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Zitat von qbz
Marx hingegen sah die Ausbeutung im Unterschied zur Kirche ja ganz ausserhalb jeglicher moralischer Kategorien in den Eigentumsverhältnissen an Produktionsmitteln gegründet: Die Kapitalisten handeln gezwungermassen aufgrund ihrer Funktion im System so als reine "Charaktermasken", als Besitzer der Produktionsmittel. Nur der Widerstand ihrer systemischen "Gegenspieler", der besitzlosen Lohnabhängigen in den Gewerkschaften, und der Staat zwingen den einzelnen Kapitalisten zur Begrenzung der Ausbeutung.
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In dem Moment wo der Kapitalist das System allerdings erkannt hat, könnte er es ja ändern (z.b. könnte er seine Mitarbeiter am Betrieb beteiligen oder ihnen den Betrieb gleich komplett schenken und in Selbstverwaltung überführen). Von daher ist der Kapitalist keineswegs ein getriebener des Systems. Deshalb ist das (auch wenn Marx das anders gesehen haben mag, was ich jetzt garnicht beurteilen kann) durchaus aus meiner Sicht eine moralische Frage.