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Quo vadis DTU? - Seite 3 - triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum
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Alt 05.04.2017, 09:25   #17
captainbeefheart
 
Beiträge: n/a
Bei der Gelegenheit: Gratulation an Frederic zur Leistung auf Gran Canaria.
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Alt 05.04.2017, 09:56   #18
NBer
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Beiträge: 5.099
die dtu ist natürlich zweierlei druck ausgesetzt...erstens termindruck. die weltcups beginnen im februar, die WTS rennen im märz. viel später als märz kann man den test nicht machen.
und zweitens ist die dtu interessendruck ausgesetzt....sprich es wollen mehr athleten an europacups, weltcups usw teilnehmen, als die dtu startplätze hat. deswegen verstehe ich übrigens auch die forderung von gregor im podcast nicht, die europacups allen interessierten zur profilierung und leistungsentwicklung zu öffnen nicht, die dazu nötigen startplätze bekommt deutschland dort gar nicht.
es muss also eine wie auch immer geartete nominierung erfolgen. und da kommt man dann zu nominierungskriterien. wo ich voll bei der dtu bin ist, dass man aktuelle startplätze nicht aufgrund alter leistungen, also nach verdienst, vergeben sollte, sondern nach aktueller leistungsfähigkeit. die lässt sich nur über einen aktuellen test herausfinden.
diskutieren kann man über die art des testes. wenn ich mal von unserem besten mann ausgehe, der absolut kein beckenschwimmer ist, in deutschland aber locker in den top10 der junioren aus dem wasser kommt und auch bei der wm die erste radgruppe erreicht.....der wird wie HAFU schon über weltklasseathleten schrieb, die weltcupnorm in einem schwimmbecken nie schaffen. in real sieht das dann beim schwimmen aber ganz anders aus.
gut wäre aus meiner sicht, wenn die dtu zusätzlich zum bisherigen test am anfang der saison einen wettkampf benennt, wo sich deutsche athleten über die komplexleistung für internationale cups qualifizieren können. im nachwuchs gibt es das (zum glück für uns).....der erste deutschlandcup im mai gibt den jugendlichen noch eine möglichkeit, sich über die komplexleistung zu qualifizieren.
warum sollte das nicht auch in der U23 und bei den erwachsenen möglich sein? der wettkampf müsste nicht einmal in deutschland sein, vll findet man im märz auch einen top organisierten sprint- oder olympischen triathlon in südeuropa. es sollte (darf) nicht einmal ein europacup sein (wegen der startplatzlimitierung), sondern einzig ein wettkampf den die deutschen intern nutzen, um den und die beste(n) in der komplexleistung herauszusieben.
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Alt 05.04.2017, 10:27   #19
Hafu
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Registriert seit: 23.10.2006
Beiträge: 11.981
Zitat:
Zitat von NBer Beitrag anzeigen
...sprich es wollen mehr athleten an europacups, weltcups usw teilnehmen, als die dtu startplätze hat. deswegen verstehe ich übrigens auch die forderung von gregor im podcast nicht, die europacups allen interessierten zur profilierung und leistungsentwicklung zu öffnen nicht, die dazu nötigen startplätze bekommt deutschland dort gar nicht.
...
Die Forderung von Gregor resultiert daraus, weil er weiß, wie es die international erfolgreichen Verbände (Großbritannien, Spanien, Frankreich) handhaben:

Auf Gran Canaria beim ersten Europacup waren alleine 25 (!) Spanier und 10 (!) Briten am Start. Und genau ein Deutscher.

In Quarteira waren, wenn ich es richtig im Kopf habe, 11 Spanier, 9 Franzosen und 9 Briten und kein einziger Deutscher am Start.

Und ich spreche hier nur vom Männer-Elitefeld. Bei den Frauen waren bei beiden Rennen keine einzige Deutsche und jeweils ähnlich viele Spanier, Briten und Franzosen am Start.

Eine Limitierung der Startplätze bei Kontinentalcups existiert aktuell nur in der Theorie. Solange ein Starterfeld nicht voll ist, kann eine Nation so viele Starter nominieren, wie sie will. Die Spanier, Briten und Franzosen profitieren in der Praxis davon, dass der größte und reichste Triathlonverband Europas, nämlich die deutsche Triathlon Union, sein ihm zustehendes Starterkontingent nie ausnützt und können damit ihren eigenen Wettkampfnachwuchs internationale Wettkampfpraxis sammeln lassen, die dem Großteil der deutschen Starter verwehrt bleibt.

Anstatt von den seit Jahren international erfolgreichen Nationen (GB, Spanien, Frankreich) zu lernen und versuchen deren bewährte Nachwuchsförderungskonzepte zu imitieren, versucht die DTU gerade das Rad neu zu erfinden und ein komplett neues Förderkonzept zu konzipieren mit einer radikalen Auslese auf unterster, nämlich nationaler Ebene und in einem hochsensiblen Alter (mit 18-20 Jahren) in dem die meisten Athleten aufgrund eines Wechsels der Lebensumstände (Beendigung der Schullaufbahn, Beginn eines Studiums oder Berufslaufbahn) ohnehin einer Doppel- und Dreifachbelastung ausgesetzt sind.

Dass es Athleten gibt, die nicht nur durch Training sondern eben auch durch internationale Wettkämpfe schneller werden und sich weiter entwickeln wird im aktuellen Leistungssportkonzept der DTU unverständlicherweise komplett vergessen.

Man muss sich mal die Mühe machen, in der Wettkampfdatenbank auf Triathlon.org nach zu lesen, auf welchen Plazierungen aktuell erfolgreiche Athleten wie z.B. der Zweite von Abu Dhabi, der Brite Thomas Bishop oder die dritte von Abu Dhabi Sara Vilic oder die Achtplazierte Lisa Perterer vor wenigen Jahren (oder Monaten) international noch ins Ziel gelaufen sind, in welchem Alter eine Gwen Jorgensen, Katie Zaferes, Flora Duffy überhaupt erst in internationale Triathlons eingestiegen sind (allesamt deutlich jenseits von 23 Jahren) um zu erkennen, dass die radikale Auslese, die die DTU zur Zeit zu betreiben versucht, zwangsläufig dazu führt, dass solche "Spätentwickler" in Deutschland dem Leistungssport verloren gehen, weil sie nahezu keine Chance hätten in echten Wettkämpfen gesichtet zu werden.
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Geändert von Hafu (05.04.2017 um 10:55 Uhr).
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Alt 05.04.2017, 10:36   #20
drullse
triathlon-szene.de Autor
 
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Zitat:
Zitat von Hafu Beitrag anzeigen
In Quarteira waren, wenn ich es richtig im Kopf habe, 11 Spanier, 9 Franzosen und 9 Briten und kein einziger Deutscher am Start.

Und ich spreche hier nur vom Männer-Elitefeld. Bei den Frauen waren bei beiden Rennen keine einzige Deutsche und jeweils ähnlich viele Spanier, Briten und Franzosen am Start.
Hast Du richtig im Kopf - ich war vor Ort und ziemlich überrascht, nicht einen einzigen Deutschen am Start zu sehen.
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Zum Thema "Preisgestaltung Ironman":

"Schließlich sei Triathlon eine exklusive Passion, bemerkte der deutsche Ironman-Chef Björn Steinmetz vergangenes Jahr in einem Interview. Im Zweifel, so sagte er, müsse man sich eben ein neues Hobby suchen."
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Alt 05.04.2017, 10:49   #21
Hafu
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Zitat:
Zitat von drullse Beitrag anzeigen
Hast Du richtig im Kopf - ich war vor Ort und ziemlich überrascht, nicht einen einzigen Deutschen am Start zu sehen.
Frederic hätte die Norm gehabt, konnte sich aber den zusätzlichen Start finanziell nicht leisten. Andere deutsche Startwillige bei Männern und Frauen hatten die Europacupnorm nicht. Inwieweit dann auch bei anderen Deutschen finanzielle Erwägungen eine Rolle spielten weiß ich nicht genau.

Ich weiß auch nicht, ob Briten, Franzosen und Spanier Reisekostenzuschüsse für Starts bei Europacups erhalten, würde es aber angesichts der Menge der Starter vermuten, zumal bei diesen Nationen auch Trainer und Physiotherapeuten bei Europacups vor Ort sind, die den Athleten vor, während und nach dem Rennen unterstützen, während Frederic komplett auf sich alleine gestellt war und wegen der Begrenzungen des Reisegepäcks z.B. auch keine Ersatzlaufräder in der Wechselzone deponieren konnte, wie alle anderen Nationen, weswegen ich ihm auch zu pannensicherem Material (mit etwas höherem Rollwiderstand) geraten hatte um da keine böse Überraschung zu erleben.
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Alt 05.04.2017, 11:03   #22
noam
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Beiträge: 3.823
Scheint in allen Bereichen so zu sein, dass Deutschland immer versuchen muss, sein eigenes Ding zum machen.

Halt Moment. Im Fußball hat man die Nachwuchsleistungszentren der im Jugendbereich erfolgreichsten Clubs (Ajax, Barca, ...) kopiert und für den Linzenserhalt verpflichtend gemacht. Und hier entscheiden halt die Scouts der Vereine sehr flexibel wer eine Chance bekommt / verdient hat. Man ist nicht an ein starres Kadersystem gebunden. Wenn man sich die Entwicklung im deutschen Fußball ab 2002 anschaut, scheint das nicht unerfolgreich zu sein.

Komischerweise sieht man das im Ausdauersport wie zB im Schwimmen und anscheinend im Triathlon anders, wo alles nur über fixe altersgebundene Normen oder einzelne Qualifikationswettkämpfe geht.

Dabei sortiert man doch schon die talentierten mit schlechtem finanziellen Background aus, weil diese sich nicht mal eben 83749287 Trainingslager bei besten Bedingungen leisten können, um zum Stichtag topfit zu sein. Und bist du zum Tag X nicht bei 100%, bist du halt nicht dabei. Sichere Zukunftsplanung, welche ja nun gerade im Alter rund um den Schulabschluss sehr wichtig ist, ist da nicht gegeben und wer entscheidet sich dann für eine fragwürdige Karriere im Leistungssport statt einer entsprechenden Ausbildung oder Studium (wenn es auch in Einzelfällen möglich sein sollte beides unter einen Hut zu bekommen).
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Auf dem Weg vom “steifen Stück” zum geschmeidigen Leopard
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Alt 05.04.2017, 12:01   #23
Gozzy
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Registriert seit: 24.04.2015
Ort: Aotearoa
Beiträge: 619
Zitat:
Zitat von noam Beitrag anzeigen
...
Im Fußball wurden zwar die Konzepte kopiert und erfolgreich weiterentwickelt. Allerdings ist es im Fußball aber genauso selektiv auf unterster Ebene. Dort gibt es Sprintparcours, welche in einer gewissen Zeit absolviert werden müssen. Schafft man die Norm nicht dann ist man raus unabhängig von den rein Fußball spezifischen Fähigkeiten. Der Unterschied ist nur, dass der Fußball sich das leisten kann im Gegensatz zum Triathlon. Ersten drückt eine Unmenge an Talenten bei den Fußballern nach und zweitens können es die Fußballer auch aus der 3. BL nach ganz oben schaffen.

Die unsichere persönliche Zukunft ist kein Triathlon eigenes Problem. Da geht es ganz vielen Sportarten in Deutschland ähnlich. Aber ich stimme Dir zu, dass man da ansetzen muss. Ich sehe auch den Ansatz der rigorosen Auslese auf tiefem regionalen Niveau (über die Durchführung kann man sicherlich streiten) nicht als verkehrt an. Allerdings muss über ein Anreizsystem (Stichwort persönliche Zukunft) dafür gesorgt werden, dass auch genügend Athleten diese Normen unbedingt schaffen wollen. Also im Sinne von einem Anstieg der Quantität an Qualität. Wäre zumindest theoretisch eine Idee...
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Machen ist wie wollen, nur krasser!

Es ist schwer jemanden zu besiegen der nie aufgibt.

~ Kaua e mate wheke mate ururoa ~

Der ambitionierte Triathlet lässt sich seine Kaufentscheidung nicht durch Argumente kaputt machen.
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Alt 05.04.2017, 19:35   #24
Spargelkoppel
Szenekenner
 
Registriert seit: 14.12.2008
Beiträge: 676
Mir schienen aus der Ferne die Kriterien Schwimmen und Laufen sehr geeignet. Ich erinnere an den Sieg von Summer Cook in Edmonton. Sie kam mit der 1. Gruppe aus dem Wasser, hatte zwar große Mühe, in der Radgruppe zu bleiben, lief dann aber erfolgreich zum Sieg.

Wenn die DTU wegen der neuen Spitzensportförderung Medaillen in 2020 oder 2024 will, braucht sie Kandidaten, die zuverlässig in der 1. Gruppe schwimmen können.

Bei den Herren erinnere ich an Henri Schoeman, der als starker Schwimmer vor den Überläufern Mario Mola und Richard Murray in Rio im Ziel war.

Geändert von Spargelkoppel (05.04.2017 um 19:49 Uhr).
Spargelkoppel ist offline   Mit Zitat antworten
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