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AndiQ2.0 03.02.2016 13:22

Bei mir war das gleiche Spiel (Radsturz war letztes Jahr Mitte Mai):
Schulter-OP (Clavicula, Schulterblatt und Supraspinatussehne mit darüberliegendem Schleimbeutel. Ebenfalls Hakenplatten und jede Menge Auszeit. Die LD 2015 im Juli fiel somit aus! :(

Etwas mehr lädiert, als du. Aber für dich dürfte ein abgeschwächter Verlauf denkbar sein.

Erst jetzt kann ich wieder alles so richtig trainieren. Zu meiner Geschichte.
Radfahren ging recht schnell wieder, so dass ich die ganze Zeit, den restlichen Sommer über, im Sattel saß. Dafür wurden es dann unendlich viel Radkilometer in 2015 - über 15000. Fang aber nicht zu früh an, erst schön langsam nach 4-5 Wochen auf dem Rollentrainer und dann auf einem bequemen Fahrrad draußen. Bei mir war es ein Trekkingbike auf dem die Kilometer geschrubbt werden (auf eine weich eingestellte Federgabel achten). Hintergrund ist, dass du nicht zu viel Stoßbewegungen und nicht zu viel Gewicht auf die Schulter bekommst.

Lauftraining ging nur anfänglich kurz und mit Pausen. Ca. 14 Wochen nach der OP war es so einigermaßen möglich, die 10 Km durchzulaufen. Ich benötigte allerdings dann mindestens 1 Tag Pause, da die ruckartigen Stoßbewegungen nicht so wirklich gut getan haben.
Erst nach ca. 4 Monaten konnte ich wieder beschwerdefrei laufen.

Schwimmtraining - daran war ewig nicht zu denken - erst wieder nachdem der Bewegungsradius im Schultergelenk hergestellt war. Das war richtig viel Arbeit für die Physios. Ich habe allerdings jetzt immer noch nicht 100% Bewegungsfreiheit in der Schulter, was mich beim Schwimmen immer noch etwas behindert. Es geht zwar auf Kosten der Technik, doch es geht mittlerweile zumindest komplett beschwerdefrei. Da bin ich aber zuversichtlich.

Mir wurde vom Chefarzt der Klinik dringend geraten, die Platten mindestens 1 Jahr drin zu lassen - vor allem mit dem Hintergrund, dass sportliche Belastung angesagt ist. Er hat mir ohne jegliche Einschränkungen versichert (das macht meiner Erfahrung nach selten ein Arzt), dass ich mit diesen Titanplatten eine Langdistanzvorbereitung machen kann und mich auch ins Ziel retten kann - ohne jegliche Beschwerden deswegen zu haben. Alleinig die Bewegungsfreiheit gab er an, dass diese erst nach und nach langsam wieder kommt und wieder komplett hergestellt wird. Da bin ich gerade immer noch drüber

Ich werde dieses Jahr die Langdistanz mit Titanplatten in der Schulter machen und diese kurz darauf entfernen lassen.

Vielleicht wär das ebenfalls ne Option für dich. Wieso willst du die eigentlich so schnell wie möglich wieder raus.

Noch ein paar Tipps von mir: Anfangs wenig Belastung auf die Schulter, 4-5 Monate kein Holzhacken oder Krafttraining für Oberkörper, Radfahren nur mit sehr aufrechter Sitzhaltung und Anfangs nur auf der Rolle, Lauftraining nach und nach probieren. so bald es geht mit Nordic Walking anfangen (dafür aber mit sehr flottem Tempo), denn da fallen die Stoßbelastungen für den Körper weg.
Schwimmen versuchen was geht wenn du einigermaßen Bewegungsfreiheit im Schultergelenk hast, allerdings zeitlich erst weit hinten anstellen.
Calciumreich ernähren (ggf. Nahrungsergänzungsmittel), evtl. an Wobenzym Plus denken (1 Monatspackung), die verschriebenen Medikamente gegen Entzündungen/OP-bedingte Schwellungen auf alle Fälle nehmen (das war ein Fehler von mir).
Beim Doc auf eine Krankengymnastik bestehen (ca. 2 mal die Woche über mindestens 3 Monate). Die Betreuung durch die Physios hat mir am allermeisten weitergeholfen. Nachbetreuung durch den Arzt der dich operiert hat - mit Nachkontrolle. Nach 1/4 und 1/2 Jahr wird normalerweise nochmal ein Röntgenbild gemacht.
Rucksäcke mit viel Gewicht meiden - ebenso den Sicherheitsgurt im Auto polstern. Das ist oft ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn die Schraubenköpfe durch die dünne Haut durchdrücken und reiben. Da kann sich sehr schnell die Narbe entzünden.

Unbedingt eine regelmäßige Narbenpflege machen und direkte Sonne auf der Narbe vermeiden

Lari 03.02.2016 15:35

Wow, danke Andi, das ist mal ein ausführlicher Ratgeber, das weiß ich sehr zu schätzen. Da schon 5 Wochen seit der OP vergangen sind habe ich schon Fortschritte machen dürfen und einige Tipps fallen bereits weg. Dich hat es wirklich deutlich härter erwischt als mich, da kam anscheinend viel auch von deinem kaputten Schulterblatt, was bei mir nichts abbekommen hat. Meine Sehne ist zwar durch, aber daran wurd nichts gemacht.

Das Calcium in der Sojamilch hat anscheinend gut gewirkt: Ich bin letzte Woche geröntgt worden und da war der Bruch kaum noch zu erkennen. Die Schwellung hat sich auch ohne Wobenzym verabschiedet und damit kamen die Schraubenköpfchen zu Tage. An Rucksack ist tatsächlich nicht zu denken, aber ich hab son schrägen Sack, der funktioniert ganz gut. Narbenpflege müsste ich mal konsequenter sein, aber wer mag schon Metallköpfchen massieren. Die Sonne wollte dafür eigentlich unbedingt an die Narbe, da ich 10 Tage nach der OP für 2 Wochen in Argentinien war - ich hab jetzt einen herrlichen Abdruck vom Pflaster in die Haut gebrannt. Aber das wird ja aktuell von der Schlechtwetterkleidung gut verdeckt.

Radfahren auf dem Stadtrad hab ich dann direkt nach meiner Wiederkehr, also nach knapp 4 Wochen, als unproblematisch empfunden, Spinning mit nicht zu viel Up and Down funktioniert auch. Rennrad werd ich mal testen, wenn es draußen wieder schöner wird, da hat der Kopf dann aber auch sicher noch n Wörtchen mitzureden.

Laufen hab ich mich bisher bis knapp 13km getraut, die Beine müssen sich auch erst wieder dran gewöhnen. Die Dauer ist kein großes Problem für den Arm, aber schnell laufen geht nicht, weil kein ruckartiges Nach-Hinten-Bewegen des Armes möglich ist. Ähnlich wie bei dir, die Stöße sind das wo man fürchtet die Schulter ist aus dünnem Glas, oder?

Und wieso ich es so eilig hab: Wegen der noch fehlenden Disziplin: Mir wurde gesagt, dass mit Hakenplatte Über-Kopf-Bewegungen ausgeschlossen sind. Klappt das bei dir? Kann das nicht verrutschen? Die Platte lässt doch garkeinen Platz zwischen Oberarm und Schulterplatte?! Das tut doch weh! Und ohne Überkopf: Kein Schwimmen, kein Frisieren, nichts als weite Kleidung, nichts Größeres aus dem Küchenschrank nehmen, alles nicht möglich. Also Wettkampf mit Platte, puh, das kann ich mir wirklich nicht vorstellen aktuell. Aber es ist sehr motivierend so einen Bericht wie deinen zu lesen, weil du ja nach einer viel umfassenderen Verletzung jetzt auf einem sehr guten Weg zu sein scheinst! Ich wünsch dir weiterhin ganz viel Erfolg in der Vorbereitung. Wo wirst du starten?

Thorsten 03.02.2016 20:42

Zitat:

Zitat von Schleichfloh (Beitrag 1188698)
Ich kann stricken also nur wärmstens empfehlen :Huhu:

Ich gehöre ja auch schon seit 3 Monaten hierher und werde auch noch einige Monate hier bleiben, aber auf die Idee bin ich noch nicht gekommen und das wird auch nicht passieren :Lachen2:. Werde lieber zwischendurch immer wieder mal Hölle einfrieren und abtauen :cool:.

AndiQ2.0 06.02.2016 12:48

@Lari
bei mir gehts gerade ca. 95% Streckung im Schultergelenk - die letzten 10% gehen sicherlich auch bald.

Die gehen theoretisch jetzt schon unter langsamen Herantasten, doch ruckartig und unter Belastung derzeit keineswegs. Der Grenzbereich wird bei mir beim Physio immer ausgetestet, so dass die Bewegungsfreiheit langsam zurückkommt. Das dauert aber noch ein bissel. Laut Doc sind die 100% auch mit Platte(n) möglich. Schmerzen habe ich keine mehr - ab und zu ein leichtes Ziehen.

Die weite Kleidung ist anfänglich echt nervig - genauso wie das Duschen oder ein Glas aus dem Küchenoberschrank holen. Das kommt aber alles von selbst wieder. Nur den Grenzbereich musst du auf jeden Fall gezielt ausreizen (lassen) und mit einem Physio "trainieren".

Der Rest ist auf Nachfrage per PN - interessiert ja sicherlich nicht jeden.

AndiQ2.0 19.02.2016 12:53

@Lari: gibt es bei dir Fortschritte? Wahrscheinlich nur langsam - aber glaub mir, es geht stetig aufwärts und besser. Gebe Dein Ziel mit der Langdistanz in diesem Jahr nicht auf, ich bin mir sicher, dass das Ziel realistisch und die Finishline erreichbar ist. Die Zeit muss dir aber wirklich zweitrangig sein.

Bei mir geht es soweit wieder knapp vollständig. Ich habe diese Woche keine Physiobehandlungen, da ich auswärts im Warmen unterwegs bin. Lediglich Massagen kann ich im Trainingslager nutzen. Die tun aber nach langem und teilweise recht hartem Training auch ganz gut. Und Schlafen geht wie ein Murmeltier.

Zum Schwimmen: Es geht bei mir wieder nahezu rund. Die Streckung im linken Schultergelenk kann fast vollständig ausgenutzt werden. Es ging aber dann wirklich auf Etappen. Man merkt plötzlich beim nächsten und übernächsten Schwimmtraining und Physiotraining, wie es auf einmal ohne Beschwerden voran geht und weiter als das letzte Mal. Ein echt schönes Gefühl. Jedoch die neue Bewegungsfreiheit in die Technik wiederum einzubauen, wird ein bissel dauern.

Der menschliche Körper ist einfach ein Meisterwerk der Heilung und Zellregeneration.

Ich drück dir die Daumen und geb uns auf jeden Fall wieder ein Feedback.

Lari 20.02.2016 01:43

Hey, schön zu hören, Andi! Trainingslager also, sehr sehr schön, genieß es. Die Wärme und die Schmerzen in den Beinen.

Diese Woche war bei mir, wie du auch von den ab und an sprunghaften motivierenden Fortschritten sprichst, eine kleine Wunderwoche. Am Montag war der Physio alles andere als zufrieden, kein Fortschritt zu sehen. Dienstag hab ich dann geübt endlich mal höher zu kommen und plötzlich ging viel mehr. Beim Vorführen am nächsten Tag hab ich mich dann selbst überrascht. Montags waren noch 90° nach vorne und 80° zur Seite das Limit und Mittwochs ging der Arm ganz nach oben! Klar, alles langsam und mit Zwicken, aber jetzt gehts daran die Muskeln aufzubauen, damit die Bewegung nicht mehr so viel Überwindung kostet. Aber die Freude über den Fortschritt motiviert unglaublich fleissig am Theraband zu ziehen. In 2 Wochen wollte ich zum Arzt um abzuklären, ob eine Metallentfernung mit den Ostertagen zur Erholung verknüpfbar ist. Das wäre dann genau die 12-Wochen-Mindestfrist, mal schauen, was seine Meinung ist.. Wenn das klappt, dann zweifel ich auch nicht mehr an meinem Finish!

Training kommt auf jeden Fall auch langsam vorwärts - Status der Woche 7 nach OP:
->Längster Lauf: 16km, schmerzfrei (aber Schonhaltung) - morgen will ich mich mal an ne bergige Strecke wagen.
->Rad weiterhin Spinning (auch klimabedingt): 2h klappen komplett beschwerdefrei, auch mit Auf&Ab.
->Schwimmen: heute rangetastet mit 900m - jeweils 300m nur Beine, einarmig Kraul und 1 1/2-armig Brust im Mix.

Ich halt euch (also die, die es interessiert) auf dem Laufenden.

Vicky 25.02.2016 14:52

Patient: Na icke, sonst würde ich es ja nicht schreiben.
Befund: Schnupfen, Husten, extrem schlapp
Diagnose: von heute beginnende Lungenentzündung im unteren rechten Lungenflügel
seit wann: Krank und spochtlos seit zwei Wochen
Medikation: Antibiotika
Training: Spochtverbot noch bis... hmmm... mal gucken.
Bemerkung: Verd**** MEGA SCH***! Das ist echt ungünstig gerade so in der Probezeit und... außerdem war ich gerade richtig gut motiviert! Statt dessen schleppe ich mich im wahrsten Sinne des Wortes nur vom Bett zur Couch, kann mit Ach und Krach die Fernbediehnung meines TV bedienen, um dann 20 Min. später die Glotze wieder auszuschalten, weils nur nervt... Immerhin kann ich hier meinem virtuellen Wutanfall ... *hüstel* in geschriebenen Worten mal freien Lauf lassen. In Natura sieht das nämlich mächtig erbärmlich aus.

Wenigstens ist das absehbar und ich bin bald wieder fit und uffm Rad.

AndiQ2.0 25.02.2016 17:51

@Lari: hast du nun schon mal in Erwägung gezogen, die Titanplatte drin zu lassen? Kann darüber nur positiv berichten. Es geht stetig aufwärts - schlechter ist es noch nie geworden.

Bei mir kommen die Platten dann im Spätsommer nach knapp 15 Monaten im Körper raus. Bislang habe ich das noch nicht bereut und muss auch auf nichts zerbrechliches oder gerade so im Heilungsprozess befindliche Knochen aufpassen (das ist schon ein Risiko).


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