partei in den letzten Jahren gerade auf Bundesebene (in den Landesverbänden schaut es oft noch besser aus) teilweise entwickelt hat, tut doch manchmnal fast weh, zu verfolgen...)