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Hafu 18.03.2020 22:25

Zitat:

Zitat von leiti (Beitrag 1517905)
Sorry, hafu! Österreich hat daraus gelernt und wohl sehr drastische Maßnahmen ergriffen, von Deutschland von Meilenweit entfernt ist, wenn ich mir die ganzen Versammlungen und Partyfotos ansehe.

Mit derartigen drastischen Maßnahmen kann aber ein Gemeinwesen und die Wirtschaft auf Dauer nicht funktionieren. Die Maßnahmen Österreichs erinnern mich an einen Marathonläufer, der den Startschuss verpasst hat (der Startschuss fiel nämlich am 1.März, als Island die ersten postiven Coranavirusfälle die aus Ischgl kamen, an die österreichischen Behörden gemeldet hat), das Rennen mit 20 min Rückstand beginnt und mit einem maximalen Sprint gleich auf den ersten 5km den Rückstand aufholen will.
Da geht einem irgendwann die Puste aus.

Mit dem Verbot von einsamen Spaziergängen an der frischen Luft verhindert man meiner Einschätzung nach keine Virus-Ansteckungen.

Zitat:

Zitat von leiti (Beitrag 1517905)
Und um reagieren zu können wie in Asien, dafür ist es in Deutschland schon zu spät. Da hättet ihr vor Wochen aktiv werden müssen.

ich hab' hier in dem Thread wahrscheinlich schon 50 mal geschrieben, dass Bundesliga und Faschingsveranstaltungen in Deutschland angesichts der Zahlen aus Italien und unserer räumlichen Nähe gerade zu Norditalien viel früher hätten unterbunden werden müssen.
Aber zuviel in die Vergangenheit zu blicken ist auch nicht zielführend und es bedeutet nicht, dass die Situation jetzt schon außer Kontrolle ist.
Vor einer Woche hatte Südkorea noch deutlich mehr Infektfälle als fast jedes andere Land abgesehen von China und die haben ohne Ausgangsverbote, dafür aber mit viel Technikeinsatz, maximal vielen unbürokratischen Virustests und vielen Infrastrukturmaßnahmen (bis jetzt) doch ziemlich gut die Kurve bekommen

Zitat:

Zitat von leiti (Beitrag 1517905)
Die aktuelle Lage in Deutschland zwei Wochen zu beobachten führt wohl nicht dazu, die Pandemie einzudämmen ...:Nee:

Natürlich kann Deutschland nicht die Pandemie eindämmen, schon alleine weil hier beschlossene Maßnahmen ja nicht weltweit wirken, sondern nur eben im Geltungsbereich der bundesdeutschen Exekutive. Aber sie können helfen, die Neuinfektionszahlen zu senken und dem medizinsichen Versorgungssystem Zeit zu verschaffen.

CarstenK 18.03.2020 22:45

Also vorneweg, es ist nicht meine Absicht hier etwas zu verharmlosen, im Gegenteil ich finde das Ganze ziemlich dramatisch.

Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland im Jahr 2020 schon rund 145.000 „normale“ Grippefälle mit knapp 250 Toten.

Da redet komischerweise im Moment kein Mensch drüber.

deirflu 18.03.2020 22:49

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1517930)
Mit derartigen drastischen Maßnahmen.......

Ich finde dein Beiträge immer sehr interessant, aber manches verstehe ich nicht.

Glaubst du das Deutschland derzeit besser reagiert?
In meinen Augen haben die den Zeitpunkt früh zu handeln ebenfalls verpasst und machen jetzt ebenfalls einen Schnellstart.

Da die Lage ist wie sie ist, hältst du die Maßnahmen weiterhin für Überzogen?
Mir kommt vor du schreibst immer von einer Theoretischen Realität und ziehst vergleiche mit Ländern die halt tatsächlich gut reagiert haben bzw wegen ihrer Geografischen Lage (Inseln) auch diverse Vorteile haben.

Zum Thema Ischgl. Das hier einiges falsch gelaufen ist braucht man nicht beschönigen. Konnte selbst nicht verstehen warum man die Ausländischen Gäste einfach nach hause schickt. Ein Quarantäne wie sie auf diversen Kreuzfahrtschiffen gemacht wurde wäre hier sicher effektiver gewesen.
Insgesamt sollte man aber nicht sagen das Problem ging nur von dort aus. Fehler sind auch an anderer Stelle, in ganz Europa gemacht worden.
Wenn man will kann man die Fehlerkette noch weiter zurück verfolgen. Zu erst wird man nach Italien kommen und dann nach China.

LidlRacer 18.03.2020 22:51

Zitat:

Zitat von CarstenK (Beitrag 1517932)
Also vorneweg, es ist nicht meine Absicht hier etwas zu verharmlosen, im Gegenteil ich finde das Ganze ziemlich dramatisch.

Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland im Jahr 2020 schon rund 145.000 „normale“ Grippefälle mit knapp 250 Toten.

Da redet komischerweise im Moment kein Mensch drüber.

Da haben wir mehr als genug drüber geredet.
Abgesehen davon, dass Deine 250 deutlich zu wenig sind, geht es hier aber um ca. 250.000, wenn die Infektionswelle nicht gestoppt wird.

Jörn 18.03.2020 22:56

Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1517930)
Mit dem Verbot von einsamen Spaziergängen an der frischen Luft verhindert man meiner Einschätzung nach keine Virus-Ansteckungen.

Das stimmt wohl, ein einsamer Spaziergänger im Wald steckt niemanden an. Darauf hat auch Herr Kekulé im heute journal erneut hingewiesen.

Dies impliziert jedoch, dass "die Leute" präzise verstehen, was hier gemeint ist, nämlich ein einzelner, einsamer Spaziergänger, allein auf weiter Flur. Oder eine Familie, die unter sich bleibt und allein im Wald die Vögel beobachtet.

Aber offenbar verstehen "die Leute" es nicht auf diese Weise. Auch das war im heute journal zu sehen und hören. Da hatte jeder seine eigene Ausrede, und jeder nahm die Ausreden der anderen, um einen weiteren Grund für sich selbst zu finden.

Ich war vorgestern ebenfalls kurz auf dem Rad. Die üblichen Radwege rund um Frankfurt waren voll. Ich selbst war zwar alleine unterwegs, aber insgesamt habe ich dazu beigetragen, dass das Bild entstand: "Es sind ja alle draußen, also warum soll ich drinnen sitzen?"

Man muss realistischerweise einkalkulieren, dass präzise Empfehlungen unpräzise ausgeführt werden. Ein Virologe kann sich auf präzise Anweisungen beschränken und hat damit Recht. Aber ein Politiker muss die unvollkommene Realität berücksichtigen und entsprechend handeln. Es geht also nicht nur darum, was virologisch sinnvoll ist, sondern wie sich das Verhalten der Menschen steuern lässt.

deirflu 18.03.2020 23:02

Zitat:

Zitat von Jörn (Beitrag 1517935)
Man muss realistischerweise einkalkulieren, dass präzise Empfehlungen unpräzise ausgeführt werden. Ein Virologe kann sich auf präzise Anweisungen beschränken und hat damit Recht. Aber ein Politiker muss die unvollkommene Realität berücksichtigen und entsprechend handeln. Es geht also nicht nur darum, was virologisch sinnvoll ist, sondern wie sich das Verhalten der Menschen steuern lässt.

Sehr gute Formulierung +1:Blumen:

Lucy89 18.03.2020 23:12

Hier hat sich zwar kaum jemand dazu geäußert, aber ich fand die Rede von Frau Merkel gut.
Ich persönlich befürworte eine Ausgehsperre nicht wirklich (da 2 jähriges Kind zu Hause), aber fürchte wir kommen nicht drum herum, wenn man die Bilder sieht, wie aktuell damit umgegangen wird (ich habs selbst noch nirgends gesehen, da ich in den letzten 5 Tagen keinen Kontakt zu irgendwelchen anderen Menschen außer meiner Familie hatte).

Es ist eigentlich schon fast ein bisschen ironisch, dass es seit Monaten (!) fast durchgängig regnet, stürmt und einfach nur kack Wetter ist und jetzt kommt auf einmal der Frühling mit bomben Wetter daher.
Wir wohnen recht ländlich aber am Sonntag habe ich an einer bei uns beliebten Spazierrunde so viele Autos parken sehen, wie noch nie zuvor.

Wir sind bis auf weiteres verpflichtend ins Home Office versetzt - wir sind einige der sehr wenigen in der Klinik die das können, da wir keinen Patientenkontakt haben (irgendeiner muss ja diese fancy Simulationen programmieren ;-))
Ich merke aber jetzt schon, dass viele Prozesse sich stark verlangsamen. Und ich bin heilfroh, dass ich mir zumindest keine existenziellen Sorgen machen muss. Das ganze ist so schon ein einziger Albtraum.

spanky2.0 18.03.2020 23:28

Zitat:

Zitat von Jörn (Beitrag 1517791)
"Jetzt wollen offenbar Spekulanten Kapital aus dem Crash der deutschen und europäischen Aktien schlagen: Wie Die Welt, das Handelsblatt und der Sender n-tv übereinstimmend unter Bezug auf die Nachrichtenagentur Bloomberg berichten, wettet Ray Dalio, Gründer des Hedgefonds Bridgewater, seit dem 12. März große Summen auf die Kursverluste deutscher und anderer europäischer Aktien."
Kann man solchen Leuten nicht das Handwerk legen?

Ich würde mir wünschen, die Börsen würden (am besten) weltweit, falls die Amis und die Chinesen nicht mitspielen, zumindest Europaweit einige Tage, vielleicht sogar 1-2 Wochen komplett dicht machen.
Wenn sich die Lage dann nach dieser Zeit etwas stabilisiert haben sollte, dann würden die Börsen nach Wiedereröffnung einen schönen Sprung nach oben machen und diese ganzen Shortseller würden gut ge...grillt. :Cheese:

Falls das nicht möglich ist, sollten die Deutschen zumindest mit einem "short ban" auf bestimmte oder alle Aktien nachziehen, genauso wie es die Italiener und Spanier schon seit einigen Tagen machen und die Franzosen seit heute.

Jeden Tag ein neues "Blutbad" an der Börse - dadurch werden einige Unternehmen noch zusätzlich extrem unter Druck gesetzt. Das sollte man nach 2 Wochen täglichem Crash irgendwann unterbinden (also aussetzen) oder zumindest reduzieren, indem mach Shortselling restringiert.


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