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Alt 13.10.2014, 22:24   #54
jannjazz
Szenekenner
 
Benutzerbild von jannjazz
 
Registriert seit: 10.08.2011
Ort: Metropolregion Hamburg, auf dem Dorf
Beiträge: 6.272
Dömitz an der Elbe könnte ein richtig schön malerischer Ort an der Elbe sein, aber die Jahre als Grenzort ohne Übergang haben ihm übel mitgespielt. Wir kommen an Straßenzügen vorbei, die garantiert niemand mehr sanieren will, eine Villa mit Elbblick kostet 50.000 €, die sieht aber aus wie ein Grab für Geld. Auch einen Getreidesilo am Hafen braucht man irgendwie nicht ganz so dringend, oder? Schnell weiter. Niedersächsisch Elbien ist richtig dicht besiedelt, andauernd kommt man wieder durch einen Ort, aber hier, hinter Dömitz gibt es - nichts. Gar nichts. Nur stundenlang Wälder, Felder, Alleen. Kaum ein Auto, wenn mal ein Dorf kommt, kein Mensch. Lange vorher freue ich mich schon auf Wittenberge, mit tatsächlich fünfstelliger Einwohnerzahl, über Wittenberge kann ich unterwegs vorher auch schon mal etwas erzählen und was passiert? Wir umfahren es auf einer Umgehung. Wenigstens Bad Wilsnack, meinen Kurort von 2002 oder so, durchqueren wir. Endlich mal was zu sehen. Der sportliche Wert der Tour ist schon hoch, Spaß macht die Zusammenarbeit mit den Jungs, viel fahren wir auch mit zwei Berlinern, die nach Hause wollen. Aber ich hadere doch viel unterwegs (was soll das? Warum bin ich hier? Kann ich nicht hier irgendwie dnf machen?) und lutsche viel, fühle mich schwach. Dann errechne ich noch, dass es mit dem Zug knapp werden könnte, was dann wäre stünde komplett in den Sternen. Von diesem Moment an bin ich irgendwie besser motiviert, fahre mehr im Wind und mache sogar etwas Druck. Auf Wunsch eines einzelnen Herren (jannjazz) fahren wir die letzten 20 km an der B 5 nach Berlin rein, denn ich bin an der B 5 geboren, allerdings 300 km weiter westlich und außerdem befindet sich an der berliner Stadtgrenze ein Denkmal mit einem Bären, das ich unbedingt für ein Photo will. Als wir den Photopoint erreichen, holt der eine Berliner, Abrakadabra, eine Tüte Haribo Goldbären raus und bietet großzügig an. Stil kann man nicht lernen.


Allein für dieses Bild hat sich die Tour schon gelohnt!

Nach dem Photo, zack, zack, bekomme ich erklärt, dass ich um eine Stunde falsch liege: wir haben also massig Zeit. Wie bin ich froh! Schnell ist nun auch das Wassersportzentrum Berlin Gartow erreicht, ah super, schön duschen und saubere Sachen. Schöner Sportsonnabend, bis jetzt...aaaber...


Um 19:34 h versaue ich mir den Tag: weil der Wagenstandsanzeiger für den Eurocity falsch ist, muss ich mit dem Rad laufen, als die Räder im richtigen Wagen verladen sind stelle ich fest, dass mein Seesack noch auf dem Bahnsteig steht. Also wieder raus und – der Zug fährt ab. Alles Scheiße, nur einer ist Schuld: ich. Außerdem habe ich die Fahrkarte und die Weingläser. Katastrophe. Extremst peinlich. Wir wollten doch eine schöne Siegesfeier haben und ein Gläschen trinken. Nix da.
Doch ich unterschätze meine Sportkameraden bei weitem: Jens nimmt mein Rad mit nach Hause, Axel organisiert Plastikbecher für den Wein, Fahrkarten kaufen sie sich im Zug neue. Und auch mir geht es gut, besser als gut sogar, denn am Fahrkartenautomaten lerne ich ein paar Jungs vom Betriebssport Hamburg kennen, Athletico Baccardi, Hermes usw. Die kaufen meine überzähligen Fahrkarten, so habe ich kaum Kosten. Außerdem überreden sie mich, lieber den späteren direkten Zug zu nehmen, ohne Umsteigen, das ist entspannter. Recht haben sie. Ich leiste keinen Wiederstand, schon gar nicht, als der Wartesaal Bierquelle Spandau gewählt wird. Natürlich ist es kein Problem, im Gegenzug einen Wein auszugeben, unterwegs plaudern wir nett, einer kennt sogar meinen Storebaeltsbroen-Blog. Ein Fan, hurra, es geht nicht geiler. Ich rufe zu Hause an und Marvin verspricht, mich am Hauptbahnhof abzuholen. So kann ich sogar noch Mighty Mouse einsammeln. Alles gut!
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