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Ich hab gestern gerade wieder in der Trainingsbibel für Triathleten geschmökert und neben ein paar überalterten Thesen bin ich wieder über das Prinzip der Individualisierung gestolpert.
Auf gut deutsch: Was für Athlet A funktioniert muss noch lange nicht für Athlet B funktionieren und er beschreibt recht klar verschiedene Typen: Athlet A reagiert sehr stark auf Training, Athelt B ist resistent gegen jegliche Form von Training. Bei manchen wirkt egal, was die machen, andere entwickeln sich kaum, bzw. nur sehr schwer und zäh. Ich zB bin ganz klar Typ2, Kumpel von mir entwickelt sich recht gut mit weniger Training und spricht super auf IVs an. Allerdings: Schnell verletzt, war 1,5 Jahre im Leistungsburnout, nachdem er in Weyer, ich glaube 9. war.
Meine Theorie: Typen der Marke "Build to resist" sind kaum verletzt, man kann ihnen alles mögliche antun, halten viel aus, entwickeln sich aber langsam, allerdings was die haben, das haben die lang und konstant. Gut für LD. Schnellentwickler sprechen gut auf sauber gesteuertes, smartes Training an, ihr Körper kapituliert allerdings vor einem Zuviel mit Verletzungen, Übertraining, Überlastungen, ... Der Idealfall ist der Mischtyp, jmd. der eigentlich beides kann - das sind die richtig guten Leute: Sprechen auf harte Trainingsreize gut an und kompensieren nicht nur sondern superkompensieren und sind gleichzeitig wenig verletzungsanfällig und robust. Eher selten.
Zu de Rosas "submaximalen" und "eingeschränkten" Tabatas. Das dürfte unterm Strich einem Sweet Spot Reiz unter der Schwelle sehr ähnlich sein und zusätzlich die Kraftkomponente angesprochen haben. Gute Idee, das so zu machen.
Ich persönlich würde aus meinen Erfahrungen aus dieser Saison alles anaerobe, all diese Sachen über der Schwelle in der Grundlagenarbeit bis März erledigen und danach nur mehr IVs von 90-105%. Diese Anaeroben 5min IVs haben mich mehr gekostet als sie mir gebracht haben und die vertragen sich nur mit umfangreicher Grundlagenarbeit, wo man mit niedrigschwelligen Reizen dem Körper Zeit und Reiz zum Wiederaufbau der zerstörten Mitochondrien gibt.
Im übrigen noch ein Credo, etwas wovon ich zu 100% überzeugt bin: Am besten trainiert man die Schwelle durch Umfänge, Umfänge und nochmals Umfänge. Nur so gibts echte Sprünge - alles andere macht kurzfristige Förmchen, 8-12 Wochen vor dem WK natürlich der letzte Kick, aber zu früh veranstaltet, steht das nur der Umfangarbeit im Weg.
Nik
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Failing Forward. Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht. (Rosa Luxemburg)
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