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Triasven 08.08.2020 20:09

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1546270)
Insofern passen die ständigen Gleichsetzungen mit einer Grippe nicht.
.

Dem stimme ich voll zu. Man sollte endlich aufhören, dauernd Vergleiche mit der Spanischen Grippe von 1918 zu ziehen, wenn es z.B. um die Gefährlichkeit einer 2. Welle geht.

Schwarzfahrer 08.08.2020 20:29

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1546270)
Als Person, die wegen des Alters sowie Bluthochdrucks u. COPD zur Risikogruppe gehört, bekäme ich viel lieber eine Grippe als Covid-19, hätte ich die Wahl.

Hast Du aber nicht. Das Risiko, eines der beiden zu bekommen, wird immer da sein. Bei Influenza wissen wir, daß das Risiko, schwer zu erkranken oder daran zu sterben, von Jahr zu Jahr stark schwankt. Bei Corona werden wir sehen, da lernen wir ja noch.
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1546270)
Ich liess mich bisher auch nie gegen Grippe impfen. Gegen diese helfen bekanntermassen in vielen Fällen, ergäbe sich aus einer Grippe eine Lungenentzündung, die richtigen Antibiotika bzw. eine Impfung vor der Grippezeit.

Antibiotika helfen nur, wenn eine bakterielle Folgeerkrankung entsteht. Und die Impfung hilft leider gerade bei den am meisten Risikobehafteten, also den über 60 Jährigen nur bedingt (teilweise bei < 50 %, soweit ich weiß). Ist zwar besser als nichts, aber eine Versicherung ist es beileibe nicht.
Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1546270)
Insofern passen die ständigen Gleichsetzungen mit einer Grippe nicht.

Ich habe nichts gleichgesetzt. Es sind verschiedene Krankheiten, und beide können saisonal viele Todesopfer fordern; in Deutschland sind bisher die Größenordnungen vergleichbar. Und ich halte es für möglich, daß die durch die Corona-Berichterstattung sensibilisierte Öffentlichkeit früher und später fordert, daß andere potentiell tödliche Krankheiten vergleichbare Maßnahmen getroffen werden, also daß der Staat die Menschen quasi vor Tod durch Viren vorbeugend schützt. Die Alternative ist, Corona in die Reihe der akzeptierten möglichen Todesursachen aufzunehmen, und die Anmaßung aufzugeben, daß der Staat alle Corona-Tote verhindern kann, wenn er nur stringent genug agiert (Prinzipe "koste was es wolle"). Das sind grundsätzliche praktische und ethische Haltungsfragen, nur indirekt Fragen der Qualität des Gesundheitssystems.

anlot 08.08.2020 20:42

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1546273)
Ich habe nichts gleichgesetzt. Es sind verschiedene Krankheiten, und beide können saisonal viele Todesopfer fordern; in Deutschland sind bisher die Größenordnungen vergleichbar. Und ich halte es für möglich, daß die durch die Corona-Berichterstattung sensibilisierte Öffentlichkeit früher und später fordert, daß andere potentiell tödliche Krankheiten vergleichbare Maßnahmen getroffen werden, also daß der Staat die Menschen quasi vor Tod durch Viren vorbeugend schützt. Die Alternative ist, Corona in die Reihe der akzeptierten möglichen Todesursachen aufzunehmen, und die Anmaßung aufzugeben, daß der Staat alle Corona-Tote verhindern kann, wenn er nur stringent genug agiert (Prinzipe "koste was es wolle"). Das sind grundsätzliche praktische und ethische Haltungsfragen, nur indirekt Fragen der Qualität des Gesundheitssystems.

Sehe ich genauso. Ich finde den Ansatz alle vor jeder Konsequenz von Corona quasi schützen zu wollen, für ziemlich scheinheilig. Wir haben mittlerweile halbwegs mit dem Virus zu leben und bislang auch das Ausmaß der Infizierten im Zaum zu halten.
Wenn uns die Gesundheit der Bevölkerung wirklich am Herzen liegt und wir "koste es was es wolle" diese vor tödlichen Gefahren bewahren wollen, hätte ich einen Vorschlag:

Verbot von Tabakwaren!

--> 120.000 Tote pro Jahr allein in Deutschland, davon ca. 3.000 Passivraucher
--> weltweit pro Jahr ca. 8 Mio. Tote.

https://www.tagesschau.de/ausland/ra...0Passivraucher.


Ach ne, sorry, geht ja nicht. Damit verdient der Staat ja Geld! Na dann lassen wir es lieber.

qbz 08.08.2020 21:23

Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1546273)
Hast Du aber nicht. Das Risiko, eines der beiden zu bekommen, wird immer da sein. Bei Influenza wissen wir, daß das Risiko, schwer zu erkranken oder daran zu sterben, von Jahr zu Jahr stark schwankt. Bei Corona werden wir sehen, da lernen wir ja noch.

Ich verwendete den Konjunktiv. Grippe wäre mir im Jahr 2020 lieber als Covid-19.
Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1546273)
Antibiotika helfen nur, wenn eine bakterielle Folgeerkrankung entsteht. ....

Und die kann bei einer Grippe u.U. zum Tode durch die (bakterielle) Lungentzündung führen, wie ich geschrieben habe, wogegen Antibiotika helfen können, während Sars-Cov-2 direkt Zellen der Lunge schädigt, wogegen man bisher kein Gegenmittel hat. Die häufigste Todesursache bei Grippe ist doch gerade die bakterielle Lungenentzündung.
Zitat:

Zitat von Schwarzfahrer (Beitrag 1546273)
Und die Impfung hilft leider gerade bei den am meisten Risikobehafteten, also den über 60 Jährigen nur bedingt (teilweise bei < 50 %, soweit ich weiß). Ist zwar besser als nichts, aber eine Versicherung ist es beileibe nicht.

Die Grippe soll nach einer Impfung bei Senioren in der Regel harmloser verlaufen. Weil sie in der Masse gesehen wirkt, übernehmen die Kassen auch die Kosten für die gefährdeten Gruppen. Natürlich keine 100 % Versicherung.

Fazit: Es gibt meines Erachtens vernünftige medizinische Gründe, weshalb die meisten Staaten bisher nicht die gleichen (apropos Gleichsetzung Grippe u. Covid-19) Infektionsschutzmassnahmen gegen Influenzaviren ergriffen haben wie gegen Sars-Cov-2.

Schwarzfahrer 08.08.2020 21:47

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1546281)
Die Grippe soll nach einer Impfung bei Senioren in der Regel harmloser verlaufen. Weil sie in der Masse gesehen wirkt, übernehmen die Kassen auch die Kosten für die gefährdeten Gruppen. Natürlich keine 100 % Versicherung.

Ja, so weit weg von den 100 %, daß die Anzahl der Grippe-toten trotz Impfung in manchen Jahren die Corona-tote deutlich übersteigt.
"in der Masse gesehen wirkt" sehe ich relativ optimistisch ausgedrückt wenn man die Zahlen genau nachliest.
Wenn es ganz dumm läuft:
In der ...Grippe-Saison 2018/19... schützte die Impfung nur etwa jeden fünften Geimpften. Die adjustierte Impfeffektivität lag bei 21 Prozent, heißt es im aktuellen Influenza-Saisonbericht. Dabei zeichneten sich Unterschiede der Wirksamkeit in verschiedenen Altersgruppen ab, die aber nicht signifikant waren. Demnach lag die Effektivität bei den unter 15-Jährigen bei 71 Prozent, während sie bei den 15- bis 59-Jährigen 5 Prozent und den über 60-Jährigen 4 Prozent betrug.. angeblich verhindert man trotzdem jährlich bis zu 400.000 Erkrankungen - rechne mal hoch wie viele trotzdem erfolgen.
Es ist eben so. Mein Punkt ist, daß wir das akzeptieren, also werden wir auch ein gewisses Risiko von anderen tödlichen Krankheiten akzeptieren müssen.

Zitat:

Zitat von qbz (Beitrag 1546281)
Fazit: Es gibt meines Erachtens vernünftige medizinische Gründe, weshalb die meisten Staaten bisher nicht die gleichen Infektionsschutzmassnahmen gegen Influenzaviren ergriffen haben wie gegen Sars-Cov-2.

Meines Erachtens wären bei objektiver Betrachtung (unter der Annahme daß beide gleich plötzlich auftauchen oder beide schon länger prävalent sind, also ohne die aktuelle mediale Überhöhung des einen), keine so grundsätzlich großen Unterschiede, die es rechtfertigen, das eine als "normales Risiko" zu akzeptieren, und das andere so hervorgehoben mit täglicher Fallzahlberichterstattung zu überhöhen. Das heißt nicht, daß den beiden im Einzelnen nicht unterschiedlich begegnet werden muß (Behandlung, Vorbeugung, wen besonders schützen, ...), so wie man auch gegen Malaria anders vorgeht, als gegen Grippe - es sind ja unterschiedliche Krankheiten.

LidlRacer 08.08.2020 23:03

Prof. Drosten hat sich nach längerer Zeit mal wieder öffentlich geäußert:

Zeit:
Zweite Corona-Welle - Ein Plan für den Herbst
Die Treiber der Epidemie aufspüren, die Quarantäne verkürzen, die Tests genauer auswerten – mit dieser Strategie können wir in einer zweiten Welle verhindern, dass es zu einem erneuten Lockdown kommt.

(Komisch - klingt gar nicht nach Panikmache, die ihm von Covidioten immer vorgeworfen wird.)

Und hier als einer von 10 Virologen:
Stellungnahme der Ad-hoc-Kommission SARS-CoV-2 der Gesellschaft für Virologie: SARS-CoV-2-Präventionsmassnahmen bei Schulbeginn nach den Sommerferien, 06.08.2020

Flow 09.08.2020 00:06

Zitat:

Zitat von LidlRacer (Beitrag 1546290)
Covidioten

Der Trend geht zur Auflösung der eigenen kognitiven Dissonanzen auf Kosten einer Spaltung der Gesellschaft.

Eventuell könnte man dessen Intensität auch (tagesaktuell) quantitativ erfassen.
Womöglich steckt darin mehr "pandemische Sprengkraft" als im Virus seibst.

LidlRacer 09.08.2020 00:27

Zitat:

Zitat von Flow (Beitrag 1546293)
Der Trend geht zur Auflösung der eigenen kognitiven Dissonanzen auf Kosten einer Spaltung der Gesellschaft.

Die selbst haben sich ja längst aus der mehr oder weniger rationalen Gesellschaft verabschiedet.

Wie man sie nennt, kann da da nicht mehr viel zur Spaltung beitragen.


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