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Wieso sind die deutschen Männer auf Hawaii erfolgreicher als die deutschen Frauen? - Seite 4 - triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum
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Alt 18.10.2017, 08:37   #25
LidlRacer
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Zitat:
Zitat von su.pa Beitrag anzeigen
Ich höre es oft so raus, dass sich viele nicht so schinden wollen, wie es ein Wettkampf auch mal braucht oder wie sie es vermuten, dass es nötig ist. Für viele ist die Leistung schier unvorstellbar und sei es nur, dass man 10 km am Stück durchläuft. Selber machen sie dann eher so Pilates oder Walken oder sowas.
Könnte vielleicht schon etwas an der Erziehung liegen?
Und z.B. am ZDF, das in der 44-minütigen Zusammenfassung 41 Sekunden einer einzigen Triathleten widmet. In der gesamten Übertragung war es nicht viel besser. Da hat der Schwätzer einmal sinngemäß gesagt:
"Wir haben gerade leider keine Bilder von den Männern, deshalb müssen wir jetzt mal kurz die Frau zeigen."
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Alt 18.10.2017, 08:41   #26
qbz
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Zitat:
Zitat von Arrakis Beitrag anzeigen
das sollte dann doch aber für die Olympische Distanz mit Windschattenfreigabe erst recht gelten, tut`s aber nicht, oder?
Ich kenne da die Zahlen nicht genau und würde vermuten, dass diese AthletInnen eher vom Schwimm-/Laufsport wechseln als vom Radsport zum Triathlon.
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Alt 18.10.2017, 09:08   #27
Hafu
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Zitat:
Zitat von qbz Beitrag anzeigen
Ich kenne da die Zahlen nicht genau und würde vermuten, dass diese AthletInnen eher vom Schwimm-/Laufsport wechseln als vom Radsport zum Triathlon.
Im ITU-Triathlon wird in der Regel heutzutage gar nicht mehr von einer Zugangssportart hingewechselt (außer in den USA wegen deren großartigen College-Sportsystem), sondern die Athleten fangen direkt mit Triathlon im Schüler- und Jugendbereich an.

In den jüngeren Altersklassen überwiegen bei Triathlon-Schüler- und Jugendwettkämpfen sogar meist noch die Mädchen zahlenmäßig die Jungen, die da oft noch lieber in den Fußballverein gehen. In diesen jungen Altersklassen sind nicht selten die besten Mädchen auch noch schneller unterwegs als die besten Jungs.

Mit den höheren Altersklassen (und dem Eintritt der Pubertät, die bei Mädels ja auch noch meist früher beginnt) ab etwa Jugend A und danach im Juniorenbereich ändert sich das dramatisch: die Mädchen hören reihenweise mit Wettkampfsport (oft auch mit Sport insgesamt) auf, während viele Jungs erst da so richtig ehrgeizig werden.
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Alt 18.10.2017, 09:18   #28
OhneRad
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Zitat:
Zitat von Vicky Beitrag anzeigen
Ich glaube, dass das mehrere Gründe hat.

1. In DE steht SPORT allgemein nicht sonderlich hoch im Ansehen, es sei denn, MANN ist Fußballer. Wie unser Land mit unseren Spitzensportlern so umgeht, ist schon ein Hohn. Wir haben keine echten Helden. Früher oder später werden sie in den Medien niedergemäht. Wer hat da schon Lust auf Leistungssport bei der fehlenden Anerkennung hierzulande. Frau ist da ganz pragmatisch in der Wahl beim Thema Zukunftsperspektiven, denke ich.
Solche gesellschaftlichen Rundumschläge funktionieren irgendwie selten, oder wo ist jetzt genau der Grund, dass die Männer mit aktuell zehn Weltklasseathleten seit Jahren MD/LD dominieren wie kein anderes Land und die Frauen nicht? Das die deutsche Frau pragmatischer in der Zukunftswahl ist als der deutsche Mann? Kommt mir reichlich dünn vor.
Das es Sportlern so furchtbar geht, sehe ich auch nicht. Es liegt eher an der Struktur des Fernsehens (was nicht nur Sportler sondern auch Professoren, Politiker und Journalisten betrifft), dass man immer die gleichen Leute einlädt, die dann in der Öffentlichkeit präsent sind und alle anderen halt zu kurz kommen.

Sobald man einen erfolgreichen Sportler, der charmant ist und irgendein Wiedererkennungsmerkmal oder eine Besonderheit hat, gefunden hat, hat man wieder jemanden für den Personenpool.

Frodo als fotogener Medienprofi hat den Sprung nach seinem Olympiasieg geschafft, ebenso wie Faris damals als sichtbarer Sohn iranischer Migranten mit dem "ich geh auch mal zu BurgerKing". Auch Fabian Hambüchen, Robert Harting, Magdalena Neuner, Felix Neureuther oder die Hahner-Zwillinge haben es geschafft.
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Alt 18.10.2017, 09:57   #29
Vicky
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Registriert seit: 11.03.2011
Ort: im Schwabenländle
Beiträge: 5.384
Wie war noch gleich die Prämie für einen Olympiasieg? Ich glaube, sie war im Vergleich zum Aufwand verschwindend gering. Kennst Du ohne Google zu bemühen einen unserer erfolgreichen Ruderer? Deren Medaillen sichern in der Regel den Standort Olympiastützpunkt. Die wenigsten haben jedoch nach dem Sport eine Perspektive, wenn sie sich nicht kümmern. Deshalb studieren viele, versuchen in die Bundeswehrsportgruppe zu kommen etc... Ich kenne ne Menge Schicksale durchaus auch persönlich, die kurz vor Olympia aufhören mussten, weil es keine Förderung gab und im Sport nichts zu verdienen war, so dass der Lebensunterhalt nicht bestritten werden konnte. Da wurde gewählt zwischen Olympia (mit Qualifikation in der Tasche!!!) oder Berufliche Zukunft. Rate, wie die Entscheidung ausfiel.

Der Background spielt also durchaus eine verdammt große Rolle bei der Wahl der Optionen. Jemand mit einem starken Background (Eltern, Förderer) kann eher den Schritt zum Profi wagen. Möglicherweise sind Frauen da weniger risikobereit, als ihre männlichen Kollegen.

Die Profis der zweiten Reihe haben nicht viel zu lachen. Einige wissen kaum, wie sie zum nächsten Wettkampf kommen sollen, weil die Kohle fehlt. Das unternehmen Profi Triathlet ist wahrlich nicht einfach. Möglicherweise versuchen es mehr Frauen und geben sehr schnell wieder auf. Wir bekommen davon nur nichts mit, weils meist schon an den Basics scheitert.

Wir Deutschen neigen dazu, permanent Erfolge einzufordern. Teilt aber ein Athlet mal der Öffentlichkeit mit, wie es denn tatsächlich aussieht (Leichtathletik...), bekommt man Kommentare zu lesen wie :"Mach doch was anderes! Warum soll der Steuerzahler den Egotrip einzelner bezahlen (Sportförderung)" etc. Sport, insbesondere Leistungssport genießt in DE kaum einen Stellenwert. Im Gegenteil. Da fällt es noch schwerer, sich für einen Sport als Lebensunterhalt zu entscheiden.

Den Weg des Profi Daseins kann sich nicht jede noch so talentierte Athletin leisten. Hast Du schon mal versucht, Sponsoren zu finden?
__________________
Phantasie ist etwas, das sich manche Leute gar nicht vorstellen können.

Nächste Zielline:
Mitteldistanz Regensburg 2018

Geändert von Vicky (18.10.2017 um 10:18 Uhr).
Vicky ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.10.2017, 14:32   #30
OhneRad
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Registriert seit: 19.09.2017
Beiträge: 57
Zitat:
Zitat von Vicky Beitrag anzeigen
Wie war noch gleich die Prämie für einen Olympiasieg? Ich glaube, sie war im Vergleich zum Aufwand verschwindend gering.
15.000 Euro für eine Goldmedaille soweit ich weiß.

Zitat:
Kennst Du ohne Google zu bemühen einen unserer erfolgreichen Ruderer?
Ja, aber das liegt wohl daran, dass ich früher selber gerudert bin

Zitat:
Die wenigsten haben jedoch nach dem Sport eine Perspektive, wenn sie sich nicht kümmern. Deshalb studieren viele, versuchen in die Bundeswehrsportgruppe zu kommen etc... Ich kenne ne Menge Schicksale durchaus auch persönlich, die kurz vor Olympia aufhören mussten, weil es keine Förderung gab und im Sport nichts zu verdienen war, so dass der Lebensunterhalt nicht bestritten werden konnte. Da wurde gewählt zwischen Olympia (mit Qualifikation in der Tasche!!!) oder Berufliche Zukunft. Rate, wie die Entscheidung ausfiel.
Da widerspreche ich dir auch überhaupt nicht. Ich sehe nur nicht, was das mit der Thematik zu tun hat, denn bei den Männern funktioniert es ja trotz aller Schwierigkeiten extrem gut. Bei den Leichtathleten, die es noch wesentlich schwerer haben, Geld zu verdienen, ist es übrigens genau andersherum: Bei der WM dieses Jahr hatten die Männer von 100 Metern bis zum Marathon keine einzige Finalteilnahme im Laufen zu verzeichnen, bei den Frauen gibt es hingegen eine Reihe toller Nachwuchsathletinnen, die teilweise sogar international Medaillen holen oder nationale/europäische Jugendrekorde, sogar nationale Alltime-Rekorde pulverisieren (Krause, Reh, Klosterhalfen, Klein, Lückenkemper, Haase..). Wenn man sich die Studienwahl ansieht, sind Frauen auch sehr viel risikobereiter als Männer, zu Fächern mit geringeren Gehalts- und Zukunftsaussichten zu greifen.

Zitat:
Wir Deutschen neigen dazu, permanent Erfolge einzufordern. Teilt aber ein Athlet mal der Öffentlichkeit mit, wie es denn tatsächlich aussieht (Leichtathletik...), bekommt man Kommentare zu lesen wie :"Mach doch was anderes! Warum soll der Steuerzahler den Egotrip einzelner bezahlen (Sportförderung)" etc. Sport, insbesondere Leistungssport genießt in DE kaum einen Stellenwert. Im Gegenteil. Da fällt es noch schwerer, sich für einen Sport als Lebensunterhalt zu entscheiden.
Zu dem Widerspruch stimme ich dir zu, entweder man will Medaillen oder eben auf die Förderung verzichten, beides zu fordern ist heuchlerisch. Was das Interview des Leichtathleten angeht, muss man halt sagen, dass es extrem unsympathisch war. Nach einer Niederlage von der Öffentlichkeit einzufordern, Athleten sollten ein normales Arbeitergehalt bekommen, damit sie in Ruhe trainieren können, ist halt ungeschickt. Als Buchautor, Musiker oder Theaterschauspieler steht man bekanntermaßen vor ähnlichen Problemen und verdient erst Geld, wenn man Leistung abgeliefert hat und bekommt es nicht um die Leistung erbringen zu können.

Zitat:
Den Weg des Profi Daseins kann sich nicht jede noch so talentierte Athletin leisten. Hast Du schon mal versucht, Sponsoren zu finden?
Aber auch nicht jeder noch so talentierte Athlet.
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