Was ein Glück haben wir diese alternativen Medien und man muss nicht den alten, von ausgebildeten Journalisten mit einem Mindestmaß an Berufsethos recherchierten Massenmedien vertrauen. Die Vielfalt macht das jetzt alles besser. Da kann man sich seine Wahrheit selber raussuchen.
... alten, von ausgebildeten Journalisten mit einem Mindestmaß an Berufsethos recherchierten Massenmedien
Bei diesem Lob muß ich an den Spiegel oder aktueller an die altehrwürdige BBC denken...
Viele sog. alternative Medien werden von Leuten betrieben, die die gleiche Ausbildung wie die "Massenmedien" hatten, oft auch dort über Jahre gearbeitet haben. Der Unterschied ist meist nicht die Ausbildung oder Berufsethos, sondern darin, was von der jeweiligen Redaktion gewünscht wird, worüber geschrieben und was weggelassen wird.
Zitat:
Zitat von holti72
Die Vielfalt macht das jetzt alles besser. Da kann man sich seine Wahrheit selber raussuchen.
Ja, Vielfalt macht sehr vieles besser, nicht nur wenn es um Herkunft, Geschlecht oder Hautfarbe geht. Manche suchen sich dabei "ihre Wahrheit" raus (und blenden alles andere aus), andere bilden sich damit einfach ein differenzierteres und komplexeres Bild der Welt und der Möglichkeiten, indem sie unterschiedliche Ansichten und Informationen anschauen.
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
Ach ja, Relotius – der Joker, der immer gezogen wird, wenn man Qualitätsjournalismus diskreditieren will. Der Unterschied? Bei Spiegel und BBC fliegen solche Fälle nicht unter dem Radar, sie werden öffentlich gemacht, aufgearbeitet und führen zu Konsequenzen. Nennt sich Transparenz – ein Konzept, das viele `alternative Medien´ nur aus dem Wörterbuch kennen.
`Vielfalt´ klingt toll, aber wenn sie bedeutet, dass jeder seine eigene Realität zusammenbastelt, ist das keine Bereicherung, sondern ein Hobby für Leute, die Fakten für optional halten.
Journalistische Standards wie Quellenprüfung und Haftung sind nicht perfekt, aber immerhin existent. Bei solchen alternativen Medien ist der einzige Standard: Gefällt mir, also ist es wahr! Wer das für die bessere Alternative hält, verwechselt Meinungsfreiheit mit Beliebigkeit.
Ach ja, Relotius – der Joker, der immer gezogen wird, wenn man Qualitätsjournalismus diskreditieren will. Der Unterschied? Bei Spiegel und BBC fliegen solche Fälle nicht unter dem Radar, sie werden öffentlich gemacht, aufgearbeitet und führen zu Konsequenzen. Nennt sich Transparenz – ein Konzept, das viele `alternative Medien´ nur aus dem Wörterbuch kennen.
Na ja, tu nicht so, als ob Spiegel oder BBC dies freiwillig und in Eigenregie öffentlich gemacht hätten. Die mußte man dazu zwingen, das ist keine Transparenz. Und beides sind nicht Einzelfälle, sondern nur prominente Beispiele, daß überall auch schlechter Journalismus möglich ist und geduldet wird, wenn es den eigenen Zwecken dient.
Zitat:
Zitat von holti72
`Vielfalt´ klingt toll, aber wenn sie bedeutet, dass jeder seine eigene Realität zusammenbastelt, ist das keine Bereicherung, sondern ein Hobby für Leute, die Fakten für optional halten.
Vielfalt bedeutet, daß keine "Wahrheitsinstanz" vorfiltert, welches Medium legitim und "wahr" ist, oder nicht. Vielfalt beduetet auch die Akzeptanz daß es inhaltlich, politisch und qualitativ unterschiedliche Medien gibt und geben muß. Die Filterung muß der Medienkompentenz der Nutzer überlassen werden. Und ja, jedes Medium wählt unter den Fakten aus, was man anspricht, was man wegläßt - das ist nun mal so, wenn man eine "Botschaft" überbringen will. Darum will ich als Leser vielfalt, um ein kompletteres Bild der Wirklichkeit und der Meinungen zu bekommen.
Zitat:
Zitat von holti72
Journalistische Standards wie Quellenprüfung und Haftung sind nicht perfekt, aber immerhin existent. Bei solchen alternativen Medien ist der einzige Standard: Gefällt mir, also ist es wahr! Wer das für die bessere Alternative hält, verwechselt Meinungsfreiheit mit Beliebigkeit.
Es gibt dies bei allen Medien, die Dualität, die Du suggerierst: Nur die "Mainstream" Medien sind qualitativ gut, alternative immer schlecht, stimmt so nicht. Abgesehen davon, daß guter Journalismus nicht zwingend bedeutet, daß ich oder Du die vermittelte Meinung auch für richtig halten.
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Na ja, tu nicht so, als ob Spiegel oder BBC dies freiwillig und in Eigenregie öffentlich gemacht hätten. Die mußte man dazu zwingen, das ist keine Transparenz. Und beides sind nicht Einzelfälle, sondern nur prominente Beispiele, daß überall auch schlechter Journalismus möglich ist und geduldet wird, wenn es den eigenen Zwecken dient.
Ach, das alte `Die mussten gezwungen werden´-Argument. Klar, Transparenz ist nur echt, wenn sie freiwillig passiert – so wie bei den Blogs, die ihre Fehler sofort groß auf die Startseite stellen… oder eben gar nicht.
Ja, schlechter Journalismus gibt es überall. Der Unterschied ist: Bei etablierten Medien gibt es Strukturen, die Fehler ans Licht bringen. Bei vielen alternativen Plattformen ist die einzige Kontrolle der Betreiber selbst – und der hat selten Lust, sich selbst bloßzustellen.
Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer
Vielfalt bedeutet, daß keine "Wahrheitsinstanz" vorfiltert, welches Medium legitim und "wahr" ist, oder nicht. Vielfalt beduetet auch die Akzeptanz daß es inhaltlich, politisch und qualitativ unterschiedliche Medien gibt und geben muß. Die Filterung muß der Medienkompentenz der Nutzer überlassen werden.
Vielfalt ist großartig, aber sie ersetzt keine Qualitätskriterien. Wenn Vielfalt bedeutet, dass jeder seine eigene Realität bastelt, dann ist das keine Medienkompetenz, sondern Selbstbedienung am Wahrheitsbuffet.
Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer
Und ja, jedes Medium wählt unter den Fakten aus, was man anspricht, was man wegläßt - das ist nun mal so, wenn man eine "Botschaft" überbringen will. Darum will ich als Leser vielfalt, um ein kompletteres Bild der Wirklichkeit und der Meinungen zu bekommen.
Und die Vorstellung, dass alle Medien gleich stark Fakten auswählen, ist nett – nur dass seriöse Medien dabei Regeln haben: Quellenprüfung, Haftung, Presserecht. Bei manchen `Alternativen´ ist die einzige Regel: `Gefällt mir, also ist es wahr.´
Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer
Es gibt dies bei allen Medien, die Dualität, die Du suggerierst: Nur die "Mainstream" Medien sind qualitativ gut, alternative immer schlecht, stimmt so nicht. Abgesehen davon, daß guter Journalismus nicht zwingend bedeutet, daß ich oder Du die vermittelte Meinung auch für richtig halten.
Niemand behauptet, dass Mainstream-Medien fehlerfrei sind. Aber so zu tun, als ob ein Blog ohne Redaktion und ohne rechtliche Verantwortung auf Augenhöhe mit einem Medium steht, das sich an Presserecht, Haftung und journalistische Standards halten muss, stimmt eben auch nicht.
Niemand behauptet, dass Mainstream-Medien fehlerfrei sind. Aber so zu tun, als ob ein Blog ohne Redaktion und ohne rechtliche Verantwortung auf Augenhöhe mit einem Medium steht, das sich an Presserecht, Haftung und journalistische Standards halten muss, stimmt eben auch nicht.
Niemand behauptet, daß irgendein Medium fehlerfrei ist, überall sitzen mal bessere, mal schlechtere Leute und treffen mal bessere mal schlechtere Entscheidungen. Aber pauschal "Alternative Medien" als verantwortungslos und ohne journalistische Qualität oder Kontrolle abzuurteilen ist weder belegbar noch richtig noch sinnvoll, ebenso wie es nicht sinnvoll ist, die ÖRR generell für nutzlos zu erklären oder wegen ggf. auch häufiger Dopingfälle alle Sportler der gegebenen Sportart als Betrüger abzutun.
Zitat:
Zitat von holti72
Vielfalt ist großartig, aber sie ersetzt keine Qualitätskriterien. Wenn Vielfalt bedeutet, dass jeder seine eigene Realität bastelt, dann ist das keine Medienkompetenz, sondern Selbstbedienung am Wahrheitsbuffet.
Vielfalt in der Presse ist an sich ein Qualitätskriterium. Jede Redaktion bastelt seine eigene Weltsicht mit Interpretationen, Auswahl und Bewertung von Fakten. Diese darf man als Leser nie mit der Realität verwechseln, was aber besonders gerne diejenigen tun, die nur eine Kategorie von Medien konsumieren (gilt für ÖRR-Konsumenten ebenso wie bei vielen Alternativen Medien). Die Medienkompetenz besteht darin, mit Hilfe der Vielfalt von Quellen die Redaktionelle Interpretation vom Inhalt so zu trennen, daß man seine eigene Meinung, Gewichtung, Interpretation ableiten kann, statt sie einfach wie gelesen zu übernehmen.
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“If everything's under control, you're going too slow.” (Mario Andretti)
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Donald Trump hat Blutergüsse am Körper, spricht über aufwendige Untersuchungen und das Leben nach dem Tod. Wie fit ist er noch für das Amt?
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aus dem stern https://www.stern.de/politik/ausland...-36902048.html
Diplomatie mit Amerika heisst, Trump einsäuseln, hinhalten und aushocken - bis es einen Neuen Boss gibt, wenn er vorher die Mücke macht und Vance übernimmt, dann ist das nur die 2. beste Lösung.
Leben nach dem Tod?? - er geht davon aus, dass er zurückkommt - dafür wird er in einen toten Briefkasten die Zugangscodes für ein multimillarden $ Konto auf den caymanns (oder wie das heisst) hinterlegen - das nächste leben soll doch besser werden, wofür hat er den geschuftet??
Niemand behauptet, daß irgendein Medium fehlerfrei ist, überall sitzen mal bessere, mal schlechtere Leute und treffen mal bessere mal schlechtere Entscheidungen. Aber pauschal "Alternative Medien" als verantwortungslos und ohne journalistische Qualität oder Kontrolle abzuurteilen ist weder belegbar noch richtig noch sinnvoll, ebenso wie es nicht sinnvoll ist, die ÖRR generell für nutzlos zu erklären oder wegen ggf. auch häufiger Dopingfälle alle Sportler der gegebenen Sportart als Betrüger abzutun.
Vielfalt in der Presse ist an sich ein Qualitätskriterium. Jede Redaktion bastelt seine eigene Weltsicht mit Interpretationen, Auswahl und Bewertung von Fakten. Diese darf man als Leser nie mit der Realität verwechseln, was aber besonders gerne diejenigen tun, die nur eine Kategorie von Medien konsumieren (gilt für ÖRR-Konsumenten ebenso wie bei vielen Alternativen Medien). Die Medienkompetenz besteht darin, mit Hilfe der Vielfalt von Quellen die Redaktionelle Interpretation vom Inhalt so zu trennen, daß man seine eigene Meinung, Gewichtung, Interpretation ableiten kann, statt sie einfach wie gelesen zu übernehmen.
Der Dopingvergleich ist lächerlich: Im Sport gibt es Kontrollen, Sanktionen und eine Anti-Doping-Behörde. Bei vielen `alternativen Medien´ gibt es weder Ombudsstellen noch rechtliche Verpflichtungen – die einzige Kontrolle ist die eigene Blase, und die applaudiert eher, als zu hinterfragen.
Vielfalt ist wichtig, keine Frage. Aber Vielfalt allein ist kein Qualitätskriterium, genauso wenig wie ein volles Bücherregal garantiert, dass alle Bücher gut recherchiert sind. Wenn jede Redaktion ihre eigene Weltsicht bastelt, dann ist Medienkompetenz nicht das Sammeln von möglichst vielen Meinungen, sondern das Erkennen, welche Fakten belastbar sind.
Fehler passieren überall. Aber die Idee, dass `alternative Medien´ pauschal auf Augenhöhe stehen, nur weil Vielfalt schön klingt, ist gefährlich naiv. Vielfalt ist kein Freifahrtschein für Beliebigkeit. Wenn alles gleichwertig behandelt wird – egal ob sorgfältig recherchiert oder aus dem Bauch heraus geschrieben – dann ist das keine Medienkompetenz, sondern ein Blindflug. Wer ernsthaft glaubt, dass die Abwesenheit von Standards ein Qualitätsmerkmal ist, hat das Prinzip von Verantwortung nicht verstanden