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Bei meinen ersten zwei Rädern hab' ich so lange rumprobiert, bis ich längere Strecken schmerzfrei und halbwegs bequem fahren konnte, fertig. Hat vollkommen gereicht. Später hab' ich mal aus Interesse eine 30€-Vermessung machen lassen, den Sattel daraufhin etwas niedriger gestellt (der Rest hat interessanterweise soweit gepasst) und war damit auch zufrieden. Hab' dan nirgendwann den Sattel wieder nach Gefühl etwas höher gestellt, weil ich es bequemer fand. Mit der Einstellung fahre ich jetzt seit 10 Jahren. Vielleicht hole ich nicht das letzte damit raus. Ich kann aber bequem fahren, das reicht mir.
Ist aber doch nicht nur beim Bikefitting eine Tendenz:
- Früher gab's nur ein oder zwei Bücher zum Thema Training. Man hat sich das Wissen angeeignet und seine Pläne selbst geschrieben. Heute hat jeder 15h-Athlet einen persönlichen Trainer, der im hilft, sein Training optimal zu gestalten.
- Früher hatte man seinen Schwimmverein mit Trainer oder erfahrenen Schwimmern, heute geht man alle 3 Monate zu teuren Seminaren mit Videoanalyse etc..
- Früher hat man sich ernährungstechnisch reingeworfen, was es an der Strecke gab' bzw. was man im Training gut vertragen hat. Heute muss es der persönliche Ernährugnsberater sein.
- Laufschuhkauf ohne Druckmessung und Laufstilanalyse ist vermutlich auch nicht mehr drin...
etc.
Mittlerweile gibt's ziemlich viele, die am großen Kuchen Triatlhon mitverdienen und viele, die bereit sind, einiges zu zahlen.
Nicht falsch verstehen, wenn jemand Geld ausgeben will, soll er das ruhig tun. Muss jeder für sich entscheiden, ob's notwendig ist. Wenn jemand einen guten Job macht, soll er auch ruhig angemessen damit verdienen können.
Ich hab' nur das Gefühl, dass es eine Tendenz gibt, die Verantwortung in allen Bereichen an andere abzugeben und lieber jemand anderes dafür zu bezahlen als sich selbst mit der Materie auseinanderzusetzen. Radanalyse, Schwimmseminar Trainer etc. werden aber auch IMHO mittlerweile (nicht bei allen!) als Statussymbol angesehen.
Matthias
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