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6.09.10
Powerman Zofingen 2010
Zofingen: Jacqueline Uebelhart (SUI) wird Zweite. Bild: Kirsten
Zofingen: Jacqueline Uebelhart (SUI) wird Zweite. Bild: Kirsten
Der Powerman in Zofingen gehört schon seit vielen Jahren nicht mehr zu den teilnehmerstärksten Rennen der Welt. Aber nach wie vor zu den wichtigsten. Und zwar für uns alle.
Von Arne Dyck

Ich weiß, es gehört sich nicht, gleich zu Beginn eines Artikels einen kleinen Umweg einzuschlagen. Ich benötige ihn jedoch, um möglichst schnell zum Kern der Sache vorzustoßen. In Wahrheit handelt es sich also um eine Abkürzung.

War früher alles besser?

"Natürlich nicht", antwortet man eilig, sofern man nicht als ewig Gestriger gelten will. Die Welt ändert sich, und in vielen Dingen auch zum Guten. Manche Dinge haben sich allerdings verschlechtert, und zwar nicht selten deswegen, weil eine Entwicklung auf einem zunächst guten Weg über das Ziel hinausgeschossen ist.

Ein Beispiel ist der Autoverkehr: Individuelle Mobilität ist ein Stück Freiheit, die sich unserer Gesellschaft mit ihrem Wohlstand hart erarbeitet hat. Heute stecken wir jedoch alle im Stau fest, und in großen Städten kommt man heute mit dem Auto langsamer vom Fleck als früher mit der Pferdekutsche.

Zweites Beispiel: Wissen und Bildung wollen wir mehren. Im Informationszeitalter informieren wir uns heute zu jeder Sekunde und bis in den hintersten Winkel des Planeten über jeden kleinen Informationsschnipsel. Nun stellen wir fest, dass Information nicht gleich Wissen ist. Für Hintergründe und Zusammenhänge hat nämlich keiner mehr Zeit. Was sich nicht in Sekunden vermitteln lässt, hat keine Chance mehr auf die Aufmerksamkeit der Menschen. Die Folgen spürt man zum Beispiel in der Politik, in der nur noch die allerdümmsten Parolen eine Chance haben. Wie bei der Mobilität haben wir auch hier längst das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

Ich bin sehr für den Fortschritt, doch wir sollten auch einen Sinn dafür behalten, wann wir besser wieder einen Schritt zurück gehen. Sonst haben wir morgen noch mehr Autos, mehr Straßen, mehr Staus, und rund um die Uhr Talkshows mit Maybritt Illner und Johannes B. Kerner und ihren zu Politikdarstellern verkommenen Politikern. Wir müssen uns gelegentlich fragen: "Wo wollten wir hin, als wir aufbrachen?".

Triathlon: Die ursprüngliche Idee

Damit bin ich beim Thema. Was war der Triathlon in seinen Wurzeln? Was machte damals seinen unvergleichlichen Reiz aus? Worin bestand seine Herausforderung? Und nun, da wir alle Welt mit diesem Virus angesteckt haben und Großveranstaltungen wie Pilze aus dem Boden schießen: Ist das heute noch der Sport, dem damals unsere Leidenschaft galt?

Heute gibt es Triathlonveranstaltungen en masse, die Sportler verstehen sich gegenüber den Veranstaltern als Kunden, man spricht in den Foren über Preisleistungsverhältnisse. Finisherbuffets und Wartezeiten beim Checkin lösen größere Debatten aus. Kampfrichter werden verbogen, um Massenevents auf topfebenen Strecken durchzuführen. Sportschwadroneure in den Tageszeitungen philosophieren über einen Ironman als Pflichtprogramm im Lebenslauf von Karrieristen. Wahrlich – die Zeiten haben sich geändert.

Triathlon – das war früher vor allem ein gerüttelt Maß an gesunder Härte. Undenkbar, dass sich jemand über zu warme Cola auf der Laufstrecke beschwert hätte. Wenn sie warm war, dann war sie halt warm! Wer an einem Triathlon teilnahm, wollte sich bewusst einer gewissen Härte aussetzen und sich in allen Widrigkeiten der Strecken, des Wetters, und was es sonst noch an äußeren Einflüssen gibt, bewähren.

Heute darf es gerne etwas bequemer sein, der Kunde wünscht möglichst einfache und schnelle Strecken, ein komplettes Hochzeitsbuffet auf jedem Kilometer der Laufstrecke ("Noch nicht einmal Nüsse gab’s – könnt Ihr Euch das vorstellen? Ich will mein Startgeld zurück!"), Eis zur Kühlung, Decken zum Wärmen, und natürlich eine Milliarde hysterischer Zuschauer, die vor Begeisterung fast überschnappen, wenn wir vorbei kommen.

Wohin wollen wir uns steigern? In welche Richtung soll das alles weiter gehen? Beim Mobilitätswahn ist letztlich die Mobilität auf der Strecke geblieben. Was droht beim boomenden Triathlon auf der Strecke zu bleiben, und was hat das mit dem Powerman in Zofingen zu tun?

Powerman Zofingen – Urmeter des Sports

Der Powerman Zofingen ist ein Urmeter unseres Sports. Er steht für Strapaze und Durchhaltevermögen ohne Tamtam. Anstrengung um seiner selbst willen: Keine Hawaii-Meriten winken, keine mit anderen Langdistanzen vergleichbare Finisherzeiten, nichts zum Angeben. Nur Du selbst und ein paar Mitstreiter wissen, was Du geleistet hast. Zofingen ist hart und nichts für eventorientierte Prahlhänse. Wer wissen will, wie der Spirit unseres Sport in seinen Anfängen war, findet dort lebendiges Anschauungsmaterial.

Der Powerman Zofingen existiert seit dem Jahr 1989. Andreas Rudolph, in unserem Forum aktiv als "docpower", war der erste Sieger über die damaligen Distanzen von 2,5 km Laufen, 120 km Radfahren und 30,5 km Laufen (heute 10/150/30). Aus Amerika kamen große Namen, Kenny Souza rang Andreas Rudolph im Folgejahr nieder. Scott Molina, Jürgen Zäck, Olaf Sabatschus, Mark Allen, Paula Newby-Fraser, Erin Baker und Lori Bowden machten das Rennen sehr populär. 1993 übertraf das Zofinger Preisgeld mit 200.000 US-Dollar jenes des Ironman Hawaii.

Das Rennen lieferte spektakuläre Bilder. Die Älteren von uns erinnern sich an den US-Triathlonstar Jeff Devlin, der nur ein kurzes Top und Badehose als Wettkampfkleidung hatte, doch der Nachtfrost legte dicken Raureif über die Räder in der Wechselzone. Die Athleten rieben morgens das Eis von den Sätteln. Jeff zog das Ding durch.

Der Abstieg des Duathlons

Als in den Neunziger Jahren fest stand, dass Triathlon über die Kurzdistanz olympisch würde, änderte sich unser Sport. Die Windschattendebatte hatte Einfluss auf Grundwerte der Sportart. Goldgräberstimmung brach aus, irgendwer redete vom Geld olympischer Sportarten, andere plapperten es nach. Der Verband wurde wichtig, Kader gebildet, Punkte verteilt. Der Duathlon war bald abgehängt.

Zu dieser Zeit gehörte Roth bereits zu den größten und bedeutendsten Rennen der Welt. Es ist eine vielsagende Tatsache, dass die zweite Veranstaltung, die der damalige Roth-Organisator Detlev Kühnel lancierte, ein Duathlon war, natürlich mit sehr kernigen Strecken. Ja, ein Duathlon, der Powerman Spalt mit über 1200 Teilnehmern! Beide Varianten unseres Sports waren damals annähernd gleichberechtigt, mit leichten Vorteilen für den Triathlon. Doch Duathlons waren damals für fast alle Triathleten im Frühjahr, wenn die Seen noch zu kalt waren, eine Selbstverständlichkeit im Rennkalender. Zahlreiche Veranstaltungen boten reichlich Auswahl.

Allerdings: Duathlon ist hart, und er hatte in der Öffentlichkeit nicht ganz die Bekanntheit und das Prestige eines Triathlons. Es fehlten noch die ganz großen Duathlonwettkämpfe (außer Zofingen), die eine Konzentration oder Spezialisierung auf diesen Sport attraktiver gemacht hätten. Für die Mehrzahl der Amateure hatten die Duathlons daher Vorbereitungscharakter für einen Triathlonwettkampf. Die Profis stellten fest, dass man sich von diesen harten Rennen nur langsam erholt – besonders galt das für das Rennen in Zofingen. Mit einer Qualifikation für Hawaii und einem guten Abschneiden dort war das schwer zu vereinen.

Dem entsprechend starb der Duathlon nahezu aus. Zofingen hielt mit einem deutlich reduziertem Starterfeld über eine längere Durststrecke hinweg durch. Heute geht es glücklicherweise wieder bergauf. Das ist wichtig für den Duathlon, aber auch für die Triathleten. Denn der Powerman in Zofingen steht für Grundwerte unseres Sports, die wir auch in Zeiten des Booms nicht aus den Augen verlieren dürfen.

Die Sieger 2010

Weltmeister 2010: Andy Sutz siegt in Zofingen. Bild: Kirsten Stenzel Maurer
Weltmeister 2010: Erika Csomor und Andy Sutz siegen in Zofingen. Bild: Kirsten Stenzel Maurer
Wer hat dieses Jahr, am 5. September, das harte Rennen gewonnen? Aus dem Pressetext entnehme ich: Bei den Männern gewinnt der Schaffhauser Andy Sutz und bei den Frauen die Ungarin Erika Csomor. Beide sind damit Weltmeister auf der Duathlon-Langdistanz der I.P.A (International Powerman Association). 

Das Rennen war enorm spannend, nur 54 Sekunden betrug im Ziel der Vorsprung von Andy Sutz vor dem Franzosen Thibaut Humbert. Sebastian Retzlaff holte als bester Deutscher den neunten Platz. Chapeau!
Arne Dyck

22. Powerman Duathlon Weltmeisterschaft Zofingen 2010 , Langdistanz

Männer ( 10 km Laufen, 150 km Rad, 30 km Lauf)
1. Andy Sutz (SUI) 6:19.03,0
2. Thibaut Humbert (FRA) 6:19.57,3
3. Anthony Le Duey (FRA) 6:27.56:2,6
4. Soren Bystrup (DEN) 6:32.20,0
5. Esben Kaczmarek (DEN) 6:39.24,1
6. Karl Prungraber (AUT) 6:41.31,7
7. Lukas Baumann (SUI) 6:45.33,9
8. Marc Widmer (SUI) 6:46.59,1
9. Sebastian Retzlaff (GER) 6:49.16,5
10. Kenneth Poulsen (DEN) 6:51.38,3

Frauen (10 km Laufen, 150 km Rad, 30 km Lauf)
1. Erika Csomor (HUN) 7:20.52,5
2. Jacqueline Uebelhart (SUI) 7:32.44,0
3. Camilla Lindholm (SWE) 7:37.08,0
4. Maja Jacober (SUI) 7:39.18,9
5. Victoria Beck (NZL) 7:47.58,8
6. Susanne Svendsen (DEN) 7:51.37,5
7. Bev Thomas (AUS) 8:00.00,9
8. Carolin Dür (AUT) 8:12.51,7
9. Angela Mueller (SUI) 8:19.31,9
10. Annamaria Halasz (HUN) 8:29.53,5

Website Powerman Zofingen
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