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Umfrageergebnis anzeigen: Wer gewinnt das Rennen der Männer?
Florian Angert 6 3,11%
Daniel Baekkegard 9 4,66%
Jan van Berkel 3 1,55%
Kristian Blummenfelt 42 21,76%
Alistair Brownlee 6 3,11%
Gustav Iden 65 33,68%
Sebastian Kienle 21 10,88%
Sam Long 13 6,74%
Lionel Sanders 28 14,51%
Joe Skipper 0 0%
Teilnehmer: 193. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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Alt 07.05.2022, 22:34   #409
ciemalla
Ist alles so schön bunt hier!
 
Registriert seit: 02.03.2022
Beiträge: 16
Zitat:
Zitat von 365d Beitrag anzeigen
...Matt Kerr ist noch nicht im Ziel. Die hatten Rolling Start.
oh stimmt, sorry - der war aber dann wirklich weit nach ihm gestartet.

Am Ende haben dann 22sec gefehlt. Und das auf den letzten Kilometern - wird dem Kerr sicherlich geholfen haben, dass er die Zielzeit vor Augen hatte ...

aber egal ob 1 oder 2: Chapeau für 8:40h ...

Geändert von ciemalla (07.05.2022 um 22:47 Uhr).
ciemalla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.05.2022, 22:54   #410
Hafu
 
Beiträge: n/a
Insgesamt großartiger Sport und eine absolut würdige WM. Ein derart spannendes Rennen gab es bei den Männern definitiv noch nie. Nach 10km kamen tatsächlich noch 7 Profis realistischerweise für den Sieg in Frage und erst danach kristallisierten sich die eigentlichen Rennfavoriten heraus und verengte sich der Kreis der Favoriten.
Ein vergleichbar offenes und spannendes Rennen und zwar praktisch ab dem ersten Radkilometer gibt es in Kona traditionell nicht.

Am Schluss war es in St. George zwar letztlich auch wegen des Einbruchs von Currie auf den letzten paar Kilometern ziemlich deutlich bei der Titelvergabe, aber nichtsdestoweniger hätte das auch deutlich knapper werden können.

Bei Wurf musste ich mich daran erinnern, dass er vor ein paar Jahren mal Dreitz massiv kritisiert hatte, als dieser viel Führungsarbeit für Lange bei dessen ersten Kona-Sieg geleistet hatte. Wurf vermutete damals Absprachen im Erdinger-Team.

Heute hat Wurf genau dasselbe für Blummenfelt und (zeitweise) Sanders geleistet und es ist kein Zufall, dass sich Blummenfelt im Zielinterview bei Wurf bedankte und erzählte, dass er ins Rennen zurückgefunden hatte, als er auf den "Wurf-Train" aufspringen konnte.
Letztlich hat Wurf Rennen das Rennen fast so gestaltet wie in der Wasserträgerrolle bei Ineos, als ob er nur für die Rennfavoriten arbeiten wollte und keine eigenen Ambitionen habe. Ähnliche Renngestaltungen hat Wurf jetzt schon ein paar mal hingelegt (z.B. in Mallorca letztes Jahr oder auch in Roth als die jeweiligen Sieger (Kienle 2018, Chevalier 2021) auch fast die gesamte Radstrecke über im "Wurf-Train" mitfuhren.

Ich erinnerte mich an meinen Beitrag von heute nachmittag: sportlich wäre es wünschenswert, wenn in den Verfolgergruppen der Spitze genauso auf korrekte 12m-Abstände geachtet werden würde, wie in der Spitzengruppe.

Mutmaßlich hätte Blummenfelt auch ohne die Wurf-Schützenhilfe trotzdem gewonnen, aber vielleicht nur mit ein oder zwei statt fünf Minuten Vorsprung, denn die Laufleistung im Ironman- Marathon hängt maßgeblich davon ab, wieviel Energie man in das Radfahren stecken musste


Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
In der Gruppe um Wurf führt halt auch immer nur Wurf. Und das ist nicht unbedingt optimal, wenn man einen Rückstand aufholen muss.

Die Abständer hinter Wurf lassen auch vermuten, dass die dortigen Kampfrichter (sofern überhaupt vorhanden) sehr gnädig sind. Hat man ein paar mal bei den Einblendungn gesehen, wenn Scholt am Straßenrand stand und jetzt an der Zeitmessmark sind 4 Leute dieser Gruppe innerhalb von 2 Sekunden am Zeitmesspunkt vorbeigerollt, was bei 12m Abstand eigentlich fast nicht möglich ist, wenn der Messpunkt nicht in einer Hochgeschwindigkeitsabfahrt liegt.

Geändert von Hafu (07.05.2022 um 23:33 Uhr).
  Mit Zitat antworten
Alt 07.05.2022, 23:04   #411
365d
Szenekenner
 
Registriert seit: 14.03.2019
Beiträge: 997
Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
...
Inwiefern meinst du, dass Wurf jeweils "extra" die Lok spielt?
Immerhin sind es in jedem Rennen andere die davon profitieren, und keiner davon aus seinem Team.
365d ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 07.05.2022, 23:44   #412
Hafu
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Zitat von 365d Beitrag anzeigen
Inwiefern meinst du, dass Wurf jeweils "extra" die Lok spielt?
Immerhin sind es in jedem Rennen andere die davon profitieren, und keiner davon aus seinem Team.
Er macht dasselbe, was Dreitz auch desöfteren macht: Er fährt die Radstrecke gleichmäßig in dem Tempo, das ihm möglich ist und es ist ihm letztlich egal, wer bei ihm mitfährt.Wurf macht das so wenig absichtlich für Blummenfelt oder Sanders, wie es Dreitz für Lange gemacht hat. Es ergibt sich halt bei ähnlichen Schwimmleistungen aus der Rennsituation. Und wenn die Abstände korrekt eingehalten werden würden, ist es auch legal. Oft wird aber in Verfolgergruppen, die mehrere Minuten hinter der Spitze unterwegs sind nicht mehr so genau auf die Abstände geschaut wie in der Spitze, wo die Fernsehkameras sind.

Sowohl Dreitz als auch Wurf sind (in schwächer besetzten Rennen) auch schon Siege mit dieser Taktik gelungen, denn manchmal übernehmen sich die Mitfahrer in so einem Zug und zerstören sich trotz Windschattennutzung dabei die Laufbeine. Ich denke da z.B. an Böcherer im Roth-Rennen 2019, als Dreitz auch fast die gesamte Radstrecke vor Böcherer führte und letztlich trotzdem das Rennen gewann.

In Meisterschaftsrennen, wo die Leistungsdichte höher ist und Mitfahrer oft genauso gute Radfahrer sind wie der "Lokomotivführer" Dreitz bzw. Wurf ist es aber objektiv die falsche Taktik wenn man eigene Ambitionen hat.
  Mit Zitat antworten
Alt 08.05.2022, 05:46   #413
Klugschnacker
Arne Dyck
triathlon-szene
Coach
 
Benutzerbild von Klugschnacker
 
Registriert seit: 16.09.2006
Ort: Freiburg
Beiträge: 20.703
Hier eine ausführliche Zusammenfassung des Rennens (Video, 45 Minuten).

Florian Angert: Tolle Leistung! Da geht in Zukunft noch mehr.

Sebastian Kienle: Laut eigener Aussage seien seine Wattwerte auf dem Rad gut gewesen. Die gute Aerodynamik seines Setups scheint mir außer Frage zu stehen. Trotzdem wird er in seiner Paradedisziplin abgehängt.

Ist das Niveau seiner Konkurrenten auf dem Rad so gestiegen? Oder handelt es sich um den Einfluss der Führungsfahrzeuge, der einen Schwimmrückstand zusätzlich bestraft? Oder gibt es einen anderen Grund?

Kristian Blummenfelt: Dass ein Triathlon-Olympiasieger beim Schwimmen abgehängt wird, hat mich überrascht. Aufgrund seiner Statur würde man ihn für einen Schwimmer-Biker halten. Tatsächlich ist der dickste Mann unter den Profis jedoch der stärkste Läufer im Feld und wohl auch der stärkste Läufer aller Zeiten. Für mich nach wie vor gewöhnungsbedürftig. Mitreißend war in jedem Fall sein Zieleinlauf.

Daniela Ryf: Eine Klasse für sich.
Klugschnacker ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 08.05.2022, 06:39   #414
limaged
Szenekenner
 
Registriert seit: 16.10.2008
Beiträge: 316
auch eine Nacht später immer noch beeindruckt von dem Typen.

the real GOAT > Amtierender Olympia-Sieger, Kurzdistanz-Weltmeister und nun Ironman-Weltmeister

obwohl es kein Hawaii war und auch kein Ersatz dafür wars ein schönes Rennen zum Verfolgen. Cooles Siegerpodest der Herren und über das "Comeback" der Ryf freue ich mich auch.
limaged ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.05.2022, 07:14   #415
Trimichi
Szenekenner
 
Registriert seit: 10.06.2009
Beiträge: 6.464
Glückwunsch zu den Podestplätzen meiner Favoriten!

Hat Spass gemacht Anne Haug zuzuschauen, super Leistung und guten Glückwunsch zum dritten Rang.
Tolle Performance.

Hut ab vor Lionel Sanders und Gratulation zum zweiten Rang. Sehr stark.

Und natürlich Chapeau vor den Siegern Dani Ryf und Kristian Blummenfeld zum aus meiner Warte jeweilig ungefaehrdeten Sieg.

Dankeschön an die Berichterstattung sowohl auf FB und auch an HR3, als auch an die Betreiber der Plattform hier.

So freut sichs auf Weiteres mit Beteiligung weiterer und grosser Namen im Rahmen von sub7-try, Challenge und Kona.

Vllt ist es ja eine Überlegung die WM auch nächstes Jahr in St. George auszurichten? Klasse Bilder, tolle Landschaft und eine sehr willkommene Abwechslung.

Trimichi
Trimichi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.05.2022, 08:27   #416
365d
Szenekenner
 
Registriert seit: 14.03.2019
Beiträge: 997
Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
Er macht dasselbe, was Dreitz auch desöfteren macht: Er fährt die Radstrecke gleichmäßig in dem Tempo, das ihm möglich ist und es ist ihm letztlich egal, wer bei ihm mitfährt.

...

In Meisterschaftsrennen, wo die Leistungsdichte höher ist und Mitfahrer oft genauso gute Radfahrer sind wie der "Lokomotivführer" Dreitz bzw. Wurf ist es aber objektiv die falsche Taktik wenn man eigene Ambitionen hat.
Aber kritisierst du dass Wurf die falsche Taktik gefahren ist, oder dass er ggü Dreitz Kritik geübt hatte?

Gerade Leute wie Wurf oder Dreitz, die bei einem solchen Meisterschaftsrennen IMHO nicht um den Sieg mitreden können kann es nur darum gehen, möglichst weit nach vorne zu kommen. Und als starker Radler würde ich jetzt keine andere Taktik für diese Ambitionen wählen, als auf dem Rad genau das zu tun: mit möglichst gleichmässig hohem Tempo mein Rennen zu fahren und schauen, in welche Ausgangslage mich das nach T2 bringt.
Sie können ja wie du sagst nicht beeinflussen wer sich hinten anhängt, und auch nicht ob die anderen hinten die 12m einhalten.

Habe mal die Abstände bei den Zeitnahmen gecheckt, wann Wurf wen im Schlepptau hatte:
40.5km: niemand "interessanten"
62.6km: dito
83.2km: KB, aber Abstand nach vorne wird grösser
102km: KB, Abstand wird weiterhin grösser
115km: er fährt mit 6sec Abstand vor KB, Abstand zur Spitze vergrössert sich weiterhin
140km: KB wieder näher dran, Abstand wird etwas kleiner nach vorne
152km: wieder 7sec Vorsprung auf KB, Abstand zur Spitze wieder grösser. 20sec dahinter Sanders, der alleine nach vorne fährt.
167km: LS fährt jetzt 2sec vor KB, 6sec davor Wurf. Jetzt machen sie zu dritt erstmals ein gutes Stück auf die Spitze gut. Offenbar hat das Aufschliessen von LS zur Tempoverschärfung geführt.
178km: Immer noch die Dreiergruppe, jetzt nahe zusammen.

Der grösste Nutzniesser der "Gruppe" war ohne Zweifel Blumi, aber nicht zwingend im Sinne von Windschatten, sondern eher mental jemand der das Tempo machte, denn der Abstand war gemäss den Zeitnahmen im Rahmen. Der Abstand zur Spitze hatte sich zudem erst verkleinert, als LS dazu gestossen ist. IMHO hat er zum Aufschliessen geholfen, und nicht Wurf.

Für Wurf gabt es mit der Ausgangslage nur zwei Alternativen:
Zurück zu nehmen und Blumi in die Führungsposition zu zwingen, dann verzichtet er auf seine eigenen Stärken, aber der Abstand nach vorne wird noch grösser, die Platzierung sicher nicht besser und von hinten können gute Laufathleten aufschliessen, die einem die Platzierung noch streitig machen.
Oder Attacken fahren und versuchen weg zu kommen. Solche Attacken sind aber für die Lok ungleich härter, schwer zu sagen ob KB hätte kontern können, und ob LS den Anschluss dann trotzdem geschafft hätte.

Geändert von 365d (08.05.2022 um 08:49 Uhr).
365d ist gerade online   Mit Zitat antworten
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