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Alt 04.09.2014, 11:34   #274
ThomasG
Gesperrt
 
Registriert seit: 23.01.2012
Beiträge: 4.769
Zitat:
Zitat von niksfiadi Beitrag anzeigen

Und recht schnell kam der Schock.

Der Captain hat eine Gesamthöhe von 130cm und ich von 150cm! Ich vermaß dann noch meine Schulterbreite (53cm) und schätzte, dass der Captain 7cm schmäler war. Er ist ja auch 16cm kleiner und wohl nicht ganz so breit gebaut. Dann stellte ich mir die Stirnfläche A eines Radfahrers in Zeitfahr-/Triathlonposition so ganz grob als gleichschenkeliges Dreieck vor.

So berechnet wäre meine Stirnfläche A also (53cm x 150cm)/2 also 0,3975 und die vom Captain (47cm x 130)/2 also 0,3055.

Im Grunde ists völlig egal, ob das stimmt - ich war nicht auf absolute Ergebnisse aus, sondern ich wollte einen Vergleich. Und da kommt eben als Ergebnis raus, dass der Captain 75% meiner Stirnfläche hat oder, anders gesagt, ich um ein Drittel mehr Stirnfläche habe.

Und jetzt zum berühmten cw bzw cwA Wert.

Der cw-Wert ist ein dimensionsloser Koeffizient, der "Strömungswiderstandskoeffizient". Er trifft eine Aussage darüber, wie windschlüpfrig ein Körper ist, ohne dabei aber Auskunft über die Größe des Körpers zu geben. Dh egal wie groß ein Tropfen ist - ob so klein, wie wir ihn kennen oder so groß wie ein LKW - der cw-Wert ist immer gleich!

Smolik gibt hier folgende Werte an:



Und da sieht man: Der Unterschied zwischen Zeitfahrposition und Obree Position ist nur 5 Hunderstel (!).

Der Luftwiderstandswert (cwA) ist das Produkt von cw und Stirnfläche (A). Wenn man sich diesen beiden Faktoren jetzt anschaut, dann sieht man, dass am cw-Wert wohl nicht viel geht. Da kann man einen Zeitfahranzug anziehen, einen Eierbecher aufsetzen, Überschuhe, den Bart rasieren, aber naja - er variiert im Bereich von Hundersteln.

Im Gegensatz sieht man recht deutlich, dass die Stirnfläche vom Captain und von mir im Bereich von einem Zehntel variiert. Und Leute, ich sitze schon recht flach für meine Größe!!!

Nimmt man also aus obigen Überlegungen an, dass unsere beiden cw-Werte (fast) gleich sind, so kann man den oben berechneten Unterschied in der Stirnfläche relativ getrost in die Formel zur Berechnung der Leistung gegen den Wind reinrechnen.

Damit ist klar, warum der Captain bei 300W so schnell ist wie ich mit 400W. Oder warum der Captain 1h lang 278W und 45kmh fährt - ich bräuchte 370W um genauso schnell zu fahren. Das deckt sich auch mit unseren Erfahrungswerten recht gut und klärt auf, warum es dann doch nicht so ist, dass im Flachen gleiche Watt auch gleiche Geschwindigkeit ergeben!

Hier noch der Captain und ich übereinander gelegt. Das sieht, wie ich finde, schon recht krass aus.

Das ganze Verfahren kann man sicherlich viel genauer durchführen. Aber wie gesagt - wenn man überall den gleichen Fehler macht, wirds für einen Vergleich nicht so schlecht taugen...

Anhang 27234

Lg Nik
Das ist aber ja auch im Grunde "gerecht". Macht man sich den Spaß und setzt Körpergewicht vom Captain und Deins in Relation so kommt man auch ziemlich genau auf diese 75 %. Dem Captain ist es einfach gelungen über die Sitzposition den Nachteil auszugleichen, den er aufgrund seines relativ geringen Gewichtes gegen einen deutlich schwereren Radfahrer beim Zeitfahren in der Ebene hätte.

P.S.: Schöne Rechenspielereien -hätten auch von mir stammen können :-) ;-).
ThomasG ist offline