08.11.2015, 21:48
|
#2299
|
|
Szenekenner
Registriert seit: 09.10.2006
Ort: Berlin
Beiträge: 17.890
|
Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer
Beim Thema Familiennachzug habe ich eh ein Verständnisproblem: Wenn es dort wegen Krieg so lebensgefährlich ist, daß man abhauen muß - wieso läßt man dann Frau und Kinder zurück? Ich würde, wenn es ums Überleben gehen, eher erst Frau und Kind losschicken, als die zurücklassen. Aber wenn die Familie mitten im Krieg zurückbleiben kann, ist es für mich schwer glaubhaft zu machen, daß die Leute aus Lebensgefahr fliehen.
|
"Warum vor allem Männer nach Deutschland kommen"
Zitat:
Gefahr in der Heimat: Flucht vor Tod und Zwangsrekrutierung
Offenbar verlassen Männer vor allem Regionen, in denen militärische Konflikte toben. "Männer wollen so vermutlich einer direkten Beteiligung am Kampfgeschehen entgehen", sagte Pro-Asyl-Chef Günter Burkhardt SPIEGEL ONLINE. Die Gefahr, getötet oder zwangsrekrutiert zu werden, sei für sie etwa im Bürgerkriegsland Syrien sehr hoch.
Dennoch bleiben die Frauen nicht einfach in den Kampfgebieten zurück: Millionen Familien sind in den vergangenen Jahren allein vor der Terrororganisation "Islamischer Staat" aus Syrien und dem Irak in die Nachbarländer geflohen - von dort haben sich dann jedoch meist zunächst nur die Väter auf die gefährliche Reise nach Europa begeben.
Die Risiken der Frauen: Gewalt, Isolierung, Hunger
Frauen sind deshalb aber keineswegs in ihren Heimatregionen sicher: "In vielen Bürgerkriegen gehören systematische Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen zur erklärten Kriegsstrategie", schreibt die Uno
[...]
Als noch riskanter erweist sich die Flucht: Neben Hunger, Krankheiten und Tod müssten Frauen sexuelle Übergriffe fürchten, warnt die Marburger Konfliktforscherin Ulrike Krause. Das Problem ist auch ein deutsches: In Bayern etwa ist Zwangsprostitution von Asylbewerbern seit Längerem ein Thema, und der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung warnt vor der wachsenden Gefahr sexueller Übergriffe auch auf Kinder.
[...]
Die Entscheidung der Väter: Schutz für die Familie
Da viele Familien aus Krisengebieten sich ohnehin keine gemeinsame Flucht leisten könnten, müssen sie abwägen zwischen den verschiedenen Risiken. Viele Familienväter fällen dann laut Pro-Asyl-Chef Burkhardt eine klare Entscheidung: "Lieber gehe ich selbst das Risiko ein und bringe meine Frau und die Kinder erst mal nicht in Gefahr." Erst nach geglückter Ankunft in Europa wollen die Männer dann ihre Frauen und Kinder per Familiennachzug nach Deutschland holen - sicher und legal.
|
|
|
|