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Alt 11.10.2022, 00:36   #9
LidlRacer
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Registriert seit: 01.02.2008
Beiträge: 18.020
Zitat:
Zitat von TRIPI Beitrag anzeigen
Rein mathematisch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich in einem 8h Rennen so auf den Punkt auspowert, dass man es bis zum Ziel schafft, aber keine 5m weiter gleich 0.
Das ist aber auch nicht so, dass es optimal wäre, nach dem Ziel keine 5 Meter mehr zu schaffen. Das geht ja gar nicht so plötzlich, sondern dann wäre man auch vorher schon deutlich langsamer geworden.
Wenn Du Dir Marathonrekorde anschaust, sehen die Leute im Ziel i.d.R. so aus, als könnten sie direkt noch einen Marathon dranhängen.
Dem scheint zwar mein eigener subjektiver Eindruck zu widersprechen, dass ich selbst direkt nach dem Marathon- oder Langdistanzziel wirklich nicht mehr laufen und auch nur mit Schwierigkeiten gehen kann, auch wenn ich vorher nicht signifikant langsamer geworden bin, aber wäre das Ziel einen oder fünf km weiter gewesen, hätte ich auch bis dort hin laufen können.
Komische Sache!

Im Übrigen finde ich die häufig gehörte Aussage, es habe der gewonnen, der es am meisten wollte (also ungefähr gleichbedeutend mit "der mental stärkste") i.d.R. auch nicht realistisch.
Dass z.B. Sanders jetzt in Kona übel abgeschnitten hat, wird sicher nicht an mangelnder mentaler Stärke gelegen haben. (Weiß nicht, ob es dafür inzwischen ne Erklärung gibt.)
__________________
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Alt 11.10.2022, 06:42   #10
runningmaus
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Registriert seit: 19.10.2006
Ort: Mainspitze
Beiträge: 3.927
Normalerweise schützt einen der eigene Körper davor, bis in den Kollaps zu laufen, mit allerlei Warnzeichen. Zum Beispiel mit Kopfweh und ähnlichem.
Man kann sich dann, wenn man es erkennt, und die meisten Athleten kennen ihren Körper ja gut, entscheiden, etwas Tempo herauszunehmen, oder die Warnzeichen zu übergehen.
[Auf die Art war ich auch schon kotzend hinter der Ziellinie, allerdings ohne das Rennen zu gewinnen , als ich die Anzeichen noch nicht so gut erkennen konnte . Daher entscheide ich normalerweise für "mach mal langsamer, besser kühlen, besser ernähren ... " ]
Es gibt auch Athleten, die behaupten, diese Gefühle und Ereignisse nicht zu kennen. Vielleicht sind das die, die sich "nicht richtig quälen können?" ... wer weiß.
__________________
Leidenschaft ist stärker als jede Krise.
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Alt 11.10.2022, 07:19   #11
Antracis
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Registriert seit: 12.07.2012
Ort: Berlin
Beiträge: 1.308
Zitat:
Zitat von noam Beitrag anzeigen
Dumme Frage!

Natürlich macht das Mentale einen Unterschied.
Die Frage ist nicht, ob es einen Unterschied macht, sondern wie groß/bedeutsam der Unterschied ist, ob er überschätzt wird und/oder inwieweit das mit dem Athleten und vielleicht seinem (medialen) Auftreten zusammenhängt.

Ist mir vielleicht in meinem Eingangspost nicht genügend gelungen, das klar zu formulieren, vielleicht können wir die Frage (und auch die Antworten ) ja im Verlauf der Diskussion noch etwas mehr differenzieren.

Geändert von Antracis (11.10.2022 um 07:40 Uhr).
Antracis ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2022, 07:51   #12
keko#
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Benutzerbild von keko#
 
Registriert seit: 06.11.2015
Beiträge: 15.667
Zitat:
Zitat von Antracis Beitrag anzeigen
....

Was ich mich frage: Sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Athet*innen da wirklich so groß, wie sie teilweise scheinen ? Oder lassen wir uns vielleicht von einer gewissen Außendarstellung blenden, und unterschätzen introvertierte Athleten ?...
Ja, ich halte das Mentale für einen Mythos. Für etwas, was überschätzt wird.

Wichtiger sehe ich diese 3 Dinge:

1. Die Motivation/die Ziele, die man hat. Ein Frodeno wird nicht zufällig Olympia- und Hawaiisieger. Das war in seinem Kopf drinnen. Tag und Nacht hat er davon geträumt. Er wollte das unbedingt (also auch dann, wenn er nicht trainiert hat).

2. Das Training: um eine gewisse Leistung zu erbringen, muss man ein gewisses Training absolvieren. Wie soll ich in Hawaii 2:36 laufen wenn ich nicht mal einen nackten Marathon unter 3h schaffe? Würde ich heute in Hawaii starten, käme es zu einem enstpannten Sonntagsspaziergang mit Puls 90. Mehr habe ich nicht mehr drauf. Bin ich deshalb in diesem Augenblick mental schwach?
Ich will sagen: um sich im Wettkampf an seine Grenzen zu bringen, muss man entsprechend trainiert haben.

3. Der Verstand: ich habe zu meiner Zeit keinen Deutschen Triathlonmeister getroffen, der nicht wußte, von was er redete und klare und geordnete Gedanken hatte. Auch war es mein Eindruck, dass sie sehr gezielt trainieren und sich selten im Training abschießen. Ich hatte niemals den Eindruck, dass sie mental härter waren als ich.

Vielleicht ist "das Mentale" irgendwo überall mit drinnen, aber grundsätzlich halte ich es für überbewertet (wenn es heißt "der ist mental hart").

keko# ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2022, 08:01   #13
KevJames
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Registriert seit: 12.07.2014
Beiträge: 1.478
Zitat:
Zitat von Klugschnacker Beitrag anzeigen
Ich mache mir über dieses Themenfeld immer wieder Gedanken und finde es interessant. Aus meiner Sicht ist das Mentale ("Leidensbereitschaft") wichtig, wird aber auch oft überschätzt und dramatisiert.

Wie man mentale Stärke bei anderen Personen feststellen und beurteilen kann, finde ich generell schwierig. Ist ein Athlet, der sich im Ziel theatralisch auf den Boden fallen und wegtragen lässt, besonders leidensfähig? Oder ist er genau das nicht, sonst würde er die paar Schritte zum nächsten Stuhl noch schaffen? Sind die Leute, die hinter dem Zielbogen auf der Erde liegen die Harten, oder eher jene, die noch auf den eigenen Beinen stehen und den anderen aufhelfen?

Leidensfähigkeit und Theatralik sind leicht zu verwechseln, da kann ich die Gedanken von Atracis schon nachvollziehen.
Wie unterscheidest Du als Zuschauer von außen eigentlich "wirklich fertig" und "Theatralik"? Ich kann mir nicht helfen, aber der Eindruck, dass Du was gegen den Blumenfelt hast, verfestigt sich bei mir immer mehr.

Ich denke tatsächlich auch, dass dies von außen schwer beurteilter ist (also wieviel Einfluss dieser Aspekt im Bereich der Eilte Athleten hat). Als Amateurlusche würde ich sagen, dass der Bereich eher unter- als überschätzt wird. Im WK dürfte es für die meisten kein Problem sein sich zu quälen, in der Trainingsgruppe auch nicht, aber alleine im Training schon. Nicht umsonst fällt es den meisten beispielsweise ohne Wettkampf ziemlich schwer eine Stundenleistung zu ermitteln, weshalb man das Ding ja verkürzt und dann ziemlich ungenau herumrechnet.
KevJames ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2022, 08:15   #14
KevJames
Szenekenner
 
Registriert seit: 12.07.2014
Beiträge: 1.478
Zitat:
Zitat von LidlRacer Beitrag anzeigen
Dem scheint zwar mein eigener subjektiver Eindruck zu widersprechen, dass ich selbst direkt nach dem Marathon- oder Langdistanzziel wirklich nicht mehr laufen und auch nur mit Schwierigkeiten gehen kann, auch wenn ich vorher nicht signifikant langsamer geworden bin, aber wäre das Ziel einen oder fünf km weiter gewesen, hätte ich auch bis dort hin laufen können.
Komische Sache!
In der Tat geht es mir in idR so, dass ich direkt im Ziel (nach 2 Minuten) meine, das wäre auch noch länger / schneller gegangen. In der Situation selbst sehe ich das aber nicht so.
Ein Zeichen mentaler Schwäche? Klassischer Selbstbetrug wenn der schlimmste Schmerz nachlässt?
Wieder einige Minuten später schmerzt dann alles (von Stunden gar nicht erst zu sprechen), aber wäre das wirklich anders, wenn ich 2% mehr oder weniger im Rennen gegeben hätte?
KevJames ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2022, 08:20   #15
Matthias75
Szenekenner
 
Benutzerbild von Matthias75
 
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Ort: Hofheim a.T.
Beiträge: 5.025
Zitat:
Zitat von keko# Beitrag anzeigen
Ja, ich halte das Mentale für einen Mythos. Für etwas, was überschätzt wird.

Wichtiger sehe ich diese 3 Dinge:

1. Die Motivation/die Ziele, die man hat.
...
3. Der Verstand:
Ist das nicht gerade "das Mentale"? Ich glaube schon, dass es, wie auch im "normalen" Leben Menschen gibt, die fokussierter an ein Ziel herangehen und in der Lage sind, diesem Ziel alles unterzuordnen. Im Berufsleben sind das dann diejenigen, die noch um 22:00 am Schreibtisch sitzen. Davon gibt es dann wieder ein paar, die das tatsächlich eine zeitlang durchhalten ohne auszubrennen. Ob diese dann mental härter sind, abgestumpfter oder einfach nur fokussierter, ist dann sicher eine Frage der Betrachtungsweise.

Im Sport, wie auch im restlichen Leben, gehört eine gewisse Fokussierung dazu, um ein Ziel über mehrere Jahre hinweg zu verfolgen, auch wenn es gelegentlich Rückschläge gibt. Im Spitzensport zählt das noch mehr. Dazu muss man spätestens im Rennen in der Lage sein, sich bzw. seinen Rennplan schnell anzupassen, wenn das Rennen anders läuft als geplant. Ich denke, dazu gehört gerade im Rennen auch eine mentale Fitness. Der eine wird bei einem Rückstand vielleicht aufgeben, der andere sagt sich: Jetzt versuche ich es mal mit Plan b) oder c). Ob man das jetzt mentale Härte, Fitness, Cleverness oder Zielstrebigkeit nennt, ist egal. Ohne das wird man vermutlich nicht erfolgreich sein oder es zumindest nicht lange bleiben.

Natürlich kann man gewisse Situationen trainieren. Ein Spitzenathlet wird auch im Normalfall besser einschätzen, wo sein Grenzen liegen bzw. ob und wie lange er über diese gehen kann. Das macht es sicher einfacher, über körperliche Signale hinwegzugehen. Aber auch dazu gehört der Wille, dies zu tun.
M.
Matthias75 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.10.2022, 08:43   #16
Helmut S
Szenekenner
 
Registriert seit: 30.10.2006
Beiträge: 8.100
Zitat:
Zitat von Klugschnacker Beitrag anzeigen
Aus meiner Sicht ist das Mentale ("Leidensbereitschaft") wichtig, wird aber auch oft überschätzt und dramatisiert.
Leidensbereitschaft/-fähigkeit ist m.E. nur ein Teil des Mentalen. Es beschreibt die Fähigkeit, trotz eines "discomfort" Gefühls konzentriert zu bleiben und sein Rennen zu machen ohne dem "discomfort" nachzugeben.

Die Fähigkeit während eines Wettkampfes mit negativen Gedanken umzugehen, richtige klar richtige Entscheidungen, bei sich wechselnden Umfeldbedingungen oder nicht eingetroffenen Erwartungen zu treffen bzw. überhaupt mit solchen Situationen umzugehen uvm. gehört da auch dazu.

Ich habe mir vor geraumer Zeit das Buch "Mentales Training für Triathleten und alle Ausdauersportler" gekauft. Ich kann das Buch weiterempfehlen, für 20 EUR macht man auch wenig falsch, wenn man es nicht gut findet.


Helmut S ist gerade online   Mit Zitat antworten
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