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-   -   Artikel: Wie viel Doping verträgt der Triathlon? (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=5253)

backy 08.09.2008 18:09

Zitat:

Zitat von keko (Beitrag 129055)
Aber Peter kann sehr wohl sportliches Vorbild sein und Kinder zum Mitmachen animieren.

was wohl der nachhaltigere und sinnvollere Ansatz wäre..
es sei denn pappi wird irgendwann auch mal auf EPO etc positiv getestet...

keko 08.09.2008 18:22

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 129064)
Funktioniert das bei Kindern genausogut, wenn es nicht der Papi oder wenigstens der Onkel ist, der dann mit den Kindern Sport macht?

Vielleicht hat Peter irgendwas mitreißendes, kommt "cool" daher, kann verbal motivieren, toll erzählen, hat ein geiles Rad und eine tolle Sonnenbrille. Vielleicht ist Peter der Nachbar, der mit tollen Oberarmen und Oberschenkeln. Ich denke, es gibt genug Aufhänger :Cheese:

dude 08.09.2008 18:24

stimmt! so erreicht man wenigstens nachbarkinder. das potential der sieger ist aber groesser.

Anja 08.09.2008 22:24

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 129077)
stimmt! so erreicht man wenigstens nachbarkinder. das potential der sieger ist aber groesser.

Wobei mich das Gefühl nicht los läßt, daß der Sieger einen Triathlon oder Marathon weniger Kinder zum Sport animiert als der coole Nachbar oder die Sporthelden, die das Fernsehen zeigt.

Anja

Hugo 10.09.2008 15:07

also....zum einen find ich den artikel nicht gut zum andern frag ich mich ob klugschnacker und evtl. der ein oder andere noch ein gesundes verhältnis zum sport/triathlon haben, oder ob sie die sache nicht ein wenig zu ernst nehmen.
einige hier haben doch das buch "mentales training für triathleten" (oder so ähnl) gelesen....wurde ja hier vorgestellt.
das letzte kapitel befasst sich gerade mit der fragestellung(verhältnis zum sport)...vielleicht sollte da der ein oder andere mal reinschauen.

anerkennung von seinen mitmenschen zu erwarten weil man triathlon macht oder sonstirgendwas sportliches scheint mir persöhnl. zumindest kritisch. Aber aus diesem, in meinen augen falschem verständnis resultieren ganz klar die andern probleme.

zunächst...doping allgemein, dazu steht eigentlich alles in meiner signatur, doping speziell im triathlon...is genauso vorhanden wie überall sonst auch. Sei es im sport oder im alltag, auf der arbeit oder auf partys...wo man hinguggt dröhnen sich die leute voll....nicht alle, nicht immer, aber viele immer öfter. Der unterschied...alkohol, selbt in rauhen mengen wird toleriert, hustensaft respektiert und koks steht irgendwo zwischen bewunderung und verurteilung...verboten ja, aber die jungs dies sich leisten können sind ganz tolle hechte.

Hat schon fast was von auto fahrn dieser tage...n porsche fahrer is ne umweltsau...aber ne umweltsau mit der schärfsten schnitte aufm beifahrersitz.

die doppelmoral unsrer gesellschaft ist an dieser stelle doch schon erschreckend. Da werden leute dafür bezahlt schnell zu schwimmen, radzufahrn und zu laufen....wenn die dann aber was nehmen um noch schneller zu werden, dann sind sie solange helden solange sie nicht erwischt werden...werden sie dann erwischt sinds schwerverbrecher....in gewisser weise haben sies da aber noch deutlich besser als manager dieser tage...die sind von vorn herein schwerverbrecher sobald sie mehr als das doppelte eines fließbandarbeiters verdienen, nur dass man keine rechtlichen mittel gegen sie hat.

moralapostel die mit ukrainischen zwangsprostituierten am spiegel gerochen haben fragen "musiker" die mit liedern wie dem "arschficksong" berühmt wurden, ob sie denn überhaupt ne "message" für die jugend haben, oder ob sie glauben gute vorbilder zu sein.

Einer der Gründe weshalb ich soviel von Frank Vytrisal halte ist die tatsache dass er sich nicht wie viele andere die das talent haben/hatten, darauf verlässt mit dem sport den großen raibach zu machen, sondern dass er mit hirn an die sache rangegangen ist. Er hat immer das gemacht was ihm spaß gemacht hat, ohne dabei das leben aus den augen zu verlieren.
Wenn ich dann sehe dass hier einige, nicht nur hier im thread sondern ganz allgemein, sich offenbar komplett abhängig machen von ihrem sport und ihren sportlichen erfolgen und scheinbar ihre gesamte existenz dem sport unterordnen dann kann ich nur mit dem kopf schütteln.

wer dann irgendwann mal kapiert hat, dass sport zum spaß haben da ist, sowohl aktiv, als auch passiv, am fernseher oder im stadion, der erkennt dass die profis nur bezahlt werden um uns zu unterhalten, dem is dann auch relativ schnell die ganze doping-thematik ziemlich egal.

was gedopte agegrouper angeht...die haben ganz andere probleme als die evtl. gesundheitlichen risiken weswegen doping ja offiziell verboten ist. Denen empfehle ich auch oben genanntes buch


achso...es wurde die frage in den raum gestellt wie viele dopingfälle der triathlon verträgt....is das nich scheiss egal? in den medien is triathlon ohnehin nicht präsent, und wie der ein oder andere schon anmerkte sorgt doping nicht zwinged dafür dass das medieninteresse noch geringer wird, und wenn man sich mal ansieht wie schnell die ganzen IMs dieser lande ausgebucht sind kann ich jetzt nich erkennen dass die dopingfälle der letzten jahre irgendwas am boom verändert haben. Von daher stellt sich die frage doch gar nicht

Danksta 10.09.2008 15:39

Ok, jedem seine Meinung. Ich teile einiges von dem was Du solide aufgeschrieben hast, wenngleich nicht alles.

Für mich ist Doping zweierlei.
1. Sportlicher Betrug. Da nehm ich halt die wahr, die mich sportlich "betreffen". Da geht's mir auf den Sack, wenngleich ich da fast schon wieder Mitleid habe - siehe auch die von Dir angesprochene Abhängigkeit vom Sport.
Wobei ich da immer vorsichtig bin, vor allem im Forum. Woher weiß ich denn, wem der Sport wie wichtig ist?

2. Die Krake Generalverdacht.
Du schreibst ja in aggressivem Ton (sorry, aber "dummes gesülze", fällt Dir keine bessere Redewendung ein?), wir hätten die Misere zu verantworten.
Einerseits geb ich Dir Recht. Wenn nicht die kritische deutsche Öffentlichkeit immer wieder und wieder nachfragen würde "geht das denn sauber?", hätte ich mehr Spaß daran, Profisport zu gucken.
Aber andererseits was wäre denn Doping ohne das Gesülze? T-Mobile würde fröhlich vor sich hin fahren, die Uni Freiburg würde fleißig für Nachschub sorgen und Ulle hätte die Tour 2006 gewonnen.
Nur zu welchem Preis? Ich lass mich nicht freiwillig betrügen. Es gibt sportliche Augenblicke, über die ich mich ehrlich freue, es gibt welche, da hab ich nen fiesen Beigeschmack und es gibt welche, wo ich mich maßlos ärgere (Rasmussen, Contador)
Dieser Beigeschmack, dieses Anzweifeln ist mir zehnmal lieber, als das bewusste Verdrängen, Leugnen, Totschweigen des Problems.
Spaß heißt für mich nun mal nicht "nur das positive sehen". Es gibt genügend Dinge, die im Sport einfach nur geil sind. Da muss ich nicht heile Welt spielen und sagen, dass es halt normal ist, dass gedopt wird.

Denn das eigentliche Problem, dass auf breiter Front "Mittelchen" eingeworfen werden, würde auch ohne das "Gesülze" bestehen.

Und meiner Ansicht nach ist es gut, dass es in Deutschland eben Null-Toleranz gegenüber die politisch korrekte Vorgehensweise ist. Wenn sich so ne Fritte was in die Adern pumpt und er auffliegt, bezahlt er in D härter als nur mit 2 Jahren Sperre. Das ist Abschreckung, die der Sportverband nicht schaffen kann.

Hugo 10.09.2008 15:56

ja prinzipiell wäre es schön zu sehen dass alle betrüger auffliegen aber:

1: das system funktioniert leider nicht so, überall wird geklagt dass die fahnder den sündern mindestens drei schritter hinterhereiern2

2: Das problem is viel weitgreifender als dass es nur im sport vorhanden wäre. Im sport heissts doping, im alltag dann eben alkohol und in der grundschule ritalin.

die profisportler sind mir persöhnlich wirklich schnuppe, die freiburger ärzte gehn mir auch wo vorbei...was mich viel mehr stört ist die tatsache dass es "normal" ist, abends vor der glotze nochmal 2-3 bier zu kippen, und dass immer weniger ärzte und vor allem eltern n problem damit haben ihren sprösslingen die chemiekeule zu verabreichen weil die kleinen lieber toben wollen anstatt auf ihren vier buchstaben zu sitzen und vokabeln zu büffeln.

und was das gesülze angeht...was anderes isses doch nicht. Man muss sich nur ma die tri-szene homepage heute ansehn....drei der letzten drei artikel drehn sich um welches thema? na rate mal!

is ja nich so dass es in den letzten tagen keine positiven dinge aus der welt des triathlons zu berichten gegeben hätte...fachbach hat die quali, die HTL und bestimmt einige andere landesligen auch sind fertig, die eurobike war grad mit massig spielzeug für den triathleten mit dem passenden geldbeutel....ne, es muss darüber berichtet werden was baumann mal genommen hat oder in seiner zahnpasta hatte....es wird gefragt wie viel doping der sport verträgt und berichtet dass irgend ne nase von der ich noch nie gehört hab, an nem ort den ich nich kenne positiv getestet wurde

auf tri-szene.de is das maß schon lange voll.

ganz ehrlich...wer interessiert sich für den fall baumann?!

noch besser fand ich aber den satz: "Vierzehn Fälle, die einem zum Thema "Doping im Triathlon" sofort einfallen. " im hier diskutierten artikel

ganz ehrlich...von den vierzehn fällen warn mir 2,5 bekannt...LL zähl ich nicht dazu weil er weder verurteil noch gesperrt wurde.

lieber arne....wenn dir bei dem thema "doping im triathlon" sofort 14 fälle einfallen, dann hoffe ich für dich dass dir auf die frage der hawaii-sieger der letzten 20 jahre auch mindestens 14 fälle einfallen....wenn nicht scheint in deiner welt das thema doping eindeutig zu dominant zu sein

tri_stefan 10.09.2008 16:00

Zitat:

Zitat von Hugo (Beitrag 129845)
ganz ehrlich...wer interessiert sich für den fall baumann?!

Ich:Huhu:

Wenn dir das "Gesülze" so auf den Zeiger geht, warum liest du es dann?

Hugo 10.09.2008 16:04

Zitat:

Zitat von tri_stefan (Beitrag 129847)
Ich:Huhu:

Wenn dir das "Gesülze" so auf den Zeiger geht, warum liest du es dann?

in der hoffnung vielleicht ma was neues zu lesen

Danksta 10.09.2008 16:09

Wenn Dir nur 2,5 Fälle bekannt sind, versteh ich nicht ganz, wie Du das Thema genau beurteilen kannst. Diese Fälle zeigen ganz unterschiedliche Aspekte des Problems: Vom Profisportler zum Studenten (Sport auf Lehramt), der ne sub9 packen will.

Ich versteh beim besten Willen nicht, wie Du Doping mit legalem Drogenmissbrauch gleichsetzt. Das ist die exakt gleiche Argumentationskette, die unsere Bodybuilderfreunde benutzen, um zu rechtfertigen, warum sie Steroide spritzen.

Hugo 10.09.2008 16:25

legaler drogenmissbrauch....widerspruch in sich, findest du nicht?!

isses juristisch wirklich unproblematisch wenn ein arzt leichtfertig mediakemente verschreibt?

ich will ja gar nicht dass es legalisiert wird sich den ganzen krahm in die adern zu pumpen, nur gemessen an den echten problemen die wir auf dieser welt haben, und insbesondere unsere gesellschaft, find ichs scheinheilig wie wir um das goldene kalb des dopings tanzen.

auch scheinen mir die beweggründe gegen doping oftmals zweifelhaft zu sein....doping is in erster linie verboten weil es gesundheitliche risiken birgt...man könnte also sagen, zum wohle der sportlers...als schutz vor sich selbst und übertriebenen ehrgeizes...das war zumindest mal so. Heute gehts den einen um wirtschaftliche interessen, wieder anderen darum sich am leid der sportler zu ergötzen und den letzten gehts einfach nur darum den eigenen helden nach vorne zu bringen

klar die jamaikaner sind alle randvoll...unsre deutschen leichtathleten, die sind sauber...weil wir haben die nada...dass wir auf 100 ne sekunde langsamer sind zeigt nich unbedingt dass wir weniger nehmen....eher dass wir weniger talent haben

btw.
was gibts da zu beurteilen?! das thema doping wird in den deutschen medien sowas von gehypet, dagegen war die hysterie nach dianas tod ein witz

Danksta 10.09.2008 16:39

Zitat:

Zitat von Hugo (Beitrag 129869)
legaler drogenmissbrauch....widerspruch in sich, findest du nicht?!

Was ist zulaufen lassen denn sonst? Es gibt legale Drogen. Die kann man insofern missbrauchen, als dass man sich selber schädigt. Ist kein Widerspruch.


Zitat:

Zitat von Hugo (Beitrag 129869)
isses juristisch wirklich unproblematisch wenn ein arzt leichtfertig mediakemente verschreibt?

Muss das Gericht entscheiden. Ist schon krass, was an Psychopharmaka in den Markt gepumpt wird. Wenn es klare Richtlinien gibt, müssen die umgesetzt werden.
Oder worauf willst Du hinaus?



Zitat:

Zitat von Hugo (Beitrag 129869)
auch scheinen mir die beweggründe gegen doping oftmals zweifelhaft zu sein....doping is in erster linie verboten weil es gesundheitliche risiken birgt...man könnte also sagen, zum wohle der sportlers...als schutz vor sich selbst und übertriebenen ehrgeizes...das war zumindest mal so. Heute gehts den einen um wirtschaftliche interessen, wieder anderen darum sich am leid der sportler zu ergötzen und den letzten gehts einfach nur darum den eigenen helden nach vorne zu bringen

Sorry, Irrtum. Doping ist, was zwei der drei Kriterien erfüllt:
1. Schädigt die Gesundheit
2. Bringt den Sport in Verruf
3. Steigert die Leistung

Und was den zweiten Teil: "So ist es heute" angeht, finde ich Deine Erklärung höchst speziell. Den meisten dürfte es darum gehen, SPORT zu sehen. (Stichwort: Sportler dopen nicht)

Hugo 10.09.2008 17:01

Zitat:

Zitat von Danksta (Beitrag 129875)
Was ist zulaufen lassen denn sonst? Es gibt legale Drogen. Die kann man insofern missbrauchen, als dass man sich selber schädigt. Ist kein Widerspruch.

Muss das Gericht entscheiden. Ist schon krass, was an Psychopharmaka in den Markt gepumpt wird. Wenn es klare Richtlinien gibt, müssen die umgesetzt werden.
Oder worauf willst Du hinaus?

Sorry, Irrtum. Doping ist, was zwei der drei Kriterien erfüllt:
1. Schädigt die Gesundheit
2. Bringt den Sport in Verruf
3. Steigert die Leistung

Und was den zweiten Teil: "So ist es heute" angeht, finde ich Deine Erklärung höchst speziell. Den meisten dürfte es darum gehen, SPORT zu sehen. (Stichwort: Sportler dopen nicht)

sich volllaufen lassen is eine sache, jeden tag drei bier zu kippen is was ganz anderes...letzteres is n zieml. sicheres indiz für alkoholismus...is ne kranheit wenn ich mich recht entsinne....weiß aber nicht wies in dem fall mit der legalität aussieht....und genau hier hat die gesellschaft n problem. Hier müssen leute vor sich selbst geschützt werden....interessiert aber keinen

worauf ich hinaus will....die kinder leiden in 30 jahrn vielleicht an den spätschäden...wird jemand dafür aufkommen müssen? der arzt? die eltern? die gesellschaft(krankenkassen)? viel größeres problem als die paar turner im fernsehn...aber auch hier...es gibt kein interesse an dem thema.

trianing steigert die leistung und kann gesundheitsschädlich sein...training = doping?!

sport in veruf bringen? da sind wir wieder beim ausgangspunkt....würden die menschen den sport weniger ernst nehmen, könnte doping nicht den sport in veruf bringen...wo wir auch wieder bei meiner signatur wären.

wrestling is auch kein sport...wird trotzdem angeguggt, gladiatorenkämpfe warn auch kein "sport" trotzdem beliebt, und was hannibal Lector im fernsehn macht hat auch nix mit sport zu tun, findet aber seine abnehmer....die leute wollen unterhalten werden, ob das jetzt "sport" is oder ne freakshow ist den meisten total egal. hauptsache es gibt was zu feiern, man kann mit freunden zusammen bei seichter unterhaltung bei der man nich viel nachdenken muss bischen zeit rumbringen.

für den richtigen sport interessiern sich nur die die, meistens den gleichen, sport aktiv betreiben.

du hast dir von der ganzen dopingkacke doch auch schon die lust nehmen lassen...wahrscheinlich ohne es zu merken. du hast mal irgendwo geäußert dass du z.b. nicht mehr in nem rennen gegen LL starten wollen würdest...nun....in wie fern schmälert denn ein start LLs deine persöhnliche sportliche leistung? oder gehts dir ums preisgeld? meine güte, in 5 jahrn verdienst mehr als 90% der tria-"profis"...sch*** drauf

kommt doch weg davon sportlichen erfolg mit (be)achtung gleich zu setzen

Danksta 10.09.2008 17:07

Zitat:

Zitat von Hugo (Beitrag 129887)
kommt doch weg davon sportlichen erfolg mit (be)achtung gleich zu setzen

Wie kommst Du denn jetzt darauf?

Zu LL:
Ich will ihn nicht bei einem Rennen sehen. Ich mag Lothar als Mensch, seh ihn aber einfach nicht als fairen Sportler. Und nur gegen solche will ich antreten.

Und glaub mir: Ich hab jede Menge Spaß an meinem Sport. Gestern war ich geil Radfahren, gleich geht's zum Laufen.
Wo sich der Spaß reduziert hat, ist beim Zuschauen. Definitiv nicht beim Selbermachen.

Hugo 10.09.2008 17:10

Zitat:

Zitat von Danksta (Beitrag 129890)
Wie kommst Du denn jetzt darauf?

Zu LL:
Ich will ihn nicht bei einem Rennen sehen. Ich mag Lothar als Mensch, seh ihn aber einfach nicht als fairen Sportler. Und nur gegen solche will ich antreten.

Und glaub mir: Ich hab jede Menge Spaß an meinem Sport. Gestern war ich geil Radfahren, gleich geht's zum Laufen.
Wo sich der Spaß reduziert hat, ist beim Zuschauen. Definitiv nicht beim Selbermachen.

also wäre es okay wenn LL im selben rennen startet wie du solange du ihn nicht siehst? oder darf er nicht starten wenn du bei nem wettkampf zuguggst? oder was ändert sich in seinem beisein?
und wieso interessiern dich deine gegner wenn der spaß beim selbermachen doch scheinbar nicht im verhältnis zum doping steht? wieso interessiern dich überhaupt die gegner, von privatkonkurenz(freunde, bekannte, ewige rivalen) mal abgesehn

Danksta 10.09.2008 17:15

Dann streiche "sehen" und ersetz es durch ein Verb Deiner Wahl.

Ich möchte halt nicht an der gleichen Startlinie stehen wie einer, der zu 99,9% gedopt hat und der bei einer vernünftigen Verbandsentscheidung nicht da stehen dürfte.
Ich möchte mich mit Sportlern in einem sportlichen Wettstreit messen. Ob die in der Ergebnisliste vor oder hinter mir stehen, ist mir zunächst mal wurst. Aber Sportler im Sinne des fairen Sports sollten sie sein.

outergate 10.09.2008 17:20


lang lebe der chips missbrauch!

drullse 10.09.2008 17:28

Zitat:

Zitat von Danksta (Beitrag 129893)
Ich möchte halt nicht an der gleichen Startlinie stehen wie einer, der zu 99,9% gedopt hat ...

Dann kannst Du mit dem Wettkampfsport aufhören.

Hugo 10.09.2008 17:30

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 129903)
Dann kannst Du mit dem Wettkampfsport aufhören.

wäre die logische konsequenz, jup

is ritalin eigentlich auch auf der wada liste? und wird bei bundesjugendspielen kontrolliert?

Danksta 10.09.2008 17:42

Zitat:

Zitat von drullse (Beitrag 129903)
Dann kannst Du mit dem Wettkampfsport aufhören.

Nein. Es ist ein massiver Unterschied zwischen den Gedanken:
a) Genau der Kerl da bescheißt oder hat es getan.
b) Aller Wahrscheinlichkeit nach sind welche von denen voll, aber ich weiß es nicht. (vor allem nicht "wer")

Mit dem Gedanken an b) geh ich nicht in ein Rennen. Und es ist mir egal, ob das jetzt als inkonsequent ausgelegt wird.

Würde ich davon ausgehen, dass meine direkten Konkurrenten überwiegend voll sind, würde mir das den Spaß versauen. Aber das tu ich nicht - halte ich auch für kein realistisches Szenario.

Meik 10.09.2008 17:51

Zitat:

Zitat von Hugo (Beitrag 129887)
für den richtigen sport interessiern sich nur die die, meistens den gleichen, sport aktiv betreiben.

du hast dir von der ganzen dopingkacke doch auch schon die lust nehmen lassen...

Mal meine Meinung dazu:
1) Hat mich noch nie wirklich interessiert. Mir macht das Training Spaß, auch sich ab und an die Kante bei einem WK geben. Zugucken? Langweilig!

2) Hat mir das die eh schon geringe Lust am Zugucken weiter verdorben. Nicht aber die Lust den Sport selber auszuführen.

Liegt aber vielleicht auch daran dass ich nicht so gute Platzierungen hinbekomme wie Danksta und damit die Frage ob ich 175. oder mit ein paar Dopern 150. wäre für mich unerheblich ist. Bei Leuten die zumindest in ihrer AK vorne mit dabei sind mag das ja anders aussehen.

Trotzdem teil ich die Ansicht "Keine Toleranz gegenüber Betrügern". Allein schon weil ich mich immer öfter selber Kommentaren ausgesetzt sehe wie "das geht doch nur mit Doping", obwohl meine Leistungen noch weit von der Spitze weg sind.

Gruß Meik

drullse 10.09.2008 17:54

Zitat:

Zitat von Meik (Beitrag 129922)
Mal meine Meinung dazu:
1) Hat mich noch nie wirklich interessiert. Mir macht das Training Spaß, auch sich ab und an die Kante bei einem WK geben. Zugucken? Langweilig!

Jau!

Zitat:

2) Hat mir das die eh schon geringe Lust am Zugucken weiter verdorben. Nicht aber die Lust den Sport selber auszuführen.
Jau!!

Zitat:

Liegt aber vielleicht auch daran dass ich nicht so gute Platzierungen hinbekomme wie Danksta und damit die Frage ob ich 175. oder mit ein paar Dopern 150. wäre für mich unerheblich ist. Bei Leuten die zumindest in ihrer AK vorne mit dabei sind mag das ja anders aussehen.

Trotzdem teil ich die Ansicht "Keine Toleranz gegenüber Betrügern". Allein schon weil ich mich immer öfter selber Kommentaren ausgesetzt sehe wie "das geht doch nur mit Doping", obwohl meine Leistungen noch weit von der Spitze weg sind.

Gruß Meik
Und auch hier: jau!

;)

backy 10.09.2008 18:50

Zitat:

Zitat von Danksta (Beitrag 129916)
.. halte ich auch für kein realistisches Szenario.

Keine Ironie:
Du glaubst das echt nicht?
Respekt an Deine positive Weltsicht...

dude 10.09.2008 19:00

Er schrieb "direkte Konkurrenten" und "ueberwiegend".
Dem wuerde ich mich anschliessen.

backy 10.09.2008 19:09

Zitat:

Zitat von dude (Beitrag 129942)
Er schrieb "direkte Konkurrenten" und "ueberwiegend".
Dem wuerde ich mich anschliessen.

Ja, ja lesen kann ich. ;)

Vielleicht habe ich da eine unberechtigte verdachtspyramide im hinterkopf: je weiter "oben" die leistung anzusiedeln ist umso tendenziell verdächigter wird man...

man mag aus "treu und glauben" oder aus purer sympathie da einige bekannte Gesichter ausnehmen die weiter oben stehen...

Danksta 10.09.2008 19:10

Ich lande in meiner Altersklasse meist relativ weit vorne. Zu glauben, die meisten vor mir wären voll, halte ich für vermessen.
Das würde ja bedeuten, dass ich toptalentiert wäre und ganz toll trainieren würde (so dass man mich nur mit Dope schlagen kann). Was ja Schwachsinn ist.

@Backy
Dude hat's ja gesagt. Ich bin sicher kein Naivling - die Aussage ist wohlüberlegt.

EDIT:
Wenn ich Leute schlage, die sich was einwerfen, find ich das brutal komisch.

run_oli 10.09.2008 21:01

Irgendwie kann ich Hugo verstehen. Die ewige Diskussion über Doping ist ermüdend. Es gibt einfach keinen Ausweg. Sofern nicht alle Sportler in Einzelzellen gehalten werden und nur noch kontrollierte Nahrung zugeführt bekommen, wird es immer Doper geben. Den Anreiz zu Dopen kann man m. E. nur mit so drakonischen Strafen nehmen, dass sie unserem allgemeinen Rechtsverständnis zuwiderlaufen. Auch sollte man sich nicht der Illusion hingeben, gedopt würde nur bei Profis. Die sporadischen Proben bei AKlern zeichnen ein anderes Bild. Zudem glaube ich nicht, dass Triathleten grundsätzlich andere Menschen sind als Bodybuilder. Das Ideal des fairen sportlichen Wettkampfs unter Gentleman ist doch reine Utopie (Windschattenfahren, Abkürzen beim Volkslauf etc.).

Aus meiner Sicht wäre eine Freigabe konsequent und die einzig ehrliche Option. Man kann natürlich auch, wie bei Olympia gesehen, konsequent mit veralteten Testverfahren arbeiten und sich hinterher über die geringe Anzahl an Dopingfällen freuen. Kommt halt drauf an, wie sehr man sich selbst veräppeln kann und will.

Und ob beim Lauf um die goldene Annanas jemand vor mir gedopt war, ist mir völlig schnuppe. Was zählt ist meine Freude am Training und der "Grenzbelastung" Wettkampf. Bin ich schnell genug, um vorne mitzulaufen, muss mir klar sein, dass betrogen wird. Alles andere ist naiv.

Grüße
Oli

drullse 10.09.2008 21:54

Zitat:

Zitat von Danksta (Beitrag 129945)
Das würde ja bedeuten, dass ich toptalentiert wäre und ganz toll trainieren würde (so dass man mich nur mit Dope schlagen kann). Was ja Schwachsinn ist.

Oder das Du auch voll bist. ;)

Zitat:

Zitat von run_oli (Beitrag 129967)
Das Ideal des fairen sportlichen Wettkampfs unter Gentleman ist doch reine Utopie (Windschattenfahren, Abkürzen beim Volkslauf etc.).

Jep!

Zitat:

Aus meiner Sicht wäre eine Freigabe konsequent und die einzig ehrliche Option. Man kann natürlich auch, wie bei Olympia gesehen, konsequent mit veralteten Testverfahren arbeiten und sich hinterher über die geringe Anzahl an Dopingfällen freuen. Kommt halt drauf an, wie sehr man sich selbst veräppeln kann und will.
Sehe ich mittlerweile ganz genau so.

Hafu 11.09.2008 07:53

Guten Morgen,

sind gerade erst aus England zurückgekommen und bin daher erst jetzt dazu gekommen, den diesem Thread zugrundeliegenden Artikel "Wieviel Doping verträgt der Triathlon?" zu lesen.
Im Grundtenor stimme ich Arne voll zu. Der Triathlon steht am Scheideweg. Noch einige (prominente) Dopingskandale und wir erreichen in der öffentlichen Wahrnehmung das verdorbene Image der Leichtathletik oder der Radprofis und das wird eine Abwärtsspirale in Gang setzen.

Natürlich, eine Möglichkeit wäre, den Kopf in den Sand zu stecken und nichts mehr zu tun (sprich: Dopingfreigabe). Diese Situation hatten wir im Radsport in den 80er und 90er-Jahren. Alle Insider wusssten, was intern abgeht, jeder (Athleten, Trainer v. a. aber auch die Veranstalter) haben das Dopingproblem ignoriert. Das Publikum, die Sponsoren haben sich noch eine gewisse Zeit lang belügen lassen, so dass dieses System rein aus finanzieller Sicht betrachtet eine gewisse begrenzte Zeit lang funktioniert hat, aber jetzt steht der Radsport komplett in der Sackgasse. Publikum und Sponsoren wenden sich ab. Eine Veranstaltung nach der anderen stirbt oder kämpft ums Überleben. Rennställe werden aufgelöst.

Wollen wir dahin
? Irgendjemand hier im Thread hat das Beispiel Wrestling genannt. Natürlich hat auch eine solche Freakshow als Nische ihre Zuschauer. Aber kennt jemand irgendeinen seriösen Sponsor, wie Sparkasse, Post, Quelle, Comerzbank, Erdinger, der einen Wrestler oder eine Wrestling-Veranstaltung unterstützt?

Wrestling ist eine Nische und bietet kein tragfähiges Geschäftsmodell. Wieviel Leute können denn vom Wrestling weltweit leben? Wieviele Amateure betreiben Wrestling in ihrer Freizeit als Hobby? Soll das die Zukunft des Triathlons sein?


Doping-Freigabe ist ganz sicher keine Lösung
. Die Idee des Sportes basiert auf der Einhaltung von Regeln. Die Faszination des Triathlons basiert zu einem Großteil darauf, dass Amateure und Profis gleichzeitig an der Startlinie ein und desselben Wettkampfes stehen und das einzige, was sie voneinander unterscheidet und den Unterschied in den Finisherzeiten begründet ist Talent und Trainingsaufwand.

Es kommt doch auch niemand auf die Idee, im Fußball den Schiedsrichter abzuschaffen, weil es dort immer mehr versteckte Fouls und immer mehr Härte gibt! Stattdessen hat die Fifa sogar das Regelwerk verschärft und den nachträglichen Videobeweis zur zusätzlichen Abschreckung eingeführt. Das Publikum, die Sponsoren wollen sich eben nicht betrogen sehen und haben kein Interesse, eine Freakshow zu unterstützen.

Den Kampf gegen Doping wird man niemals wirklich gewinnen, so wie es niemals ein Fußballspiel ohne Fouls geben wird, aber man muss ihn immer (mit den jeweils modernsten Methoden) weiterkämpfen, um die Zahl der Betrüger auf einem gewissen, hoffentlich gerade noch erträglichen Level zu halten, um saubere Athleten nicht zu restlos chancenlosen Außenseitern verkommen zu lassen und auch damit der Sport seine Vorbildfunktion für die Jugend aufrecht erhalten kann.

Just my 2 1/2 Cents.

Helmut S 11.09.2008 08:40

Hallo Harald!

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 130071)
Wrestling ist eine Nische und bietet kein tragfähiges Geschäftsmodell.

Für ein funktionierendes Geschäftsmodell ist es nicht entscheidend, wieviele davon leben können. Ein "funktionierendes Geschäftsmodell" ist keine volkswirtschaftliche Sichtweise sondern eine Betriebswirtschaftliche. Es gibt 1000 Geschäftsmodelle, die nur(!) in Nischen funktionieren und nur für kleine Unternehmen mit überschaubaren Kostenstrukturen, da Nischen oft nicht stärker tragfähig sind. Im Wrestling wird gut Geld verdient. Der größte Anbieter WWE ist börsennotiert. http://www.shareholder.com/wwe/stock.cfm


Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 130071)
Den Kampf gegen Doping wird man niemals wirklich gewinnen, so wie es niemals ein Fußballspiel ohne Fouls geben wird, aber man muss ihn immer (mit den jeweils modernsten Methoden) weiterkämpfen, um die Zahl der Betrüger auf einem gewissen, hoffentlich gerade noch erträglichen Level zu halten


Also ein Foul ist ja nicht gleich ein Foul aber Doping ist Doping. Gewisse Fouls gehören zum Fußball dazu - das ist Teil des Sports, auch wenn es nicht regelkonform ist. Oder in einer anderen Sportart - Basketball: Das Foulen des Gegners um ihn an die Freiwurflinie zu holen und dann Ballbesitz zu erlangen. Das ist halt Taktik und macht Endphasen spannend.

Ein Kopfstoß, eine Schwalbe, eine Tätlichkeit oder so ist was anderes. Und das man Doping nicht in den Griff kriegen wird halte ich schlicht für reinen Pessimusmus. Du unterschätzt die Kraft der Zukunft. Die Gentechnologie (oder welche Technologie auch immer) wird uns da noch Methoden an die Hand geben. Wer hätte denn an die Geschwindigkeit der Sequenzierung geglaubt? Es wird eine methode geben, die es ermöglicht einen Musterabgleich zu fahren. man wird dann sehen, dass dieser Athlet seinen Körper "irgendwie" verändert hat. Zwar nicht wie, aber das ist ja egal.

Triahtlon erlebt "gerade" einen Boom. Freuen wir uns doch darüber, dass dem so ist. Einfach ist es mit Triathlon im Sponsorenumfeld heutzutage eh nicht. Das hat aber viele Gründe. Schwimmen, Radfahren und Laufen sind als Dopersportarten bekannt. Sowohl die Fußball WM2006 als auch die EM in A/CH hat viele Sponsorengelder verschlungen. Die fehlen in anderen Sportarten.

Ein gedopter Stadler oder Al-Sultan oder wer auch immer die Protagonisten in der allgemeinen Wahrnehmung der Bevölkerung sind, würde in Deutschland einen Super-Gau für diese Entwicklung bedeuten. den Sport würde es aber weiter geben.

Auch der Radsport wird wieder kommen. Radsport ist grundsätzlich (im Moment wohl erh nicht) ein tragfähiges Geschäftsmodell. Als solches ist er identifiziert und bekannt. Sollte Armstrong tatsächlich bei der TdF fahren, wird es wieder einen Aufschwung z.B. bei den Quoten geben. Die Leute wollen Helden und Rekorde sehen sehen und die Sponsoren wollen Präsenz sehen. Nur keine will vorgehlten kreigen, sein Protagonist gedopt hat. Insofern ist es m.E. ein Irrtum, dass Sponsoren ein interesse an einem sauberen Sport haben. Die haben ein interesse daran, dass keine Erwischt wird und schlechte Publicity mit der Marke assoziiert wird. Hauptsache die Reichweite des Sponsorings und das Image stimmt. Ist doch wirklich sowas von egal ob sich da ein "Werbeobjekt" Epo reoinpfeift oder nicht.

peace Helmut

dickermichel 11.09.2008 09:58

Sitze hier gerade in der Toskana und bin ein wenig überrascht über den Artikel und die Diskussion.
Ich habe 2004 anläßlich Nina Krafts Einsatz von Dopingmitteln geschrieben, daß der Triathlon mit diesem und den anderen Fällen (Zäck etc.) nunmehr dem gleichen Generalverdacht des Dopings unterliegt, wie alle anderen Sportarten auch.
Kurz: Der Sport ist auf dem Weg, erwachsen zu werden (leider mit allen negativen Begleiterscheinungen), nicht mehr und nicht weniger.
Warum immer noch so viele Triathleten der Meinung sind, daß in "IHRER" Sportart nicht gedopt würde, ist mir schleierhaft und evtl. nur mit der sektenähnlichen und sich selbst glorifizierenden Haltung als "gaaaanz harter Sportler" (denn wir können auch Ironman!) zu erklären.

Ich sage es seit Jahren: Im Triathlon wird auf allen Ebenen gedopt - und das muß man erst einmal so wahrnehmen und als Basis des Handelns akzeptieren.
Und dann kommt der nächste und entscheidende Schritt:
Etwas dagegen tun.

Aber das Hauptproblem in "unserem" Sport ist doch, daß von Funktionärsebene bis zum Sportler der Phantasie nachgeträumt wird, daß der Sport sauber sei - mit der verherrenden Logik, daß man deshalb auch keine Kontrollmechanismen bräuchte.

Mich persönlich kotzt es an, daß ich diese Haltung habe, die quasi alle 1.999 Starter bei einer LD zu Dopern macht, aber mein Vertrauen in die Menschheit ist da bei Triathleten nicht größer als bei dem Rest.
Und ähnlich wie bei Drullse ist für mich schon das Lutschen ein Problem, IMO eine Vorform des Dopings (wer sich an mein Geschreibsel erinnert, weiß vielleicht noch, daß ich sogar mit dem Wasserschattenschwimmen ein Problem habe, denn für mich heißt Triathlon, alles alleine machen).

Weils jetzt Frühstück gibt, hier die Kurzform:
Nein, ich glaube überhaupt nicht, daß weitere Dopingfälle dem Triathlonsposrt schaden, denn "da draußen" glaubt ohnehin keiner mehr, daß der Sport als einziger sauber sei.

Ja, ich glaube, daß Doping im Triathlon sowohl von Profis als auch Amateuren betrieben wird.

Und daher gibt es für mich nur eine Möglichkeit:
Das endlich anzuerkennen und massiv dagegen vorzugehen - egal, ob man damit einen unendlichen und nie zu gewinnenden Kampf mit dem "Bösen" initiiert. Das gehört nun mal dazu, denn besiegen wird man das nie können, dafür sind die Protagonisten mal nix anderes als nur Menschen (lese hier gerade ein tolles Buch von einer tollen Historikerin, Barbara Tuchmann, über "Die Torheit der Regierenden", das aufzeigt, daß die Menschen seit Tausenden von Jahren nicht in der Lage sind, so etwas wie politische Intelligenz zu entwickeln).

Mahlzeit: Michel

drullse 11.09.2008 10:13

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 130071)
Wollen wir dahin[/b]? Irgendjemand hier im Thread hat das Beispiel Wrestling genannt. Natürlich hat auch eine solche Freakshow als Nische ihre Zuschauer. Aber kennt jemand irgendeinen seriösen Sponsor, wie Sparkasse, Post, Quelle, Comerzbank, Erdinger, der einen Wrestler oder eine Wrestling-Veranstaltung unterstützt?

Der Radsport hat auch immer noch "seriöse" Sponsoren...

Zitat:

Zitat von turboschroegi (Beitrag 130076)
Insofern ist es m.E. ein Irrtum, dass Sponsoren ein interesse an einem sauberen Sport haben. Die haben ein interesse daran, dass keine Erwischt wird und schlechte Publicity mit der Marke assoziiert wird.

Andy Rihs von Phonak hat doch damals die Dopingfälle sogar positiv gesehen, ebenso Festina - sie bringen Publicity.

backy 11.09.2008 10:21

Zitat:

Zitat von Danksta (Beitrag 129945)
@Backy
Dude hat's ja gesagt. Ich bin sicher kein Naivling - die Aussage ist wohlüberlegt.

Naivität wollte ich Dir damit auch nicht im Ansatz unterstellen.

Wir haben offensichtlich nur unterschiedliche Auffassungen was auch auf Amateurniveau eingeworfen wird oder nicht.

Ich will Dir Deine Weltsicht ja auch gar nicht nehmen.

Bleierpel 11.09.2008 10:27

Zitat:

Zitat von turboschroegi (Beitrag 130076)
....Und das man Doping nicht in den Griff kriegen wird halte ich schlicht für reinen Pessimusmus. Du unterschätzt die Kraft der Zukunft. Die Gentechnologie (oder welche Technologie auch immer) wird uns da noch Methoden an die Hand geben. Wer hätte denn an die Geschwindigkeit der Sequenzierung geglaubt? Es wird eine methode geben, die es ermöglicht einen Musterabgleich zu fahren. man wird dann sehen, dass dieser Athlet seinen Körper "irgendwie" verändert hat. Zwar nicht wie, aber das ist ja egal.

Die Dopingentwickler / Pharmakonzerne werden so lange einen Vorsprung vor den Dopingfahndern haben, wie gutes Geld mit dem Zeug zu verdienen ist. An Zusammenarbeit glaube ich da nicht.

Gen-Analyse im Breitensport? Da fehlt es mir schon im Profisport zu.... Denn bezahlt wird alles von uns....

M.E. werden wir noch einige Jahre über dieses Thema kontrovers diskutieren... So lange, bis die Langzeitwirkungen / Spätfolgen sichtbar werden.... Die "Sportler" sterben (Florence Griffith...), fehlgebildete Kinder zur Welt bringen oder, oder, oder, .......

Danksta 11.09.2008 10:34

Ich bin halt der Ansicht, dass Doping was bringt. Dementsprechend verknüpfe ich eine Leistungssteigerung mit der Einnahme diverser Mittel.

Nun kenne ich mich im Bereich der ambitionierten Amateursportler gut aus. Ich kenne viele Athleten, ich kenne deren sportliche Karrieren, und mit so einigen habe ich auch schon trainiert, gequatscht,...
In 3 Fällen frag ich mich / hab ich mich gefragt, wie diese Leistung zustande kommt. Einer ist erwischt worden.

Die meisten Leute, die ich kenne sind
a) gut und haben
b) wenig Kohle
Wie oben gesagt, kann ich die sportlichen Karrieren nachvollziehen. Und sie hätten auch nicht 200€ im Monat übrig, um was einzuwerfen.

Dein Agegrouper Bereich ist ein anderer. Die Leute haben mehr Kohle, weniger Zeit zum trainieren und eine andere Form von Motivation. Vielleicht ist da die Motivation ne andere.
Ich hab mich mal mit einem 4h Marathoni unterhalten, der Epo nur aus gesundheitlichen Gründen nicht nimmt. Keine Ahnung was der nimmt, aber sauber ist der nicht.

Ich kann nur meinen Agegrouperbereich beurteilen. Und den halte ich für überwiegend sauber. Und ich glaube auch an ein paar saubere Profis. (ich würde gerne an mehr glauben, aber es fällt schwer)

@Drullse
Spaßvogel, wobei ich gern wüsste, ob das wirklich einer denkt.

FuXX 11.09.2008 11:02

Zitat:

Zitat von backy (Beitrag 129938)
Keine Ironie:
Du glaubst das echt nicht?
Respekt an Deine positive Weltsicht...

Ich seh das genau wie Danksta. Die meisten guten Agies die ich kenne halte ich fuer unbedenklich. Wuerde ich davon ausgehen, dass ein grosser Teil der Leute in meinem Bereich gedopt sind, dann wuerde ich glaub ich nicht mehr starten.

Aber wieso sollte ich das tun? Ich weiss, dass ich sauber bin, dass ich nicht der am haertesten trainierende unter den Agies und auch nicht der Talentierteste bin. Es wuerde nur dem Ego dienen zu sagen, dass ein Grossteil der anderen auf diesem Level das nur mit Doping schafft.

FuXX

backy 11.09.2008 11:14

Zitat:

Zitat von Danksta (Beitrag 130110)
Ich bin halt der Ansicht, dass Doping was bringt. Dementsprechend verknüpfe ich eine Leistungssteigerung mit der Einnahme diverser Mittel.

dito. vor allem wenn die leistungssteigerung nicht kontinuierlich erfolgt oder klar nachzuvollziehen ist. zum beispiel druch qualitativ besseres training oder dem abwerfen von ballast.


Zitat:

Nun kenne ich mich im Bereich der ambitionierten Amateursportler gut aus. Ich kenne viele Athleten, ich kenne deren sportliche Karrieren, und mit so einigen habe ich auch schon trainiert, gequatscht,...
In 3 Fällen frag ich mich / hab ich mich gefragt, wie diese Leistung zustande kommt. Einer ist erwischt worden.
stehts ja schon mal 1:3. und bei der dichte der kontrollen finde ich das schon ein wenig erschreckend.

Zitat:

Und sie hätten auch nicht 200€ im Monat übrig, um was einzuwerfen.
das argument lasse ich nur bedingt gelten.
wieviele sportler kennst du die für den sport in relatiob zum netto-haushaltseinkommen überproportional viel geld ausgeben.
ich ne menge.

seit meiner knie-op mahe ich in einem unterschichten studio KT.
das publikum gehört zum größteil zum deutlich unteren dritteln der einkommenspyramide. nach meiner Schätzung sind über 80% der engagierten bodybuilder dicht. und die haben sicherlich auch keine 200 flocken im monat locker für dope. insofern denke ich das der geneigte ausdauersportler auch mit weniger rumkommt.



Zitat:

Dein Agegrouper Bereich ist ein anderer. Die Leute haben mehr Kohle, weniger Zeit zum trainieren und eine andere Form von Motivation. Vielleicht ist da die Motivation ne andere.
Ich hab mich mal mit einem 4h Marathoni unterhalten, der Epo nur aus gesundheitlichen Gründen nicht nimmt. Keine Ahnung was der nimmt, aber sauber ist der nicht.

korrekt. der ansatz die "frustierten bald 40er" aus höheren einkommensschichten gedanklich von den "jungen wilden" zu trennen gefällt mir.

sicherlich spielen die einkommensverhältnisse eine rolle beim material - ich bin das beste beispiel.

Aber ob der tatsache das man preisgünstiges doping auch in einer region betreiben kann die sich auch ein "schlechtverdiener" leisten kann sehe ich das ehrlich gesagt keinen direkten zusammenhang.

wo du recht hast: mach unterdurchschnittlich oder nur mäßig talentierter sportler greift zu mittelchen und wegen wo man sich ob der erbrachten leistung nur an den kopf fassen kann.

mein ex-chef wollte sich mal für einen sub 2h halbmarathon einen Hasen engagieren..*schieflach*. Ich bin dann für ne Pizza und ne Schokotorte mitgelaufen...

docpower 11.09.2008 11:17

Bissel offtopic, aber hugo bietet in seinen posts einige interessante Aspekte, vor allem die gesellschaftliche Akzeptanz der Droge Alkohol, auch im Leistungssport manchmal seltsame Blüten treibend, siehe: http://diepresse.com/home/sport/mehr...ex.do?from=rss

Danksta 11.09.2008 11:20

Zitat:

Zitat von backy (Beitrag 130130)
stehts ja schon mal 1:3. und bei der dichte der kontrollen finde ich das schon ein wenig erschreckend.

Nee. Es steht vll 1:200. (einer von denen, die ich ein kleines bisserl kenne und deren WK-Ergebnisse ich mir schonmal genauer angeguckt hab)

Das war einer von den dreien, deren Leistungssteigerung (in dem Fall von Mai bis Juli) komisch fand. Das hieße ja, dass mein Gefühl vielleicht nicht so schlecht ist. (wenngleich ich den niemals des Dopings verdächtigt hätte, ich dachte der trainiert gut)

Zum finanziellen Aspekt.
Die Relation ist ja egal, solange nicht viel da ist. Ich müsste mich genauer informieren, aber ich glaub nicht, dass man für 50 Tacken guten Stoff kriegt.

backy 11.09.2008 11:41

Zitat:

Zitat von Danksta (Beitrag 130133)
aber ich glaub nicht, dass man für 50 Tacken guten Stoff kriegt.

definiere gut. :)

zu meiner aktiven kampfsport-zeit hat mir mal so ein ochse ne anabolika-"kur" (finde den begriff so aberwitzig) für 150.-DM angeboten...und die jungs werfen ja nicht pausenlose ein.


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