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Alt 17.07.2021, 08:57   #18
uliraffel
Ist alles so schön bunt hier!
 
Registriert seit: 05.08.2020
Beiträge: 17
Schlaubetal-Triathlon 11.07.2021

Im Jahr 2009 hatte ich zuletzt am Schlaubetal-Triathlon teilgenommen. Damals noch mit MTB, aber auch an der olympischen Distanz und nicht an der damals wie heute als MTB-Triathlon angebotenen Sprintdistanz.

Der Start der olympischen Distanz war für 11:55 Uhr vorgesehen. Trotzdem hatte ich um 10:20 Uhr großes Glück, einen der letzten Plätze auf dem eigentlich großen Parkplatz des Freibades Müllrose zu ergattern. Der Veranstalter hielt den Parkplatz für ausreichend und hatte im Vorfeld auch keine alternativen Parkmöglichkeiten bekannt gegeben.

Der Schwimmkurs ist eine große 1,5-km-Runde im Großen Müllroser See. Wie für Mitte Juli zu erwarten gab es Neoverbot. Die Strecke hat die Form eines unregelmäßigen Vierecks. Dank der Veröffentlichung des Streckenplans auf der Veranstalterseite hätte man mit der entsprechenden Vorbereitung gut einschätzen können, an welcher Boje bereits wie viel der Schwimmstrecke absolviert ist. Diese Idee kam mir aber leider erst beim Schwimmen. Das Wasser wirkte sehr sauber, aber die Sicht war nicht gut genug für Schwimmen im Wasserschatten, was insofern schade war, weil durch den Massenstart das Teilnehmerfeld durchaus kompakt genug war, um ständig jemanden vor sich zu haben. Am Ende konnte ich leider nur eine 36:15, aber immerhin Platz 68 von 87 Teilnehmern aus der Ergebnisliste ablesen. Meine Platzierung im Feld und Selbsteinschätzung entsprechen meinen anderen beiden Triathlons des Jahres. Die Differenz von 2-3 Minuten schiebe ich auf Abweichungen in der exakten Streckenlänge oder den Bedingungen.

Die 37 km lange Radstrecke ist für Brandenburger Verhältnisse vom Höhenprofil sehr anspruchsvoll. Gleich zu Beginn wird ein beschrankter Bahnübergang passiert. Hier wurden wir bei der Wettkampfbesprechung darauf hingewiesen, dass laut Fahrplan kein Zug kommen dürfte, wir bei Rot aufgrund eines verspäteten Zuges warten müssen, ohne dafür eine Zeitgutschrift zu bekommen. Zumindest bei mir ging das gut. Die ersten 13 km geht es mit ein paar Wellen ohne steile Stücke relativ gleichmäßig berghoch. In Fünfeichen angekommen hat man eine Höhendifferenz von 90 Metern in den Beinen, dazu kam noch Gegenwind, so dass ich oben angekommen einen Schnitt von gerade mal 25,0 km/h auf dem Tacho hatte. Nach 5 km bergab mit Rückenwind kam dann das steilste Stück. Man kann die 50 Höhenmeter mit 4% in etwa mit dem vom Berlin-Man bekannten Anstieg zum Grunewaldturm vergleichen. Von da an ging es dann wieder runter bis Müllrose. Am Ende konnte ich schon einige Läufer auf dem Gehweg sehen, da Rad- und Laufstrecke dort parallel verlaufen. Nachdem ich auf dem Weg nach Fünfeichen einen Teilnehmer überholt habe, ansonsten aber nur überholt wurde, waren die letzten Kilometer auf dem Rad ziemlich einsam. Erst auf den letzten Metern fuhr noch ein Teilnehmer auf mich auf. Wir machten uns noch gegenseitig Mut für die anstehenden 10 km laufen. Überraschenderweise war mein 2. Wechsel schneller als seiner und ich bin vor ihm auf die Laufstrecke gegangen. Mein Schnitt von 27,8 km/h auf der Radstrecke entsprach in etwa meinen Erwartungen. Zusammen mit beiden Wechseln waren es 1:28:26 und der vorletzte Platz dieser Teildisziplin.

Die Laufstrecke ist eine landschaftlich wunderschöne Runde einmal um den Großen Müllroser See, die zum großen Teil auf dem Schlaubetal-Wanderweg verläuft. Es erfordert aber auch Aufmerksamkeit auf die Wurzeln und Unebenheiten. Aufgrund der Temperaturen von fast 30 Grad war ich sehr froh, dass die Strecke größtenteils im Schatten verlief. Nach rund 2 km führt einen die Laufstrecke genau auf einen Bahnübergang zu, an dem kurz vor meiner Ankunft auch die Schranke runterging und ein ankommender Zug zu hören war. Aber die Laufstrecke bog kurz vorher ab, wo sich dann auch gleich der erste Verpflegungsstand befand. Diese folgten in Abständen von 2,5 km. Die Abstände der km-Schilder hingegen haben leider nicht so hingehauen. Zwar standen sie ziemlich gleichmäßig, aber scheinbar wurde dort ein Maß von 1100 Metern zugrunde gelegt. Das letzte Schild mit „km 7“ befand sich dort, wo laut Streckenplan 7,7 km absolviert sind. Glücklicherweise konnte ich einschätzen, dass ich deutlich schneller unterwegs war als die Zeiten, die sich aus der Beschilderung ergeben hätten. Bis zum Schluss wusste ich dadurch aber nicht, wie schnell ich wirklich unterwegs war. Die letzten Kilometer ging es durch Müllrose, was weniger Schatten, aber dafür asphaltierte ebene Laufwege bedeutete. Im Ziel war ich zufrieden, dass ich ohne Gehpause und gefühlt in konstantem Tempo gelaufen bin und es mit 59:29 immerhin noch für eine Laufzeit unter einer Stunde gereicht hat. Die Laufzeit bedeutete Platz 77 von 88. Zwar kann ich bei kühleren Temperaturen deutlich schneller laufen. Ich habe aber das Gefühl, dass ich Hitze inzwischen besser wegstecken kann als noch vor ein paar Jahren und als viele andere Triathleten in meinem Leistungsbereich.

Insgesamt stehen 3:04:11 und Platz 86 unter 90 Finishern zu Buche. Im aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen sicher hinkenden Quervergleich zu 2009 war ich im Schwimmen und Laufen langsamer und kam so trotz Rennrad statt MTB nicht an die 3:01:15 von damals heran. Bin aber dennoch insgesamt zufrieden.
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