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Von Auto übersehen und umgefahren. Schmerzensgeld ? - Seite 4 - triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum
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Alt 31.07.2020, 19:33   #25
Isemix
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Registriert seit: 23.07.2017
Ort: Sachsen
Beiträge: 308
Zitat:
Zitat von kullerich Beitrag anzeigen
Die Behauptung war, dass "Ärzte automatisch die Polizei hinzuziehen", und diese Behauptung ist nicht richtig, siehe mein Beispiel. Warum du da moralisierende Bemerkungen anhängst, erschließt sich mir nicht
Ärzte sind zumindest dahingehend angehalten die Betroffenen auf Hilfsmöglichkeiten hinzuweisen, Ärzte unterliegen im allgemeinen der Schweigepflicht und müssen durch den Geschädigten ggü. Der Polizei entbunden werden. Außerdem liegt in vielen Fällen der Häuslichen Gewalt auch das Zeugnisverweigerungsrecht vor.

Es ist einfach ein Vergleich der so oder so hingt. Es tut mir leid wenn es zu forsch von mir war...
Aber so gesehen hast du recht, aber bei z.b. Kindeswohlgefährdung ist es meiner Meinung nach auch der Ehrenkodex der einen Arzt dazu verpflichten sollte. 🙋*♂️
Isemix ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.07.2020, 20:18   #26
RolandG
Szenekenner
 
Benutzerbild von RolandG
 
Registriert seit: 02.09.2008
Ort: Bad Homburg
Beiträge: 247
Zitat:
Zitat von deirflu Beitrag anzeigen
Zumindest in Österreich ist es eine Verletzung der Meldepflicht die einen Strafrahmen bis zu €2180,- vorsieht.

https://www.wko.at/service/verkehr-b...enschaden.html

Ich denke in Deutschland wird es so etwas ähnliches auch geben, zumindest bin ich davon ausgegangen. Wenn nicht spezifiziere ich meine Aussage darauf dass es zumindest bei mir so war.

Edit: gibt es, hab jetzt einfach die erste Quelle genommen

https://www.bussgeldkatalog.org/meld...htiger-unfall/

Damit das in Zukunft niemanden abhält nachträglich eine Meldung zu machen. Weder mein Unfallgegner noch ich mussten eine Strafe zahlen, wurden aber sehr eindringlich darüber belehrt. Daher schrieb ich auch das die Polizei nicht all zu glücklich darüber ist.
Es gibt mW in Deutschland keine gesetzliche Pflicht zur Meldung eines Unfalls an die Polizei. Dementsprechend gibt es auch keine Sanktion, erst recht keine Strafe.
__________________
Viele Grüße von der Radstrecke des IM Germany,
Roland
RolandG ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.07.2020, 21:26   #27
noam
Szenekenner
 
Benutzerbild von noam
 
Registriert seit: 04.04.2010
Ort: Ostfriesland
Beiträge: 3.894
Grundsätzlich gibt es in D bei keinem Unfall eine Anzeigepflicht. Als Unfallbeteiligter kann man sich höchstens des unerlaubten Entfernen vom Unfallort schuldig machen, wenn man bei Feststellungsinteresse (Sicherung zivilrechtlicher Ansprüche) keine, falsche oder unzureichende Angaben zu seiner Person oder der Art seiner Beteiligung macht.

Auch ist es entgegen dem Volksglauben nicht Aufgabe der Polizei für die Schadensregulierung oder Schmerzensgeld zu sorgen. Aufgabe der Polizei ist im Rahmen der Unfallaufnahme begangene Straftaten wie Ordnungswidrigkeiten festzustellen und ein beweissicheres Straf- bzw. OwiVerfahren zu gewährleisten. Dennoch MUSS die Polizei erst tätig werden, wenn sie Kenntnis von Tatsachen bekommt, die hinreichend einen Verdacht für das vorliegen einer Straftat begründet. Haben die Unfallbeteiligten kein Interesse an einer Strafverfolgung sind sie nicht gezwungen die Polizei zu verständigen.

(Nehmen wir mal an, Fahranfänger F macht einen dummen Fehler und es kommt zum Unfall bei dem Radfahrer R stürzt und sich leicht verletzt. Nun rufen sie die Polizei und obwohl der Radfahrer ja nun nur seinen Schaden ersetzt haben will, welcher völlig losgelöst von den polizeilichen Ermittlungen im Zweifel in einer Zivilklage vor Gericht beschieden wird, wird gegen F ein Strafverfahren aufgrund fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Blöde Nebenfolge ist ein Eintrag in Flensburg und eine teure Nachschulung.)


Natürlich wollen RA und Versicherungen, dass ein Verkehrsunfall durch die Polizei aufgenommen wird, da diese dann erheblich weniger Arbeit haben, da sie eben nicht selber arbeiten müssen, sondern einfach auf die Akte der Polizei verweisen. Das Schadensersatzrecht ist aber gänzlich losgelöst vom strafverfahrensrecht und kommt teilweise auch zu unterschiedlichen Einschätzungen. Zur Durchsetzung seiner zivilrechtlichen Interessen reicht im Zweifel bei klarem Unfallhergang ein Personalienaustausch und eine Dokumentation des Unfallorts (Fotos).



Und zu den ganzen Märchen, was die polizei alles macht am Unfallort: Da lasst euch mal keinen Bären aufbinden. Bei klarem Unfallhergang bei leicht verletzter Person wird kein Hexentanz veranstaltet.
__________________
Auf dem Weg vom “steifen Stück” zum geschmeidigen Leopard
noam ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 31.07.2020, 21:34   #28
Adept
Szenekenner
 
Benutzerbild von Adept
 
Registriert seit: 18.03.2010
Beiträge: 968
Zitat:
Zitat von noam Beitrag anzeigen
...
Noam, hört sich schlüssig an. Und ich glaube, du bist vom Fach, oder?
Adept ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2020, 07:59   #29
poldi
Szenekenner
 
Benutzerbild von poldi
 
Registriert seit: 16.05.2013
Ort: Gratia Styriae
Beiträge: 1.271
[/list]
Zitat:
Zitat von Adept Beitrag anzeigen
Noam, hört sich schlüssig an. Und ich glaube, du bist vom Fach, oder?
Ist er und hilft dankenswerterweise Mythen Legenden und Volksglauben zu relativieren.
poldi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2020, 10:03   #30
Bommel91
Szenekenner
 
Registriert seit: 10.01.2018
Beiträge: 476
Danke für den Post. Bei juristischen Fehlvorstellungen kann man sich nur die Finger wund tippen
__________________
IM 70.3 Duisburg 2020
Bommel91 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2020, 12:06   #31
upado
Ist alles so schön bunt hier!
 
Benutzerbild von upado
 
Registriert seit: 27.07.2009
Ort: Troisdorf
Beiträge: 29
Es ist schon amüsant, mit welch´ gefährlichem Halbwissen hier rumgeschleudert wird.


Bei einem Verkehrsunfall mit Personenschaden, der hier zweifelsfrei vorliegt, gibt es den strafrechtlichen und zivilrechtlichen Teil.


Was den strafrechtlichen Teil angeht, ist es bis 30 Tage nach dem Ereignis möglich online oder auf einer Polizeiwache Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung zu erstatten. Selbstverständlich sollten die Daten des Unfallgegners (Personalien, Kennzeichen) vorliegen und Unfallzeit und -ort bekannt sein.
Diese wird dann beim zuständigen Verkehrskommissariat bearbeitet und geht dann weiter zur Staatsanwaltschaft. Dort wird dann final entschieden bzgl. des Verkehrsverstoßes und der fahrlässigen Körperverletzung.

Beim zivilrechtlichen Teil ist es schon etwas umfangreicher. Grundsätzlich könnte dies ohne polizeiliche Aufnahme und oben erwähnte weitere Bearbeitung stattfinden. Jedoch kämpfen beide Parteien, letztendlich mit Rechtsanwälten, mit allen Mitteln und Tricks, um ungeschoren davon zu kommen. Eine fehlende polizeiliche Unfallaufnahme kann da entscheidend sein. Ebenso versuchen Versicherungen immer eine Zahlung zu vermeiden. Wenn der Geschädigte an einer Schadensregulierung ernsthaft interessiert ist, wird die rechtliche Auseinandersetzung unumgänglich sein. Das Ergebnis (Schadensersatz, Schmerzensgeld, usw.) ist völlig unabsehbar und rein spekulativ.


Ich hoffe Torsten, ich konnte die damit weiterhelfen und wünsche deinem Vater gute Besserung.
upado ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2020, 19:02   #32
qbz
Szenekenner
 
Benutzerbild von qbz
 
Registriert seit: 24.03.2008
Beiträge: 6.168
Zitat:
Zitat von upado Beitrag anzeigen
.......
Ebenso versuchen Versicherungen immer eine Zahlung zu vermeiden. Wenn der Geschädigte an einer Schadensregulierung ernsthaft interessiert ist, wird die rechtliche Auseinandersetzung unumgänglich sein. Das Ergebnis (Schadensersatz, Schmerzensgeld, usw.) ist völlig unabsehbar und rein spekulativ.
.......
Ich habe wirklich keine Ahnung, nach welchen Grundsätzen die Schadensregulierungsabteilung der Versicherungen allgemein arbeiten. Meine persönlichen Erfahrungen sind jedoch im Hinblick auf die Schadensregulierung positiver Art. Ich bekam 2mal ein Rennrad von Versicherungen nach Unfällen ersetzt, die nicht polizeilich aufgenommen waren, und wo ich die Schadensfotos einreichte, sowie einmal alle Tierarztkosten bezahlt von der Hundehaftpflicht eines Halters, dessen Hund das Grundstück verliess und freilaufend meinen Hund anfiel und ihm das Bein brach. Sofern der Schadensverursacher und der Geschädigte stimmige und gleichlautende Vorfallsschilderungen abgeben, sehen vielleicht die Versicherungen keine Möglichkeiten, die Schadensübernahme abzulehnen und wollen doch auch ein gerichtliches Verfahren mit zusätzlichen Kosten lieber vermeiden.

Geändert von qbz (01.08.2020 um 19:15 Uhr).
qbz ist offline   Mit Zitat antworten
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