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Hafu 26.11.2021 08:22

Zitat:

Zitat von repoman (Beitrag 1635568)
Ich gehe davon aus, das hat etwas mit „Quote“ zu tun.:Gruebeln:

Das vermute ich auch stark. Der eine kommt aus BW, der andere aus Bayern, der eine zählt eher zum Realo-Flügel, der andere eher zu den Fundis usw.

Toni Hofreiter wäre mutmaßlich der naheliegendere Kandidat gewesen, wenn man bisherigen Themenschwerpunkt als Maßstab betrachtet, aber ich glaube nicht, dass sich die Groß-Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie wie Nestle oder Tönnies mehr über Hofreiter gefreut und ihn mit offeneren Armen empfangen hätten als sie es jetzt bei Özdemir tun werden.

Vorgängerin Julia Klöckner brachte ja langjährige Expertisin als Weinkönigin in das Amt mit, was ein Indiz ist, dass die Nähe zur Landwirtschaft, vermittelt über das Elternhaus, nicht zwingend in berufliche Kompetenz als Minister zu transformieren ist.;)

qbz 26.11.2021 08:42

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1635581)
Das vermute ich auch stark. Der eine kommt aus BW, der andere aus Bayern, der eine zählt eher zum Realo-Flügel, der andere eher zu den Fundis usw.

Toni Hofreiter wäre mutmaßlich der naheliegendere Kandidat gewesen, wenn man bisherigen Themenschwerpunkt als Maßstab betrachtet, aber ich glaube nicht, dass sich die Groß-Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie wie Nestle oder Tönnies mehr über Hofreiter gefreut und ihn mit offeneren Armen empfangen hätten als sie es jetzt bei Özdemir tun werden.
....

Sicher bevorzugt die Agrarindustrie eher ein fachlich unbeschriebenes Blatt und einen Konfliktvermeider wie Özdemir (Sozialpädagoge) als einen Hofreiter (Biologe), der ein kritisches Buch über die Massentierhaltung publiziert hat und sich in der Hinsicht immer deutlich äusserte. Genau deswegen hat IMHO der Vorstand Özdemir ausgewählt und sogar den Proporzgedanken (Realos / Fundis), folgt man den Presseberichten, auf der Seite gelassen. Wir werden sehen, wie weit die grüne Führung mit dieser Art Kooperation bei der Agrarindustrie kommen wird und ob spätere Jobs bei entsprechenden Verbänden das Handeln bestimmen oder nicht.

Die bisherige Messlatte zu übertreffen, (Klöckner), dürfte in der Tat keine besondere Anstrengung benötigen.

Hafu 26.11.2021 08:55

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1635582)
... Wir werden sehen, wie weit die grüne Führung mit dieser Art Kooperation bei der Agrarindustrie kommen wird und ob spätere Jobs bei entsprechenden Verbänden das Handeln bestimmen oder nicht.

Das ist aber schon reichlich Interpretation.
Meinst du ernsthaft, dass Özdemir (immerhin schon 56 Jahre alt) noch auf einen späteren Job "bei entsprechenden Verbänden" scharf ist und dass dies sein zukünftiges und bisheriges Handeln bestimmt hat?

(Die Bonusmeilengeschichte von vor 20 Jahren ist mir bekannt)

Oder unterstellst du der grünen Parteispitze "Kooperation mit der Agrarindustrie" und Hoffnung auf "spätere Jobs bei entsprechenden Verbänden"?

Ich finde man kann die Ampel jetzt demnächst auch erstmal eine Zeit lang regieren lassen, bevor man anfängt zu urteilen.

qbz 26.11.2021 09:32

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1635586)
Das ist aber schon reichlich Interpretation.
Meinst du ernsthaft, dass Özdemir (immerhin schon 56 Jahre alt) noch auf einen späteren Job "bei entsprechenden Verbänden" scharf ist und dass dies sein zukünftiges und bisheriges Handeln bestimmt hat?

(Die Bonusmeilengeschichte von vor 20 Jahren ist mir bekannt)

Oder unterstellst du der grünen Parteispitze "Kooperation mit der Agrarindustrie" und Hoffnung auf "spätere Jobs bei entsprechenden Verbänden"?

Ich finde man kann die Ampel jetzt demnächst auch erstmal eine Zeit lang regieren lassen, bevor man anfängt zu urteilen.

Das Alter ist kein Argument. Schröder war 61 am Ende seiner Amtszeit und seine nachfolgenden einträglichen "Jobs" sind bekannt. Oder die Jobs von Joschka Fischer.
Keine Ahnung, welchen Weg Özdemir einschlagen wird, nur im Vergleich mit Anton Hofreiter sehe ich ihn eher bei einer Lebensplanung wie Joschka Fischer.

Natürlich will die grüne Parteispitze mit der Agrarindustrie kooperieren und hofft, auf diesem Weg gemeinsam mit der Agrarindustrie etwas zu verändern. Ob das gelingt, werden wir sehen.

noam 26.11.2021 09:45

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1635598)
Natürlich will die grüne Parteispitze mit der Agrarindustrie kooperieren und hofft, auf diesem Weg gemeinsam mit der Agrarindustrie etwas zu verändern. Ob das gelingt, werden wir sehen.

Zum Landwirtschaftsministerium gehört ja nun auch ein wenig mehr als nur der "Umgang" mit der Agrarindustrie bzw den Bauern.


Ob der Biologe Hofreiter mit seiner doch eher unkonventionellen Art und klarer Einstellung (persönlich teile ich das meiste seiner Einstellung) ein guter Vermittler wäre, um die deutsche Landwirtschaftsindustrie zu mehr Nachhaltigkeit zu moderieren, ohne dabei soviel Porzellan zu zerschlagen, dass sämtliche Verbände Sturm laufen, kann denke ich bezweifelt werden.

Neben Klima sehe ich hier ein sehr wichtiges zukunftsweisendes Resort, das unglaublich viel Einfluss auf unsere zukünftige Lebensqualität hat.

MatthiasR 26.11.2021 10:21

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1635598)
Das Alter ist kein Argument. Schröder war 61 am Ende seiner Amtszeit und seine nachfolgenden einträglichen "Jobs" sind bekannt. Oder die Jobs von Joschka Fischer.
Keine Ahnung, welchen Weg Özdemir einschlagen wird,

Naja, ein naheliegender "Anschlussjob" wäre MP von BaWü, vielleicht soll er dafür auch durch den Ministerjob schon etwas "promotet" werden.

Gruß Matthias

qbz 26.11.2021 11:46

Zitat:

Zitat von noam (Beitrag 1635601)
....
Neben Klima sehe ich hier ein sehr wichtiges zukunftsweisendes Resort, das unglaublich viel Einfluss auf unsere zukünftige Lebensqualität hat.

Geht mir auch so. Ähnlich wie beim Klima mit der FFF-Bewegung müssen sich natürlich eben auch im Agrarbereich die Initiativen gegen die industrielle Massentierhaltung, den Export von Fleisch und für ökologische und umweltverträgliche (artenerhaltende) Nutzung der Agrarflächen weiter engagieren und man darf sich nicht darauf verlassen oder ausruhen, dass es ein Minister von den Grünen schon richten wird. Mir persönlich ist das Thema auch recht wichtig.

noam 26.11.2021 12:25

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1635625)
Geht mir auch so. Ähnlich wie beim Klima mit der FFF-Bewegung müssen sich natürlich eben auch im Agrarbereich die Initiativen gegen die industrielle Massentierhaltung, den Export von Fleisch und für ökologische und umweltverträgliche (artenerhaltende) Nutzung der Agrarflächen weiter engagieren und man darf sich nicht darauf verlassen oder ausruhen, dass es ein Minister von den Grünen schon richten wird. Mir persönlich ist das Thema auch recht wichtig.

Aber dazu reicht es eben nicht ideologisch mit dem großen Hammer draufzukloppen, da hier ein gesamtes System bzw. eine gesamte Wertschöpfungskette umgekrempelt werden muss.

Hier halte ich einen Diplomaten wie Özdemir geeigneter als einen Ideologen wie Hofreiter um die Interessen aufeinanderzuzuführen.

Zumal ich hier auch wieder glaube, dass die Außendarstellung eines Hofreiters besser sein könnte, damit er / seine Ideen deutlich mehr Akzeptanz in der Öffentlichkeit erhalten. Er wird doch ähnlich wie ein Lauterbach in weiten teilen der Bevölkerung als "Spinner" wahrgenommen und damit bekommen viele seiner durchaus sinnvollen Ideen direkt den Stempel "doof"


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