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Trainingslager
Südbaden
Triathlon Trainingslager Südbaden
Keine Flugreise
Deutschlands wärmste Gegend
Kilometer sammeln vor den Wettkämpfen
Traumhafte Trainingsstrecken
Training auf dem eigenen Rad
21.-29. Mai 2022
04.-12. Juni 2022
EUR 390,-
Ironman Vichy 2021 - Seite 2 - triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum
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Alt 06.08.2021, 15:21   #9
Moartl17
sagt "Hallo allerseits!"
 
Registriert seit: 04.05.2020
Beiträge: 7
Der Athlete Guide ist raus: https://cdn4.sportngin.com/attachmen...683.1615967846

Hab ich schon gesagt, dass ich mich mega freue?
Bin jetzt rafahrtechnisch richtig gut drauf, heute noch mal sauber Schwimmen im See, morgen noch nen Long Run um die 30 km und dann wirds ab nächster Woche deutlich reduzierter...

1. Langdistanz - ich koooooommmeeeee
Moartl17 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.08.2021, 21:47   #10
Nette1
Szenekenner
 
Registriert seit: 26.12.2007
Beiträge: 63
Zitat:
Zitat von Moartl17 Beitrag anzeigen
Der Athlete Guide ist raus: https://cdn4.sportngin.com/attachmen...683.1615967846

Hab ich schon gesagt, dass ich mich mega freue?
Bin jetzt rafahrtechnisch richtig gut drauf, heute noch mal sauber Schwimmen im See, morgen noch nen Long Run um die 30 km und dann wirds ab nächster Woche deutlich reduzierter...

1. Langdistanz - ich koooooommmeeeee
Danke - Vorfreude, Temperaturen und der Respekt steigen.
Nette1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.08.2021, 06:08   #11
Flo_Ko
Ist alles so schön bunt hier!
 
Registriert seit: 06.12.2017
Beiträge: 17
Zitat:
Zitat von Moartl17 Beitrag anzeigen

Keine Erwähnung von Special Needs bzw. Eigenverpflegung. War das schon immer so? Oder wird wg. Corona gar nicht angeboten?
Flo_Ko ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2021, 17:36   #12
Triphil
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Benutzerbild von Triphil
 
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Ort: Bodensee
Beiträge: 1.704
Wie kann man einsehen welche Zielzeit 2021 für die Hawaii Quali in der M35 gereicht hätte?
Triphil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.08.2021, 18:19   #13
iChris
Szenekenner
 
Benutzerbild von iChris
 
Registriert seit: 29.08.2013
Beiträge: 1.878
Zitat:
Zitat von Triphil Beitrag anzeigen
Wie kann man einsehen welche Zielzeit 2021 für die Hawaii Quali in der M35 gereicht hätte?
Ich glaube aktuell gar nicht, außer im AG stand wieviele Slots überhaupt vergeben wurden
iChris ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.08.2021, 07:45   #14
Flo_Ko
Ist alles so schön bunt hier!
 
Registriert seit: 06.12.2017
Beiträge: 17
Zitat:
Zitat von Triphil Beitrag anzeigen
Wie kann man einsehen welche Zielzeit 2021 für die Hawaii Quali in der M35 gereicht hätte?
Zwei slots…. Erster und zweiter beide 09:36h
Flo_Ko ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2021, 16:37   #15
Moartl17
sagt "Hallo allerseits!"
 
Registriert seit: 04.05.2020
Beiträge: 7
Reden

Hallo Triathlonfreunde, hier mein Rennbericht vom letzten Wochenende, Langdistanz in Vichy, 1. Mal, Endzeit 13:13. Sorry für die Überlänge, aber die Emotionen haben mich überwältigt

SAMSTAG:

Nachdem wir am Freitag Abend schon in Vichy angekommen sind nutzte ich den Samstag, um beim 70.3 Rennen schon einmal ein wenig die Wechselzonen und Strecken kennen zu lernen. Bereits hier merkte man beim Schlendern entlang des Flusses Lac d'Allier, dass es ein sehr stimmungsvolles Rennen werden würde, denn jeder Teilnehmer auf der Laufstrecke wurde lautstark von den zahlreichen Fans und flanierenden Fußgängern angefeuert. Da kann man gar nicht anders, als selber auch immer wieder ein "Allez" oder auch ein "Auf geht's" für die deutschen Athleten zu schreien. Gegen 14 Uhr sind wir noch die Radrunde (ca. 80 km) einmal abgefahren mit dem Auto, das war im Nachhinein sehr gut, so hatte ich schon mal ne grobe Übersicht, was mich da morgen erwartet. Die Registrierung war für mich ganz schön kompliziert, zum ersten Mal bei so einem großen Event, da muss man wirklich an 1000 Sachen denken. Aber es lief alles reibungsfrei, auch mein altes Schulfranzösisch half mir immer wieder weiter. Und nachdem ich mir im Februar ein Canyon Speedmax TT gegönnt habe war es auch nicht ganz so peinlich wie vor Jahresfrist in Pordersdorf (bei meiner ersten Halbdistanz) mit meinem good old Pinnarello in diesem Fuhrpark von Rennboliden vom Feinsten
Nach dem Abendessen gegen 21:30 Uhr gingen wir ins Bett, ich war zwar müde und auch etwas erschöpft vom langen Rumlaufen heute, aber mir war klar, das Einschlafen wird noch ne Herausforderung. Ich glaube gegen 24 Uhr bin ich dann endlich weg geknickt und um 4:30 Uhr ging der Wecker. Gute 4 Stunden Schlaf, nicht die Welt, aber mehr glaube ich ist bei so einem Event von der Aufregung her einfach nicht drin.

SONNTAG - RACE DAY!!!!

Da es bei uns im Hotel erst ab 5 Uhr Frühstück gab und das wohl dem Großteil mit 1,5 Stunden vor offiziellem Start zu kurz war, waren Nina und ich fast alleine im Frühstückssaal. Da ich allerdings weiß, dass mein Körper und gerade mein Magen ziemlich hart im Nehmen sind mach ich mir keine großen Gedanken und verspeise einige Toasts mit Wurst und Käse und Marmelade. Ausserdem richte ich mir 3 Wurstsemmeln her (Danke Matthias für diesen Tipp!), um auf dem Rad mein 2. Frühstück zu mir nehmen zu können. Dann Schwimmsachen, Radschuhe und Pumpe eingepackt und ab zur 1. Wechselzone. Verpflegung aufs Bike gepackt, die Radschuhe in die Pedale geklickt und mit Gummis fest gemacht (zum ersten Mal gewundert, dass das sonst scheinbar keiner macht?). Kurz spekuliert, ob ich nochmal auf's Topfi geh, aber bei den Schlangen vor den Dixie Klos vertraue ich wieder auf meinen Magen, das wird jetzt dann beim Schwimmen alles verarbeitet, wird schon gut gehen. Neoprenanzug angezogen, Gott sei Dank durften wir mit Neo schwimmen, das war ne große Erleichterung für mich. Im Wartebereich hab ich dann tatsächlich unter hunderten von Supportern meine Nina am Zaun gefunden, wir haben noch letzte "Vorher" Fotos gemacht und geratscht. Ein Gel noch verspeist, dann ein erster kleiner Schock: Es kommt ein Franzose auf mich zugerannt und spricht total hektisch auf mich ein. Das war zu viel für mein schul-französisch, also bitte ich ihn, das Ganze nochmal auf englisch bitte. Er meinte, er hätte seine Schwimmbrille verloren und was er denn jetzt machen solle? Ich musste mein Bedauern äußern, ich hatte keine 2. Brille dabei und konnte ihm nicht helfen. Memo to myself: Beim nächsten Triathlon (egal welche Distanz!) IMMER ne 2. Schwimmbrille in die Wechselzone mit nehmen. Ich verabschiede mich von Nina, reihe mich bei der Schwimmzeit von ca. 1:20 ein und werde nervös. Ich stellte mich drauf ein, dass physisch der härteste Tag meines bisherigen Lebens vor mir steht und geriet etwas in Zweifel, ob ich wirklich in der Lage bin, weit über 10 Stunden am Stück Sport zu treiben. Sonst passt aber alles und es geht langsam in Richtung Start. Das ist ein kleiner Steg ca. 0,5 Meter hoch, von dort springen immer 6 Leute blockweise rein und ab geht das Wooling. So denke ich sieht ein Piranhaschwarm aus, wenn es was zu essen gibt ;-). Ich überlege noch, ob ich nen Köpfel machen soll, aber das hab ich mit Schwimmbrille nie geübt und entscheide mich dann für die Kerze, auch weil mir der arme Franzose von vorher ohne Schwimmbrille wieder in den Sinn kam. Vorm Schwimmen hab ich am wenigsten Angst und bin dann froh, als ich endlich vorne bin und es los gehen kann.

SWIM - Dauer: 1:18:10; Gesamtzeit: 1:18
Das Eintauchen in den Fluß war super angenehm, das Wasser sehr warm und es lief von Beginn weg astrein. Natürlich war es ziemlich eng und man bekommt schon den einen oder anderen Schlag vom Vorder- oder Nebenmann ab, aber alles im Rahmen, nichts Beunruhigendes. Die erste Hälfte schwimmt man entgegen der "Strömung", die allerdings wirklich sehr schwach ist. Die Pace war mit ca. 2:05 einwandfrei und wirklich besser als ich vorher dachte. Ich glaube, der "Wasserschatten", der durch die aufsteigenden Luftblasen der Vordermänner für Auftrieb sorgt, hat wirklich einen nicht zu unterschätzenden Effekt. Ich versuche, immer wieder die Orientierung zu behalten, um nicht zu sehr im Zick Zack zu schwimmen. Gelingt aufgrund des ruhigen und wellenlosen Wassers sehr gut, auch der Puls ist mit ca. 140 konstant einwandfrei. Ich versuche, die Beine so gut wie nicht zu bewegen, für die erste Disziplin sind Schultern und Oberarme verantwortlich, bevor dann die Beine übernehmen. Nach der Wende merke ich, dass der Schnitt weiter nach unten geht, ich also schneller werde. Das schiebe ich auf die nun unterstützende Strömung, denn ich versuche, nicht mehr Gas zu geben als vorhin auch. Was sich übrigens wirklich ausbezahlt ist meine FormSwim Schwimmbrille, die mir meine Pace, Gesamtzeit und Puls immer im eingebauten Display anzeigt. So weiß ich immer, wie es läuft und muss nicht den Schwimmfluss unterbrechen und auf die Uhr sehen. Mit wirklich positivem Gefühl geht es bis zum Ausstiegspunkt zurück, im Kopf nochmal die Schritte in der Wechselzone durch gehen und schon ist der erste Teil geschafft.

T1 - Dauer: 5 Minuten, 21 Sekunden
Raus aus dem Wasser, Neo aufmachen, Brille und Ohrenstöpsel in die Kappe rein und leichtes traben bis zum Fahrrad. Neo runter, Fahrradhelm auf, Gels, Riegel UND MEINE WURSTSEMMELN hinten in den TriSuite (ich denke, ich muss nicht extra dazu sagen, dass mein Suite im Deggendorf Pflanz Look der Schönste war im gesamten Feld ), Fahrrad runter vom Ständer und Barfuss los in Richtung Ausgang. Ich wundere mich nun schon zum 2. Mal, warum alle um mich rum lieber mit den ungemütlichen Radschuhen laufen anstatt barfuß. Über die überwachte Linie gelaufen, rauf auf's Rad, Füße auf die Schuhe und ein paar Mal treten. Die Gummis verabschieden sich wie abgesprochen und mit meiner Wechselzeit liege ich im Nachhinein wieder relativ weit vorne. Wechseln kann ich einfach...

BIKE - Dauer: 6:39:56, Gesamtzeit: 8:03
Aus Vichy raus geht es die ersten 10 Kilometer schön flach dahin und ich schaue, dass ich den Fokus erst mal auf Verpflegung lege, rein mit dem ersten Maurten Drink sowie der 1. Wurstsemmel. So fühle ich mich gut gerüstet für den ersten Berg, 3 km lang für 300 Höhenmeter, fast wie der Ulrichsberg. Natürlich geht's langsam voran, aber die 3 km sind schneller vorbei als ich dachte. Dann kommt eine ziemlich anspruchsvolle Abfahrt, vor der alle gewarnt haben. Ich fand sie ok und merkte hier zum ersten Mal, dass ich bergab ganz vorne dabei bin. Überholt hat mich in diesem Abschnitt keiner, meine 90 kg haben immer gut angeschoben und die Kurventechnik ist wohl auch nicht die Schlechteste. Auch die nächsten Kilometer bis zum Dorf Cusset (Kilometer 30) liefen prima, es ging meist gerade und ein wenig bergab, ich musste mich wirklich einbremsen, nicht zu sehr Gas zu geben vor lauter Optimismus. Die Durchfahrt durch Cusset hat mich dann erstmalig richtig beeindruckt. Ich war zwar noch nie in Roth, aber ich könnte mir vorstellen, das war so ein ganz klein wenig Solarer Berg Stimmung. Ein Potpourri aus Kuhglocken, Transparenten, Hupen und lautstark anfeuernden Menschen verschaffte mir einen Euphorieschub. Ich musste mich wieder einbremsen, denn direkt nach diesem Stimmungshoch folgte eine Verpflegungsstation und das Verpflegen hab ich auf dem Rad ganz oben auf die Prioliste gesetzt. Beide hinteren Flaschen weg und Wasser und Iso aufgenommen, dann die nächste kleinere Steigung (4km für 190 HM) gut mitgenommen. Dann gings wieder gerade und ein wenig bergab und ich bereitete mich mental auf den schlimmsten Teil vor, eine 16 km lange Steigung für insgesamt ca. 520 HM. Der Anfang ist wirklich hart, wobei man auch hier einmal durch ein Dorf fährt (Chatel Montagne), wo man Verpflegung und toll supportende Franzosen vorfindet. Hier treffe ich auf Olivier aus der Normandie, mit dem ich einige km zusammen klettere, während wir über Gott und die Welt ratschen. So vergeht die Zeit bei diesem Anstieg schneller und der zweite Teil der 16 km durch den Wald sind auch nicht mehr ganz so steil. Einige km und eine weitere Wurstsemmel später bin ich oben und jetzt geht's richtig bergab. Ungefähr bis km 80 also alles gut, nahe am perfekten Rennen würde ich sagen.

Und dann kam Antoine...

Antoine war ein Franzose, und zwar der Erste im Feld, der mich bergab überholte. Also dachte ich mir, ui, man kann also sogar noch mehr Gas geben hier und hing mich an meinen neuen Freund mit ein wenig Abstand dran. Das ging 4-5 Kurven super gut und ich wurde immer (über-)mutiger. Die 6. Kurve war dann eine ziemlich enge Linkskurve, für Antoine kein Problem, aber mich verließ der Mut und anstatt die Kurvenlage zu intensivieren griff ich in die Bremsen, das Rad richtete sich auf, die Räder blockierten und ich begab mich anstatt links in die Kurve geradeaus voll ins Gebüsch ca. 1,5 Meter nach unten. Scheiße. Als nächstes erinnere ich mich erst wieder, dass ich mit dem Rad am Straßenrand stehe und im Schockzustand anfange, eine Inventur zu machen. Körperlich fühle ich keine Schmerzen (die in den Oberschenkeln zählen nicht und waren schon vor dem Sturz da), ein erster Sichtcheck zeigt auch keine Schürfwunden. Ich merke, dass mein Visier noch im Graben liegt und klettere nochmal runter und hole es zusammen mit einer Wasserflasche, die daneben liegt. Ich merke, dass ich mit der rechten Seite scheinbar aufgeschlagen bin und auch auf den Helm gefallen bin. Hoffentlich keine Gehirnerschütterung, damit schaffe ich keine 2. Runde und nen Marathon. Dann werfen wir mal nen Blick auf's Rad, wenn da was kaputt ist, dann wars das, Ersatzräder gibt's hier nicht. Es sieht alles ok aus, nur der Lenker ist nach rechts um schätzungsweise 20 Grad verbogen. Ich spekuliere, ob ich so noch 100 km fahren kann, immer nach rechts schauend. Eher schlecht denk ich mir, also versuche ich ihn mit ein wenig Kraft wieder gerade zu biegen. Das geht im 3. Anlauf und Gott sei Dank waren das nur Scharniere, nichts verbogen oder gebrochen. Mit wackligen Beinen steig ich wieder auf und fahre deutlich langsamer weiter. Ich hab Riesenrespekt vor den noch zahlreich vor mir liegenden Abfahrten und nehme mir vor, von Kurve zu Kurve wieder etwas Sicherheit auf zu bauen. Das funktioniert ganz gut, bis ich rechts unter dem Visier an der Stirn ein Rinnsal runter laufen spüre. Ist das Blut? Hoffentlich nicht, sonst glaub ich wäre es vorbei. Ich rede mir ein, dass es Schweiß ist, hin greifen kann ich da jetzt nicht, dafür sitzt das Visier zu eng. Ca. ne Minute später dann die Hiobsbotschaft, das Visier verfärbt sich von rechts außen farbig. Scheiße, das ist wohl doch Blut. Ich nehme unter der Fahrt das Visier ab und stelle fest, dass das Blut doch nur eine französische Schnecke ist, flippe sie in die Natur und bin wieder besser gelaunt. Es geht weiter, bis wir zum Start der zweiten Runde (km 100) wieder nach Cusset kommen. Leider fängt es jetzt richtig an zu regnen, das hätte ich jetzt nicht wirklich gebraucht. Ich habe eh schon großen Respekt vor den Abfahrten der zweiten Runde nach dem Sturz und jetzt auch noch auf nassem Untergrund. Andererseits denke ich mir, wir sind hier bei nem Ironman und nicht auf einem Kindergeburtstag. Also, mentale Härte ist gefragt. Dieses Mal nutze ich die Anstiege für Plaudern mit Landsfrau Anja und treffe dann auf David aus Frankreich. Er ist sehr nett und sympathisch und wir verstehen uns prima. Ich erzähl ihm von meinem Sturz und wir einigen uns darauf, dass die Abfahrten wirklich sau viel Spaß machen, aber halt auch tückisch sind. Nach km 135 ist auch der zweite harte 16 km Anstieg hinter mir und ich spüre meine Oberschenkel deutlich, dafür fühle ich mich mental wieder voll auf der Höhe. Doch als ich wenig später eine Trinkflasche von hinten nehmen will, bekomme ich immer nur die Notfall Luftpumpe zu greifen. Da stimmt was nicht. Und tatsächlich, durch den etwas rauheren französischen Asphalt hat sich eine von zwei Befestigungsschrauben des Getränkehalters verabschiedet und der hängt nach unten. Gut, dass ich kurz vorher bei einer Verpflegungsstation mal kurz angehalten habe, um meine vorne befindliche Aeroflasche mit Wasser zu befüllen. Ich beschließe jetzt nicht an zu halten. Entweder das Ding fliegt weg, dann kauf ich mir nen neuen. Oder aber es hält an der einen Schraube durch, genug zu trinken für die Abfahrten jetzt hab ich noch bei mir. Es läuft perfekt, ich finde wieder mein Tempo, werde bergab von nur einem Mitfahrer überholt (den lass ich dieses Mal aber anerkennend ziehen ) und genieße die rasante Fahrt auf dieser wirklich tollen Radstrecke durch die französische Provinz. Ausserdem nehme ich noch 2 Powerbar Riegel zu mir (die Wurstsemmeln waren schon alle weg), weil mir bewusst ist, dass ich beim Laufen wohl nichts festes mehr zu Essen zu mir nehmen werde. So geht es ins trockende Vichy zurück und ohne weitere Zwischenfälle erreiche ich T2.

T2 - Dauer: 4 Minuten, 7 Sekunden
Auf der Brücke vor der Haltelinie die Klettverschlüsse der Schuhe aufgemacht, dann raus aus den Schuhen und barfuß wieder langsam laufend an den mit den Radschuhen gehenden Mitstreitern vorbei (zum letzten Mal wundere ich mich, aber das hatten wir ja schon...). Fahrrad an meinem Platz aufhängen, Helm verstauen, Socken und Laufschuhe an, noch ein kurzer (erster!!!) Pinkelstopp und auf zur letzten Etappe.

RUN - Dauer: 5:06:18, Gesamtzeit: 13:13:51
Gleich am Anfang läuft man durch den Zielbereich, wo die meisten Leute sind und gute Stimmung herrscht. Nun wendet sich das Blatt im Vergleich zum Rad, nun werde ich laufend überholt. Und das obwohl ich mit teils über 10 km/h viel zu schnell anfange und mich bewusst runter bremsen muss, weil ich mittlerweile weiß, dass das sonst nicht gut geht hinten raus. Die ersten 7 km laufen ganz gut und dann seh ich auch endlich meine Nina wieder, die sich so positioniert hat, dass ich zweimal pro Runde an ihr vorbei laufe. Ich lächle und es fällt mir tatsächlich noch gar nicht so schwer wie vorher befürchtet. Die erste Runde läuft prima, jetzt sind es nur noch 31,5 km. Ich merke den Verschleiß, die Pace geht runter, aber das macht nix. Es geht jetzt um keine Zeit mehr, sondern nur noch um diese soooo sehr herbei gesehnte Finish Line. Überragend auch hier der Support der Zuschauer. Es gibt ein paar Hotspots an der hinteren Brücke und der Strandpromenage entlang, wo der Punk richtig abgeht. Alle feuern einen an, jeder kennt einen beim Namen (gut, liegt vermutlich daran, dass der zusammen mit Nummer und Herkunftsland auf der vorne hängenden Startnummer steht) und gerade auch die deutschen Supporter machen sich lautstark bemerkbar, wenn sie einen Landsmann sehen. Bei km 15 verspüre ich ein Bedürfnis, leider geht ca. 50 Meter vor mir ein anderer Athlet ins einzige Dixieklo an dieser Verpflegungsstation. Die 2,5 Minuten Wartezeit tun mir aber ganz gut, nach weiteren 2,5 Minuten geht es schon wieder weiter. Nachher habe ich gehört, dass einige meiner zahlreich zuhause mitfiebernden Freunde schon Angst hatten, jetzt wäre es vorbei mit mir aufgrund der extrem abfallenden Pace. Aber hey, auch ein Ironman muss mal auf's Topfi . Nachdem es mir bei km 18 immer noch erstaunlich gut geht schließe ich einen Vertrag mit mir: Es wird hier keine Gehpausen geben vor der letzten Runde. Und tatsächlich, bei km 25 ca. erwische ich mich, dass ich vom langsamen Laufen ins Gehen wechsle. In einer heftigen, aber kurzen Diskussion mit mir selber bläue ich mir ein, dass Verträge dazu gemacht werden, um eingehalten zu werden. Also auf gehts, weiter wieder im Laufschritt. Und die letzte Runde war dann bei weitem nichts schlimmes, sondern eigentlich eher Genuß pur. Die Stimmung nochmal genießen, schön bedanken bei allen Supportern sowie auch den zahlreichen, extrem netten Helfern an den Verpflegungsstationen und voller Vorfreude auf das jetzt nicht mehr zu verfehlende Ziel weiter Gas zu geben.

FINISH LINE - I AM AN IRONMAN!!!!!
Ich glaube, ab km 35 brachte nichts mehr mein Lächeln aus dem Gesicht und das Ganze mündete in einem emotionalen Zieleinlauf voller Adrenalin und Endorphinen. Ein für mich beeindruckendes, ereignisreiches und vermutlich auch einmaliges Erlebnis ging zu Ende und ich war einfach nur glücklich, zufrieden, stolz und euphorisiert.
Ich dachte wirklich, dass es am Ende noch wesentlich schlimmer, härter und vor allem negativer wird und ich mich mehrmals gegen meinen inneren Schweinehund durch setzen müsse. Aber das war nicht so, es war wirklich Genuß pur, wenngleich ich natürlich einen Mordsmuskelkater nicht verheimlichen will. Die letzten 1,5 Jahre waren wirklich der Hammer, der 4 Stufen Plan (Halbmarathon, Halbdistanz, Marathon, Ironman) fand vergangenes Wochenende sein Ende und wird mir immer in Erinnerung bleiben!

Zu guter Letzt ein Riesen Dankeschön an meine Unterstützer.
Hier natürlich an allererster Stelle meine Nina, die nicht auch nur ein einziges Mal gemeckert hat, wenn ich mal wieder auf ne lange Radausfahrt oder nen Long Run gegangen bin und mich auch am Wochenende wirklich grandios unterstützt hat!
Auch an all meine Trainingspartner in den letzten 18 Monaten, namentlich möchte ich zwei heraus heben. Einmal der Hermi, der mir zeigte, wie man nen Marathon packt, obwohl man schon nicht mehr kann. Und zum anderen der Matthias, ich denke, da waren einige richtig wertvolle Radeinheiten inkl. Tipps dabei, ohne die ich es wohl nicht geschafft hätte.
Und dann selbstverständlich auch an die Unterstützer zuhause, egal ob meine beiden Jungs, meine Mutter, Schwester, Bruder mitsamt Familien und die vielen vielen tollen Freunde, die ich Gott sei Dank habe: Es war einfach toll zu erfahren, wie ihr am Live Tracker mitgefiebert habt! Jetzt hab ich wieder mehr Zeit und wir trinken jetzt auch mal wieder das ein oder andere Bierchen MIT Alkohol!

Hier meine einzelnen Abschnitte auf Strava inkl. ein paar Fotos:
SWIM: https://www.strava.com/activities/5837081564
T1: https://www.strava.com/activities/5837081509
BIKE: https://www.strava.com/activities/5837081726
T2: https://www.strava.com/activities/5837081527
RUN: https://www.strava.com/activities/5837081668
Moartl17 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2021, 17:24   #16
sXe_hollaender
Ist alles so schön bunt hier!
 
Registriert seit: 29.10.2014
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 22
Glückwunsch zu deinem tollen Finish und vielen Dank für deinen tollen Bericht. :-)
sXe_hollaender ist offline   Mit Zitat antworten
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