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triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Boykott an der Fernbedienung
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Alt 07.02.2014, 00:29   #1
kaiserswerther kenianer
Szenekenner
 
Registriert seit: 20.02.2009
Beiträge: 62
Boykott an der Fernbedienung

Morgen geht es los. Winterspiele unter Palmen. Bejubelt, beschützt und bezahlt von vielen zum Wohle von wenigen.
Die Großmannssucht der Organisatoren der Spiele schreckt mich von mal zu mal mehr. Und ab morgen ist Schluss.
Unter vielen Argumenten gegen die Fernsehteilnahme an den olympischen Spielen habe ich mir ein persönliches Ranking erstellt. Wer diese moralinsauren Gründe mitlesen will, der kann es im folgenden tun:
-Das IOC trägt schon lange keine hehren Vorstellungen vom sportlichen Wettstreit der Jugend der Völker in die Welt, sondern ist lediglich noch das allmächtige Vergabegremium für die milliardenschweren Spiele. Dabei zeichnet es sich durch undurchsichtige Praktiken und durchsichtige Korruptionsaffären aus (übrigens in trauter Eintracht mit dem anderen großen Spieleverkäufer, der FIFA)
-Wenn diese Organisatoren meinen, das der einzig unbeschneite Ort in ganz Russland unter Palmen und inmitten von Krisenregionen der richtige Ort für die Ausrichtung von Winterspielen ist, dann ist das doch eine sehr exklusive Meinung. Ich werde sie nicht teilen.
-Doping. Die ganzen Ausdauersportler des Winters halten sich vornehm bedeckt und sind leidlich froh, dass dem Radsport die Rolle des Dopingprügelknabens zufällt. Das Langlauf, Biathlon, Eisschnelllauf und Bobs anzuschieben aufgrund des sportlichen Anforderungsprofil mindestens genauso von pharmazeutischer Unterstützung profitieren wie“ Pedalachsenrotierenlassen“ oder „Schnellhundertmeterrennen“, wird gerne unter den künstlichen Schneeteppich gekehrt. Da ändert auch das journalistische Feigenblatt des öffentlich rechtlichen Rundfunks (der ehrenwerte Herr Seppelt) nicht viel. Die Sender haben die Party bezahlt, also feiern sie mit. Glaubwürdig ist keine dieser Leistung. Da ändern auch die gebetsmühlenartigen Verweise auf negative Dopingtests nichts.
-Die Topsportler. Einerseits haben sie das Glück in einer Zeit zu stecken, in der sie mit guten Leistungen ihre Restleben finanzieren können. Andererseits nehme ich kaum einem noch die Freude am Treffen mit den Völkern der Welt ab. Für die Höfl-Rieschs dieser Spiele ist doch ein Olympiasieg in Sotschi nicht mehr als ein gewinnbringendes Sahnehäubchen in der Sponsorenpräsentationsmappe.
-Solidarität mit München. Ich habe mich selten so über einen Bürgerentscheid gefreut wie letztens, als die Gegner der Spiele den Befürwortern und Organisatoren eine Ohrfeige versetzt haben, die wahrscheinlich immer noch in Lausanne nachhallt. Vielleicht ist es das Signal zur rechten Zeit gewesen, das uns irgendwann wieder zu sympathische, bescheidenen und friedlichen Spielen ohne milliardenschwere Investitionen und Umweltzerstörung zurückführt.
-Homophobie! Ach ja! Ist natürlich auch Scheiße. Doch sollten wir uns nicht auf ein zu hohes Ross schwingen und auf die bösen Russen zeigen. So lange ist es ja noch nicht her, dass in unseren Fußballstadien dunkelhäutige mit Affenlauten bedacht wurden und Gladbacher alle schwul waren. Davon ab, dass in unseren Städten reihenweise ehrenwerte Mitbürger erschossen wurden und die Polizei zu blind dafür war, die wahren Hintergründe dieser Mordserie zu sehen.
Dennoch fände ich es wundervoll, wenn sich kanadische und schwedische Eishockeyspieler nach dem Spiel mit herzhaften sozialistischen Bruderküssen voneinander verabschieden würden. Bin gespannt, wie die Gastgeber der Spiele darauf reagieren würden.
-Keine Zeit. Selber Sport zu treiben in der olympischen Periode bringt mich dem Geist der Spiele doch viel näher als ein fauler Druck auf die Fernbedienung. Ist außerdem besser für die Form.
Daher für mich: „Boykott an der Fernbedienung“.
Der olympische Geist begleitet mich auf Läufen, im Schwimmbad oder auf dem Rennrad. Nicht aber bei der zu erwartenden medialen Dauerberieselung aus Sotschi.
kaiserswerther kenianer ist offline   Mit Zitat antworten