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Die letzten paar Seiten zeigen ganz gut, warum sich die Debatte lohnt.
Nach meinem Verständnis zielt die säkulare Bewegung darauf ab, eine gesellschaftliche Diskussion über die Rolle der Kirchen zu beginnen -- in der Hoffnung, dass dies die Rolle der Kirchen vermindert und es manche Leute über ihren Aberglauben nachdenken lässt. Man schreibt nichts vor, sondern vertraut auf die Argumente; deswegen möchte man sie zu Gehör bringen dürfen. Kurz: Man wünscht sich eine öffentliche Debatte.
Auf der anderen Seite sind "die Gläubigen" (natürlich nicht alle) kaum für eine solche Debatte gerüstet. Wirre Argumentationen, persönliche Beschimpfungen, hastige Themensprünge und eine große Unkenntnis über die eigene Religion sind eher die Regel als die Ausnahme. Vieles wirkt improvisiert und aus der Luft gegriffen anstatt wohl überlegt.
Im Grunde ist eine solche Debatte offen: Jede Seite kann sich beteiligen, jede Seite kann "gewinnen" oder zumindest Punkte sammeln. Das ist die Theorie. In der Praxis verhindert die eigene Immunisierung und das eisern verteidigte Nicht-wahr-haben-wollen eine Beschäftigung mit dem Thema, was aber die Voraussetzung wäre für gute Argumente.
Die persönlichen Anwürfe überzeugen nur die eigene "Mannschaft", ganz ähnlich wie bei Fußballplatz-Pöbeleien. Aber die andere Mannschaft wird dennoch Tore schießen, und die Pöbeleien werden das nicht verhindern. Am einfachsten gewinnt man gegen Mannschaften, die vor allem beim Pöbeln gut sind.
Viele Leute werden diese öffentliche Debatte, wenn sie denn stärker in der Gesellschaft geführt wird, mit Argwohn betrachten, weil sie an ihren eigenen Überzeugungen rüttelt. Aber sie werden ebenfalls sehen, wo Argumente vorgebracht werden und wo nur gepöbelt wird. Allein dieser Umstand arbeitet für die säkulare Bewegung.
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