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Tomsen 16.08.2021 10:32

Vor ein paar Jahren war ich mal beim "Berlin Tri". Die Windschattenfreigabe und das permanente Antreten um die Gruppe zu halten nach den Kurven führten bei mir zum schlimmsten Lauf ever. Marathonfeeling auf einem 10km Lauf.

Bezüglich Berge beim Scharmützelsee: welches Ritzel fährst du? Auch da hab ich Erfahrungen, weil ich mindestens einmal den Berg auf der Radstrecke unterschätzt und ihn deshalb mit zu viel Leistung fahren mußte. Seitdem schaue ich vorher ins Profil und entscheide dann, ob ich mit 25 Zähnen oder 28 hinten fahre (vielleicht kann deine Maschine sogar 32 oder 34?)

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uliraffel 17.08.2021 16:51

Zitat:

Zitat von teofilo (Beitrag 1617158)
Kopf hoch:Cheese:
Das war der erste Triathlon, der mir fast keinen Spaß gemacht hat.
(Bornsdorf gestern hat mehr als entschädigt.)
Was passte nicht am Scharmützelsee?
Schwimmen: Die Wellen (dafür kann der Veranstalter nichts;o). Da hattest du Wasserschatten:Lachen2:?
Radstrecke: Den Wunsch nach Schieben kann ich nachvollziehen. Der (für Berliner Verhältnisse) Anstieg gleich am Anfang ist schon "speziell". Aber auch die letzten 3 km Rüttelstrecke. Das Schlimmste war jedoch die ewigelange Schiebestrecke. (Jemand meinte, die Hamburger sei noch länger).
Laufstrecke: Ist nicht schön, so auf der "Fressmeile"...

BerlinMan machst du die kurze Strecke? Da ist (für Berliner Verhältnisse) wirklich ein Berg.

Ich glaube schon, dass ich am Scharmützelsee Spaß gehabt hätte, wenn es mir besser gegangen wäre. Wenn Du ein Mann ab 45 bist und ungefähr meine Schwimmzeit hast, war es vermutlich sogar Dein Wasserschatten. :Lachen2: Mit der Fressmeile hast Du recht, aber da war ich zu sehr mit mir selbst beschäftigt.

Beim Berlin-Man absolviere ich die Mitteldistanz. Der Anstieg zum Grunewaldturm ist nach meiner Einschätzung länger, aber weniger steil als der erste Anstieg am Scharmützelsee.

Meine Erinnerung an Bornsdorf 2018 ist nicht mehr so frisch, aber es war eine schöne Veranstaltung. Würde mich freuen, wenn Du ein paar aktuelle Eindrücke schilderst.

uliraffel 17.08.2021 17:00

Zitat:

Zitat von Tomsen (Beitrag 1617249)
Vor ein paar Jahren war ich mal beim "Berlin Tri". Die Windschattenfreigabe und das permanente Antreten um die Gruppe zu halten nach den Kurven führten bei mir zum schlimmsten Lauf ever. Marathonfeeling auf einem 10km Lauf.

Bezüglich Berge beim Scharmützelsee: welches Ritzel fährst du? Auch da hab ich Erfahrungen, weil ich mindestens einmal den Berg auf der Radstrecke unterschätzt und ihn deshalb mit zu viel Leistung fahren mußte. Seitdem schaue ich vorher ins Profil und entscheide dann, ob ich mit 25 Zähnen oder 28 hinten fahre (vielleicht kann deine Maschine sogar 32 oder 34?)

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Ich habe mir noch nie Gedanken über die Ritzel gemacht geschweige denn das Knowhow, da was umzubasteln. Habe aber gerade mal gezählt. Der leichteste Gang bei mir sind vorne 34 und hinten 28. Erscheint mir für mich unter normaler körperlicher Verfassung für den Scharmützelsee-Triathlon ok, ohne mich komplett auszuknocken. Wenn ich hinten 32 drauf haben würde, würde ich bestimmt aber damit den Berg rauf fahren.

uliraffel 25.08.2021 14:41

Berlin-Man 22.08.2021

Beim Berlin-Man stand der Saisonhöhepunkt meiner diesjährigen Triathlon-Saison an. Es handelt sich dabei um einen meiner Lieblingswettkämpfe, so dass ich nun schon zum mittlerweile 5. Mal dort zur Mitteldistanz (2,2/90/20) angetreten bin. Der Berlin-Man findet normalerweise im 2-Jahres-Rhythmus in den geraden Jahren statt, musste aber von 2020 auf 2021 verschoben werden. Meine bisherige Bestzeit resultierte aus dem Jahr 2012 mit 6:07:46 und obwohl ich da natürlich noch 9 Jahre jünger war, erschien es mir durchaus realistisch, in die Nähe dieser Zeit zu kommen.

Beim Schwimmen gibt es einen rechteckigen, 2,2 km langen Kurs im Wannsee mit Wasserstart. Trotz nur 19,8 Grad Wassertemperatur war mir ohne Neo von Anfang an nicht zu kalt. Die Anzahl der Startwellen wurde dieses Mal von 3 auf 8 erhöht. Meine Startwelle bestand nur aus der M45 und startete um 8:13 Uhr. Leider war der Start anders als sonst nicht am Ende des Bademeisterstegs des Strandbads Wannsee, sondern viel weiter im Wasser, so dass ich wie einige andere die letzten 3 Minuten vor dem Start damit verbracht haben, rechtzeitig zum Start zu kommen, was mir am Ende nicht ganz gelungen ist. Viel Zeit hat das nicht gekostet, aber mir fehlte der Start im Pulk und die Hoffnung, gleich eine gute Gruppe zu erwischen. Durch aufschließende Schwimmer aus den nachfolgenden Gruppen hatte ich aber immer wieder mal etwas Wasserschatten. Scheinbar war eine Boje irgendwie verschwunden, denn anstatt zwei Bojen an der ersten kurzen Seite des Rechtecks war nur eine zu sehen, um die das Feld einen U-Turn machte. Die Strecke wurde dadurch etwas kürzer und der Sprecher hat später die Streckenlänge nur noch mit 2,1 km angegeben. Beim Blick auf die Uhr des Strandbades konnte ich feststellen, dass ich gleich ein paar Minuten schneller war als bisher beim Berlin-Man. Ein besonderes Highlight nach dem Schwimmen ist es, knapp 100 Stufen im Strandbad Wannsee hochzulaufen, ehe man an der Zeitmessung für die Schwimmzeit und der Wechselzone ankommt. Mit 47:50 war meine Schwimmzeit rund 3 Minuten schneller als meine bisher beste Zeit, wovon ich aber den größten Teil der Verbesserung auf die etwas kürzere Strecke schieben würde.

Die Radstrecke ist eine für Berliner Verhältnisse sehr anspruchsvolle. Es sind 90 km auf einer 4x zu durchfahrenden Runde zu absolvieren, die unter anderem über die Havelchaussee, die Jafféstraße und den Kronprinzessinnenweg geht. Ziemlich am Anfang der Runde gibt es einen rund 1km langen vergleichsweise steilen Anstieg zum Grunewaldturm hoch, der im Volksmund „Willi“ genannt wird. Ich konnte mir gefühlt die Kräfte gut einteilen und bin in allen vier Runden in einem Tempo von rund 15 km/h relativ konstant hochgefahren, ohne in den roten Bereich zu müssen. Neben ein paar weiteren kleineren Anstiegen ist noch ein kurzes Stück Kopfsteinpflaster bergab zu erwähnen, das einen jede Runde einmal ordentlich durchschüttelt. Mein Ziel war ein Schnitt von 28,0 km/h, zumindest aber von 27,5 km/h. Als sich abzeichnete, dass ich schneller war als erwartet, habe ich das lange flache Stück auf dem Kronprinzessinnenweg, auf dem es dieses Mal auch noch leichten Rückenweg gab genutzt, um ein wenig meine Kräfte zu schonen. So war es auch in der 2. Runde, nachdem mich eine Teilnehmerin überholt hatte. Ich hatte danach relativ schnell das Gefühl, dass ich schneller fahren könnte als sie, blieb aber hinter ihr. Der Veranstalter hat auf dem Kronprinzessinnenweg an mehreren Stellen Abstandsmarkierungen aufgemalt, die den Teilnehmern eine Orientierung zur Einhaltung der Windschattenbox geben sollen. Ich merkte an den Markierungen, dass ich noch mindestens 3 Meter weiter weg bin als der zulässige Abstand. Ein paar Minuten später waren erneut Markierungen auf dem Boden. Dieses Mal erkannte ich, dass ich nun etwa einen Meter zu dicht dran war und hörte auf zu treten, um den Abstand wieder größer werden zu lassen. Gleichzeitig ertönte ein Pfiff aus einer Trillerpfeife und meine Startnummer wurde angesagt. Mir war nicht klar, ob das eine Verwarnung oder gleich eine Zeitstrafe darstellte, beschloss aber, die Fahrerin vor mir erst mal komplett ziehen zu lassen. Nach 3 Runden hatte ich einen Schnitt von 28,6 km/h auf dem Tacho. Das Wetter war mit rund 20 Grad und Trockenheit und nicht allzu viel Wind ideal für eine Mitteldistanz. Der Wetterbericht hatte aber Regen ab etwa 12 Uhr angekündigt und ich war heilfroh, dass es während des Radfahrens trocken blieb. Den Willi steil runter und mit möglichst viel Schwung in die scharfe Rechtskurve aufgrund der sich anschließenden Steigung hätte auf nasser Fahrbahn böse ausgehen können. In der letzten Runde habe ich dann noch mal versucht, Kräfte fürs Laufen zu sparen, war aber Ende doch überrascht, dass die Runde mit rund 47 Minuten doch gleich 2 Minuten langsamer war als die drei Runden davor. Am Ende stand ein Radschnitt auf 28,2 km/h auf dem Tacho und mit 3:21:07 inklusive beider Wechsel war es mit einer knappen Minute Vorsprung auch meine bisher schnellste Radzeit beim Berlin-Man.

Beim Wechsel passierte mir ein kleines Missgeschick. Ich gönnte mir ein frisches Shirt für die Laufdistanz und habe beim Umziehen meine Startnummer in der Wechselzone liegen lassen. Eine knappe Minute ging dafür drauf, zurückzulaufen und mir diese zu holen. Ich überschlug, dass ich mit rund 4 Minuten Vorsprung gegenüber 2012 auf die Laufstrecke ging. Oder eben auch nicht, wenn ich wirklich eine Zeitstrafe kassiert haben sollte und nicht nur eine Verwarnung. Zumindest hatte ich aus der Wettkampfbesprechung im Kopf, dass es keine Penaltybox gibt, sondern Zeitstrafen einfach addiert werden. Es gab also keinen Grund, mich weiter damit zu beschäftigen.

Im Jahr 2012 hatte ich für meine Verhältnisse mit 1:55:00 für die 20 km ein echtes Feuerwerk auf der Laufstrecke gezündet. Mir war klar, dass ein solches Tempo dieses Mal nicht drin war. Es war eine 5-km-Runde im Grunewald 4x zu durchlaufen. Anders als die Radstrecke ist diese aber so gut wie topfeben. Dazu kommt am Anfang der 1. Runde und am Ende der 4. Runde noch ein kleines Verbindungsstück zwischen dem Parkplatz des Strandbad Wannsee mit Wechselzone und Zielbereich und dem Grunewald auf der anderen Seite des Wannseebadwegs. Der Veranstalter hat die Runde gegenüber den Vorjahren etwas gekürzt, weil ein enges Pendelstück, auf dem sich Läufer entgegenkommen als nicht coronakonform eingeschätzt wurde. Die Gesamtlänge der Strecke reduzierte sich somit auf 19 km. Kurz nachdem ich mich auf die Laufstrecke begeben habe, setzte auch der angekündigte Regen ein. Erst nieselte es nur. Es wurde aber von Runde zu Runde stärker und in meiner 4. Runde war es ein heftiger Regenguss. Negative Auswirkungen auf die Laufzeit sehe ich nicht, so dass ich was gute Zeiten angeht trotzdem noch von idealem Triathlonwetter sprechen würde. Es war aber schon sehr unangenehm, hat aber vielleicht davon abgelenkt, wie k.o. ich am Ende einer Mitteldistanz zwangsläufig schon bin. Nach einer Runde konnte ich überschlagen, dass ich auf Kurs bin, die Zeit von 2012 zu unterbieten, auch wenn ich etwas langsamer werden sollte. Ich durfte aber nicht einbrechen. Meine Runden wurden auch kontinuierlich etwas langsamer von 27:15 für die erste Runde bis 29:17 für die vierte Runde. Ich bin mit meiner Krafteinteilung aber vollkommen zufrieden. Ab km 10 bin ich an den Verpflegungsständen gegangen, aber ansonsten ohne Gehpause durchgekommen. Nach meiner Berechnung hätte ich mir aber auch keine Gehpause mehr leisten können. Ich bin dann mit 1:57:57 für die abschließenden 19 km ins Ziel gekommen. Statt einer Medaille bekommt man als erstes im Ziel eine frische Einwegmaske überreicht. Wir leben in verrückten Zeiten.

Meine Gesamtzeit war rund eine Minute schneller als 2012. Der Blick in die Ergebnisliste war aber ernüchternd. Da bin ich mit 6:11:54 geführt, wobei 5 Minuten Zeitstrafe mit eingerechnet waren. Ärgerlich finde ich, dass die Abstandsmarkierungen, die den Athleten eigentlich helfen sollen, vom Kampfrichter gegen die Athleten verwendet werden, denn mit bloßem Auge wäre das kaum erkennbar gewesen, dass ich zu dicht dran war. Aber solche Entscheidungen gehören zum Sport, ebenso wie das anschließende Lamentieren darüber, wie insbesondere auch aus den Interviews nach Fußballspielen bekannt. Wäre Otto Rehhagel mein Trainer, hätte er mich vermutlich als den fairsten Triathleten seit dem 2. Weltkrieg bezeichnet. Aufgrund der kürzeren Strecken beim schwimmen und laufen hätte ich mich aber ohnehin schwer getan damit, dass ich mich gegenüber 2012 wirklich verbessert habe. Die Zeitstrafe rückt damit die Zeiten in gewisser Weise wieder ins richtige Verhältnis. Es bleibt das Gefühl, dass ich in allen drei Disziplinen eine richtig gute Leistung gebracht habe und sehr dicht dran bin an meinem 9 Jahre jüngeren Ich.

uliraffel 03.09.2021 16:33

Kallinchen-Triathlon 29.08.2021

Eine Woche nach der Mitteldistanz beim Berlin-Man stand für mich mit der olympischen Distanz beim Kallinchen-Triathlon mein persönlicher Abschluss der Triathlon-Saison auf dem Programm. Ich hätte mich normalerweise nicht für einen Wettkampf eine Woche nach dem Höhepunkt angemeldet, aber da ich den Startplatz noch aus dem letzten Jahr auf dieses Jahr übertragen hatte, bin ich auch an den Start gegangen. Meine bis dahin beste olympische Distanz ohne Windschattenfreigabe stammte vom Kallinchen-Triathlon 2012 mit einer 2:58:16. Anders als bei manchen anderen Triathlons sind die Zeiten insofern vergleichbar, da sich die Strecke in den letzten 9 Jahren nicht verändert hat. Ohne die Vorbelastung der Mitteldistanz hätte ich mir durchaus zugetraut, diese Marke anzugreifen, aber so erschien es mir nicht realistisch.

Der Kallinchen-Triathlon zählt zu meinen Lieblings-Triathlons. Es war nun schon mein 5. Start. Die Situation mit der Anfahrt ist in Kallinchen aber leider unschön. Man muss vor 8 Uhr auf dem Parkplatz sein, da die Zufahrtstraße die spätere Radstrecke ist und dann gesperrt wird. Der Start für die olympische Distanz der Männer ist aber erst 10:30. Ich bin um 7:50 eingetroffen und hatte somit 2:40 Stunden totzuschlagen, also fast so lange wie der Wettkampf später dauern sollte. Dazu kam, dass es mit rund 15 Grad relativ kühl war von morgens an ununterbrochen geregnet hat, was für die Laune im Vorfeld des Wettkampfs alles andere als förderlich war. Soweit ich mitbekommen habe, gab es auf den kürzeren Distanzen auch Stürze auf dem nassen rutschigen Kopfsteinpflaster. Kurz vor dem Schwimmstart hörte der Regen dann aber auf und die Radstrecke konnte abtrocknen. So spielte der Regen abgesehen von der schlechten Laune im Vorfeld letztendlich für mich keine Rolle.

Beim Schwimmen gab es je eine Startwelle für Frauen und für Männer. Während sich lediglich 16 Frauen ins mit 19 Grad kühle Nass stürzten, waren es immerhin 140 Männer. Gestartet wurde im Landstart an der Wasserkante. So weit ich mich erinnern kann, war es das erste Mal, dass ich auf Warmschwimmen verzichtete, weil ich nicht in den Minuten vor dem Start frieren wollte, nachdem ich wieder raus aus dem Wasser musste. Ich hatte die Schwimmfelder in Kallinchen immer als mit viel Hauen und Stechen in Erinnerung. Obwohl das Feld sehr dicht war, lief dieses Mal aber aus meiner subjektiven Sicht alles sehr fair ab. Die klare Sicht ermöglichte dazu sehr gut das Schwimmen im Wasserschatten in Gruppen, ohne dabei dem Vordermann ständig auf die Füße zu hauen. Es wurden zwei 750 Meter lange Dreiecke im Motzener See geschwommen. Dabei gab es einen unechten Landgang, da man nach einer Runde zwar im Wasser bleibt, aber man in den flachen Bereich kommt, in dem man gehen kann. Das Schwimmen lief für mich sehr gut. Mit 33:13 habe ich sogar meine beste Schwimmzeit in Kallinchen bisher erzielt.

Beim Radfahren gilt es eine rund 13 km lange Runde um den Motzener See 3x zu umrunden. Dabei kommt man gleich nach der Ausfahrt aus dem Strandbad Kallinchen in der Mitte eines rund 500 bis 1000 Meter langes Kopfsteinpflasterstücks auf die Strecke. Ansonsten ist die Strecke sehr schnell, da sie wenig Kurven hat und keine all zu steilen Steigungen. Da der Motzener See nicht all zu weit von meinem Zuhause entfernt ist, kenne ich die Runde gut aus dem Training, dort allerdings als 65-km-Runde mit 26 km hin, 1x 13 km um den See rum und dann wieder 26 km zurück. Da die Strecke wieder abgetrocknet war, schraubte ich mein Ziel fürs Radfahren wieder von 28 km/h auf die ursprünglichen 29 km/h hoch. Ein bisschen kurios wurde es, als ich von einem Anwohner angefeuert wurde, dass ich mir den Fahrer vor mir schnappen soll. Da es sich dabei aber scheinbar um einen langsameren Schwimmer und schnelleren Radfahrer im Vergleich zu mir handelte, der gerade an mir vorbeigedüst war, hielt ich das nicht für realistisch. Eine Minute später stand er dann aber mit einer Panne am Straßenrand und ich bin somit doch wieder vorbei an ihm. Ich hatte mir die Kräfte so eingeteilt, dass die 3. Radrunde meine schnellste war und ich mir noch zwei Fahrer auf sportlichem Wege schnappen konnte, die mich in der 2. Runde überholt hatten. Mit meinem Schnitt von 29,3 km/h war ich letztendlich sehr zufrieden.

Das Laufen findet in den Nebenstraßen von Kallinchen statt. Es sind 3 Runden à 3,3 km zu laufen, die einen jedes Mal wieder an der Wechselzone vorbei ins Strandbad Kallinchen führen, wo dann auch das Ziel ist. In der Mitte der Runde gibt es einen vergleichsweise heftigen Anstieg, an dem ich in der Vergangenheit auch schon mal gehen musste, den ich dieses Mal aber im Laufschritt bewältigen konnte. Aus der Ergebnisliste konnte ich später entnehmen, dass ich mit 13 Sekunden Rückstand gegenüber 2012 auf die Laufstrecke bin. So genau konnte ich das im Wettkampf nicht erfassen, wusste aber, dass ich ungefähr gleichauf liege. Vor neun Jahren war ich in einer besseren Laufform und der Kallinchen-Triathlon war 3 Wochen vor dem Berlin-Man und nicht eine Woche danach. Allerdings waren es damals über 30 Grad, so dass meine damaligen 56:04 sehr stark waren. Ich bin die erste Runde gefühlt sehr offensiv angegangen, merkte aber schon, dass mir der bisherige Wettkampf und wahrscheinlich auch die gesamte Saison in den Knochen liegt. Als ich die Rundenzeit meiner ersten Runde stoppte, war die Bestzeit aus 2012 nicht mehr realistisch, da ich dazu das Tempo deutlich hätte steigern müssen und zu diesem Zeitpunkt nicht mal damit gerechnet habe, es über die beiden weiteren Runden halten zu können. Mit dem Gedanken daran, dass es die letzten 30 Minuten meiner Triathlon-Saison sind, gelang es mir aber dann trotzdem doch noch, die letzten Körner Energie aus mir raus zu quetschen. Ich konnte in der 2. Runde das Tempo halten und in der 3. Runde noch mehrere Läufer überholen, unter anderem einer, der an der Steigung gehen musste. Mit Endspurt war die 3. Runde dann sogar über 30 Sekunden schneller als die beiden davor und mit meiner Laufzeit von 56:59 war ich sehr zufrieden.

Insgesamt hatte ich eine 2:59:24 zu stehen. Es fehlen somit nur 68 Sekunden zur Bestzeit, womit sich der Triathlon in die Reihe der knapp verpassten Bestzeiten der Saison einreiht. Eine Woche nach der Mitteldistanz hätte ich so ein Ergebnis nicht für möglich gehalten. Für eine gute Renneinteilung spricht auch, dass sowohl beim Radfahren als auch beim Laufen jeweils die dritte der drei Runden meine schnellste war. Man kann das natürlich auch so interpretieren, dass ich mich am Anfang des Radfahrens erst vom schwimmen und am Anfang des Laufens erst vom Radfahren erholen musste. Erholung ist aber ein gutes Stichwort, denn das steht jetzt für mich erst mal im Vordergrund.

teofilo 03.09.2021 19:49

Zitat:

Zitat von uliraffel (Beitrag 1617609)
... Wenn Du ein Mann ab 45 bist und ungefähr meine Schwimmzeit hast, war es vermutlich sogar Dein Wasserschatten.... Würde mich freuen, wenn Du ein paar aktuelle Eindrücke schilderst.

;) Schwimmen war bei mir nicht so gut (Wellen) - 27:30

Bornsdorf ist einer der Schönsten. Hat immer noch was vom "Bezirk Cottbus", jedoch im positiven Sinn. Wetter war bisher immer "30°" Ein See wie ein überdimensionertes Schwimmbecken mit "griffigem" Wasser, Radstrecke Natur pur und keine Autos trotz Sonnabend, mit zwei "Bergen" x zwei Runden (44 km), Laufstrecke (11 km) top mit Teil Wüste (Feld bei "30°").
Tolle Leute (auch Softride:cool: , auch Gesamtwettkampf in Badehose:Cheese: )

teofilo 03.09.2021 20:01

Zitat:

Zitat von uliraffel (Beitrag 1621482)
Kallinchen-Triathlon 29.08.2021

Kalt oder falsch angezogen;) Für die Olympischen unglaublich, der ganze Tag hart verregnet, aber das 3 Stunden Zeitfenster trocken bis sogar Sonnenschein.
Schwimmen beim Kallinchen ist gefühlt immer "Prügeln" aber auch ich (29:30) hatte keinen einzigen Kontakt. Radfahren war geil, kein Wind, super schnell.
Selten so tolles Feeling (Wiedersehen) vorher und hinterher erlebt.
(:Huhu: der "Sonnenprophezeier")

Dank an Veranstalter ud Helfende :thumb up:

Greyhound 03.09.2021 21:00

Ich war auf der Sprintdistanz unterwegs und es war kalt und nass. Schwimmen und Rad eher unterdurchschnittlich. Laufen war ok. Am Ende hat es in einem schwach besetzten Feld fast für das Podium in meiner AK gereicht.
Komisch fand ich es, dass man im Ziel noch 20min warten musste, bis man in die Wechselzone und den wärmenden Klamotten konnte. Nach 10min hätte ich mich über einen wärmenden Tee oder eine Decke gefreut, stattdessen gab es kalte Cola und warme Gedanken.

Sehr schöner Wettkampf den ich nächsten Jahr vermutlich wieder machen werde.


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