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Windschattenfahren vermeiden - Praxisfragen Regelkunde - triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum
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Alt 19.10.2014, 07:57   #1
FMMT
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Windschattenfahren vermeiden - Praxisfragen Regelkunde

Für ein erstes Licht im Dunkeln der aktuell heiß diskutierten Windschattenproblematik würde ich gerne die Einstellung der Athleten erleuchten.
Ich würde mich freuen, wenn ausgebildete Kampfrichter, Funktionäre oder besonders erfahrene Sportler zu bewusst provozierend anfängerhaft ehrlich gestellten Fragen antworten könnten .
Ich vermute stark, dass es hier viele Unklarheiten zwischen der knapp gefassten Sportordnung, den Athleten, den Kampfrichtern und den Zuschauern gibt und sich vieles in der Praxis gar nicht so einfach umsetzen lassen würde.

Wie überhole ich korrekt?
- Fahre ich bis zum Hinterrad meines Vordermanns, schere dann aus oder schere ich 10m zuvor mit 3m Seitenabstand aus?
- mit wieviel Seitenabstand muss ich überholen, reichen 1-2 Meter?
(einige Staffelradler in Roth überholten mich heuer mit wenigen cm Abstand ), meist passt es für mich.
- muss ich vor dem Überholen Handzeichen geben?
- muss ich vor dem Überholen nach hinten schauen, dass mich nicht auch einer überholen will?
- warum sehe ich immer wieder an steilen Anstiegen scheinbar erlaubte Gruppen?( Roth Kalvarienberg, Kraichgau Tiefenbach)
- liegt dies an einer sehr langsamen Geschwindigkeit ohne nennenswerten Einfluss des Windschattens?
- wo ist der entsprechende Bezug in der Sportordnung?
- Liegt hier die Grenze allein beim Kampfrichter?
- Kann ich eine deutlich langsamere Gruppe(z.B. am flacher werdenden Teil des Kalvarienbergs) ohne Gegenverkehrstrecke überholen, wenn ich dies deutlich schneller als 30 Sekunden schaffe?
- welche Hilfsmittel gibt es für mich, um zu erkennen, dass ich den Abstand von mindestens 10m einhalte(Fahrbahnmarkierung, Fahrzeuglänge Sybenwurz, Eber, euer Part, wenn ich mich recht erinnere )
- muss ich, wenn ich überholt werde, sofort bremsen oder habe ich 30 Sekunden Zeit?
-wie muss ich versetzes Fahren verstehen? Aus dem Windschatten nach links würde ja dem Rechtsfahrgebot widersprechen.
- wie weit rechts muss ich fahren? Es sind doch häufig gerade im Bereich von 20-30 cm Bodenunebenheiten und kleine Schlaglöcher.
- warum schimpfen Profis, dass sie die Führungsarbeit alleine machen müssen, es im hinteren Feld aber scheinbar verpönt ist sich an der Spitze selbst mit regelkonformen Abständen abzuwechseln?


Vielen Dank für eine rege Beteiligung und konstruktive Beiträge und gerne noch mehr Fragen.

ps. ich hatte noch nie eine Zeitstrafe, bin letztens so lahm, dass ich die captain-These vom 30er in der Gruppe-Mitrollschnitt unterbiete, also wirklich bis auf die Anstiege als Bergfloh weitgehend allein schnaufe, lese grundsätzlich mehrmals die Wettkampfbedingungen sowie die Sportordnung und kenne natürlich die meisten Antworten . Aber, auch das ist kurios, eben nur die meisten (z. B. bezüglich des Überholens in dritter Reihe am Kalvarienberg gibt es auch von Kampfrichtern unterschiedliche Meinungen, die Handhabung in der Praxis passte bisher zum Glück).
Feuer frei.
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Alt 19.10.2014, 19:47   #2
FMMT
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Nicht dass sich alle abgeschreckt fühlen , ich freue mich auch auf Antworten oder Anregungen zu einzelnen Fragen.
Mein Ziel ist, entweder mehr Verständnis in der breiten Masse zu erreichen oder vielleicht einzelne Punkte der Wettkampfordnung zu überdenken. Ich sage mal als Stichworte: drei Meter Seitenabstand, Überholen in der dritten Reihe(was in der WK-Ordnung ohne jetzt abermals nachlesen zu wollen, glaube ich gar nicht steht und in der Strassenverkehrsordnung auch anders verstanden werden könnte), vielleicht bei großen Rennen wie Roth, Frankfurt, Kraichgau oder Heilbronn windschattenfreie Anstiege(wie 500m vor und nach den Verpflegungsstellen) festzulegen, dies mit Schildern ankünden und beenden, dafür die Kampfrichter besser unterstützen.
Ich fand es in Heilbronn sehr gut. Nicht gleich Karten zücken, sonst die Teilnehmer auf mögliches Fehlverhalten wie konsequentes rechts-Fahrgebot vorbeugend aufmerksam machen.
Bei einer Steigung wurde vor mir ein Teilnehmer ermahnt Abstand zu halten. Schwierig zu sagen, ob es bei dem Anstieg nötig war, da es wohl kaum Windschatten gab und er kaum bewusst deswegen so fuhr, aber nur als Hinweis ohne Karte widerrum vollkommen ok. Ich denke, neben vielen anderen Punkten wie nicht zu viele Teilnehmer, Wellenstarts, selektive Strecken, Einstellung der Sportler usw. wäre vorbeugendes Warnen und einfaches Ansprechen ein Ansatz. Eine Fehlentscheidung im Fußball gleicht sich meist im Verlauf einer Saison aus. Eine Fehlentscheidung bei einer Langdistanz und das Jahr ist gelaufen. Aber andere werden sich sicherlich schon mehr und bessere Gedanken gemacht haben, nur her damit .
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Alt 21.10.2014, 19:09   #3
FMMT
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Wie wäre es eigentlich, wenn Arne einen erfahrenen Kampfrichter in eine Sendung einladen würde?

Ich bin so frei, alte betreffende Beiträge hier zu sammeln:

dank an Hafu
Überholen
Die Windschattenbox darf im übrigen für Überholvorgänge betreten und (zügig) durchfahren werden. Erlaubt sind 15s, die man sich zu diesem Zweck in der Windschattenbox des Vordermanns aufhält bei Kurz- und Sprintdistanzen und bis zu 30s bei Mittel- und Langdistanzen.

Das früher verpönte und verbotene "Ansaugen" im Rahmen von Überholvorgängen ist damit nicht nur erlaubt, sondern wird von der Sportordnung geradezu gefordert, denn wenn man bei Überholvorgängen zu früh ausschert, um die Windschattenbox des Vordermanns eben nicht zu betreten, behindert man bei engen Straßen und dichten Starterfeldern unter Umständen noch schnellere dritte Athleten und kann je nach Rennsituation sogar wegen Blocken oder Nichtbeachtung des Rechtsfahrgebots verwarnt werden.


Dank an Hanse und Neonhelm

Richtlinie Abstand:
- "Schaut dass zwischen euch und dem Vordermann mindestens 2 normale Autos Platz haben."
- So ein weißer Strich auf der Straße ist ~4m lang, die darauf folgende Lücke ~8m. Nur so als Anhaltspunkt.
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Alt 21.10.2014, 20:02   #4
Brazzo
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Danke für den zusammenfassenden Überblick (soweit).
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Alt 22.10.2014, 19:29   #5
FMMT
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Danke an DasOe

Abstand beim Überholen:

Überholen in 3. Reihe führt zwangsläufig zum Fahren auf der Gegenfahrbahn. Wird hierdurch eine Gefährdung von Athleten oder Verkehrsteilnehmer herbeigeführt, führt das zur Disqualifikation.

Rechts überholen führt zur Disqualifikation.

Überfahren eines durchgezogenen Mitteldstriches führt zur Disqualifikation.
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Alt 22.10.2014, 19:33   #6
NBer
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Zitat:
Zitat von FMMT Beitrag anzeigen
......Überholen in 3. Reihe führt zwangsläufig zum Fahren auf der Gegenfahrbahn. Wird hierdurch eine Gefährdung von Athleten oder Verkehrsteilnehmer herbeigeführt, führt das zur Disqualifikation......
im deutschlandcup des nachwuchs führt ein überfahren der mittellinie grundsätzlich zur sofortigen disqualifikation. auch ohne gefährdung. oder anders....jedes überfahren der mittellinie wird mit einer gefährdung gleichgesetzt.
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Alt 22.10.2014, 20:01   #7
FMMT
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NBer, vielen Dank (hätte ich eigentlich auch mitkopieren können )

Bezüglich Windschatten am Berg habe ich bisher allerdings nur gefunden, dass es eigentlich laut Regel verboten ist, aber meist geduldet wird.
Gibt es hier bekannte Richtlinien oder liegt es nur im Ermessen der Kampfrichter?
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Alt 22.10.2014, 21:13   #8
Eber
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Beiträge: 2.217
Lieber FMMT,
nachdem du dich hier zur Windschattenvermeidungskoryphäe entwickelst, brauchst du dich im nächsten WK nicht zu wundern, wenn nun eine Reihe deiner "Schüler" an deinem Hinterrad klebt, um aus nächster Nähe regelkonformes, windschattenvermeidendes Fahren, von dir, dem Meister, in der Praxis abzugucken
Lieben Gruß,
Eber
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hmh ??

Geändert von Eber (22.10.2014 um 21:51 Uhr).
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