Seite 1 von 3 Neben dem Puls ist auch die Geschwindigkeit eine interessante Größe für ambitionierte Sportler. Sie lässt sich zur Trainingssteuerung und Erfolgskontrolle einsetzen und erleichtert die Festlegung taktischer Konzepte im Wettkampf. In diesem Artikel erörtern wir Sinn und Zweck solcher Geräte. Im nächsten Artikel werden die drei wichtigsten Systeme vorgestellt.
Für Läufer ist es schwierig, die aktuell erbrachte Leistung zu messen. Es existiert kein Leistungsmessgerät, dass dem Läufer unterwegs eine aktuelle Wattzahl anzeigt, wie das bei Radfahrern mit Messgeräten wie der SRM-Kurbel der Fall ist. Es ist daher für einen Läufer sehr schwierig, eine ansteigende oder stagnierende Form festzustellen und zu dokumentieren. Das geht nur auf der Bahn oder in ähnlicher Weise normierten Strecken. Wer seine wichtigsten Laufeinheiten abseits des Tartanovals zu absolvieren pflegt, hat keine objektve Möglichkeit, seine Leistung zu messen.  Das Vorgängermodell des Forerunner 305 war vielen Läufern etwas zu klobig Leider ändern auch moderne Läuferuhren mit Geschwindigkeitsmessung nichts daran. Denn auch die Geschwindigkeit unterliegt ja äußeren Einflüssen wie Gefälle, Gegenwind und Beschaffenheit des Untergrundes. Was sich anfühlen mag wie der lang ersehnte Formanstieg, kann sich leicht als Resultat günstiger Winde entpuppen, wie jeder schon einmal leidvoll erfahren hat. Die Laufgeschwindigkeit allein ist also für die Leistung des Läufers wenig aussagekräftig. Man muss sie interpretieren, und hier fangen die Probleme an. In der Regel wird die Laufgeschwindigkeit in Relation zum parallel gemessenen Puls gesetzt. Nach dem Motto: "Wenn ich bei gleichem Puls schneller laufe als vor einem Monat, habe ich bessere Form". Das kann in der Praxis so aussehen, dass man einmal pro Woche, vielleicht beim Tempodauerlauf, einen vorher festgelegten Puls läuft und dann misst, welches Lauftempo dabei herausspringt.  Suunto T6 mit Footpod (Fußsensor) Praxis läuft man nicht über Wochen und Monate den gleichen Puls bei einer bestimmten Einheit. Bedeutet im Winter ein Puls von 150 vielleicht ein mittleres Tempo im GA1-Bereich, so ist das im Frühsommer bei besserer Form schon recht flott und im unteren GA2-Bereich anzusiedeln. Man müsste sich also einmal pro Woche von vorbestimmten Trainingsinhalten verabschieden und zu Messzwecken eben einen festgelegten Puls laufen, ganz gleich, wie die subjektive Belastung und die Trainingsbereiche liegen. Möglich wäre das, aber wer macht das schon? Also lieber Lauftempo konstant halten und parallel gemessenen Puls beobachten? Das ist das gleiche in grün. Und überhaupt: Der Puls als Bezugsgröße ist ein unsteter Gesell. Er hängt von unzähligen Faktoren ab, die schwer zu kontrollieren und noch schwerer zu interpretieren sind (ist ein niedriger Puls ein Zeichen für Form oder Übertraining?). Daher sind auch alle Werte, die man aus ihm ableitet, auch unter Zuhilfenahme eines Geschwindigkeitsmessers, unzuverlässig. An dieser Einsicht geht leider kein Weg vorbei. Exakte Informationen über die aktuelle Form sind also auf diese Weise nicht zu bekommen, da helfen auch alle möglichen Kurven und Quotienten der mitgelieferten Software nicht weiter. Dennoch sind diese Geräte nicht unnütz und haben ihr Gutes: Sie helfen demjenigen Athleten, der sich auf sein Gefühl verlässt, mit einer zusätzlichen Messgröße, der Geschwindigkeit. Denn auch wenn sich die aktuelle Form nicht vom LCD am Handgelenk ablesen lässt, bekommt man mit der Geschwindigkeitsmessung doch ein Gefühl dafür, was man da über die Wochen und Monate tut. Es ist ein intuitives Wissen, das sich da aufbaut, aber das ist auch im Atomzeitalter genau das worauf es am meisten ankommt. Nach wie vor.
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