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wh1967 04.11.2015 13:57

Zitat:

Zitat von flaix (Beitrag 1179719)
Aber der Ölpreis am Weltmarkt interessiert mich grundsätzlich eher wenig, weil seine Auswirkung auf den tatsächlichen Benzinpreis unterdurchschnittlich ist.

Das stimmt nur bei sinkendem Preis. Steigt der Ölpreis ist das immer ein willkommener Grund am Bezinpreis zu drehen...

sybenwurz 04.11.2015 21:04

Zitat:

Zitat von Jimmi (Beitrag 1179662)

Nun ja.
Zitat:

...die Kunden lassen Elektroautos wegen zu hoher Kosten, kurzer Reichweiten und langer Ladezeiten links liegen ...
Und ich würde bewzeifeln, dass wir nicht nur ein Loch aufreissen, um ein anderes zu stopfen.
Egal ob Batterietechnik inkl. Recycling hinterher, Brennstoffzelle: unterm Strich steht ein Overall-Energieverbrauch von der Produktion bis zur Entsorgung und ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser geringer ist.
Ich will damit nicht behaupten, dass Verbrennungsmotoren das Ei des Kolumbus seien, aber mit Elektroantrieb werden wir die Welt voraussichtlich auch nicht retten...

Thorsten 04.11.2015 21:28

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1179625)
weiterer Punkt: Der Strom muss natürlich regenerativ erzeugt werden. Wenn dazu ein Kohlekraftwerk am Netz hängt, werden die Schadstoffe nur an anderer Stelle in die Umwelt geblasen.

Bei konventionellem Strom hat das Elektroauto in Sachen CO2 die Nase leicht vorne, aber im großen und ganzen ist es mehr das woanders. Wenn Renault seine Autos ZE = Zero Emission nennt, denke ich immer nur an WE = woanders Emission. Dreck im Batterie-Lebenszyklus noch nicht eingerechnet. Mit Ökostrom sieht die Bilanz natürlich besser fürs E-Auto aus.

Mal willkürlich aus den Google-Treffern genommen: http://www.co2-emissionen-vergleiche...ionen-PKW.html

Die dort weiter oben genannten Durchschnittswerte von 180g/km von 2008 sind heutzutage allerdings ziemlich überholt. Auch große Autos kommen heute nach der Norm mit deutlich weniger aus.
Zitat:

Zitat von Hafu (Beitrag 1179680)
Ich denke das aktuell größte Haupthindernis für individuelle E-Mobilität ist der niedrige Ölpreis, der der Mobilität über Verbrennungsmotoren extrem in die Karten spielt

F: "Gehst du tanken?"
A: "Nee, Steuern zahlen."
;)

Der Rohölpreis macht keinen großen Anteil am Benzinpreis aus.

Hafu 04.11.2015 21:55

Zitat:

Zitat von Thorsten (Beitrag 1179819)
...
F: "Gehst du tanken?"
A: "Nee, Steuern zahlen."
;)

Der Rohölpreis macht keinen großen Anteil am Benzinpreis aus.

Dass der Anteil derzeit so klein ist, liegt v.a. daran, dass der Ölpreis so niedrig ist.

Bei deutlich höherem Ölpreis (ist erst wenige Jahre her, dass wir bei 100 USD pro Barrel lagen und die damaligen Prognose (Stichwort Oil-Peak) gingen von 200 USD innerhalb weniger Jahre aus), ist/wäre auch der Anteil am Literpreis deutlich höher, da die Mineralölsteuer die ja den Löwenanteil der Steuern an der Zapfsäule ausmacht, im Ggs zur Umsatzsteuer unabhängig vom Ölpreis, also fix ist.

Aaußerdem lebt Deutschland und v.a. die Automobilindustrie nicht in einer nationalen Blase. In den meisten anderen "Autofahrernationen" wie USA und jetzt zunehmend auch China und Indien sind die Mineralölsteuern drastisch niedriger und damit die Mehrkosten von Elektro-Autos gegenüber Verbrennern für potenzielle Käufer noch erheblich schmerzhafter.

Naja früher oder später wird das Öl trotzdem knapp und teuer werden, nur voraussichtlich erheblich später, als noch vor kurzem prognostiziert und das wird dann schon alternativen Antriebskonzepten in die Karten spielen.

flaix 04.11.2015 23:20

Zitat:

Zitat von sybenwurz (Beitrag 1179811)
Nun ja.


Und ich würde bewzeifeln, dass wir nicht nur ein Loch aufreissen, um ein anderes zu stopfen.
Egal ob Batterietechnik inkl. Recycling hinterher, Brennstoffzelle: unterm Strich steht ein Overall-Energieverbrauch von der Produktion bis zur Entsorgung und ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser geringer ist.
Ich will damit nicht behaupten, dass Verbrennungsmotoren das Ei des Kolumbus seien, aber mit Elektroantrieb werden wir die Welt voraussichtlich auch nicht retten...

vielleicht bin ich naiv, aber ich sehe Trends zu Leichtbau und insgesamt weniger footprint durch die E-Autos

MattF 05.11.2015 07:39

Zitat:

Zitat von flaix (Beitrag 1179828)
vielleicht bin ich naiv, aber ich sehe Trends zu Leichtbau und insgesamt weniger footprint durch die E-Autos

Trends mag es geben, aber 2% eingespart z.b. am Gewicht ist auch ein Trend. Nur wie Sybenwurz sagt das rettet die welt nicht, bzw. weniger negativ ausgedrückt es ändert nicht wirklich was an den momentanen Umständen, zumal Einsparungen (an Gewicht, Verbrauch usw) durch mehr PKWs weltweit mehr als wett gemacht werden.

Ein Auto ist im Grunde ein extrem flächen- und resourcenverbrauchendes Gerät, gerade uns als Radfahrere sollte das klar sein. Und da kommt man nicht drum herum. Der VW Skandal zeigt genau das.
Wir bzw. EU, Bundesregierung, Autokozerne und Verbraucher haben uns die letzten Jahre extrem in die Tasche gelogen, dass es ein umweltfreundliches Auto gäbe. Selbst ein Bluetec VW für den man X000 € mehr zahlt, als fürs normale Modell, ist nicht umweltfreundlich. Das ist ein Lüge!
Und ein E Auto löst nur max. ein Problem (den Verbrauch) der Rest bleibt: Resourcenverbrauch bei der HErstellung, Flächenverbrauch für Strassen und Parkplätze, Tote und Verletzte durch Verkehr und Abgase (wenn der Strom z.b. in Braunkohlekraftwerken erzeugt wird), Bewegungsmangel, Zeitverluste durch Staus.

Schwarzfahrer 05.11.2015 08:54

Zitat:

Zitat von MattF (Beitrag 1179861)
Und ein E Auto löst nur max. ein Problem (den Verbrauch) der Rest bleibt: Resourcenverbrauch bei der HErstellung, Flächenverbrauch für Strassen und Parkplätze, Tote und Verletzte durch Verkehr und Abgase (wenn der Strom z.b. in Braunkohlekraftwerken erzeugt wird), Bewegungsmangel, Zeitverluste durch Staus.

Das E-Auto löst für mich nicht wirklich das Verbrauchsproblem (ich brauche bei aktueller Stromproduktion nicht viel weniger Primärenergie), aber es ist lokal leiser und emissionsarm. Daher mag es eine gute Punktlösung z.B. für Innenstadt-Busverkehr sein, oder für Kurzstreckenpendler.

In allem anderen volle Zustimmung. Das E-Auto löst auch nicht die Probleme, die Autos generell bedeuten. Andererseits ist ein Abschied vom Auto generell nicht trivial.
Wir haben eine Welt geschaffen, in dem das Auto eine zentrale Rolle spielt; die Infrastruktur ist zunehmend nur für Autofahrer effektiv: Geschäfte und z.T. auch Verwaltung häufig weit außerhalb der Wohngebiete, Schulen immer öfter ortsübergreifend, 50 - 100 km Abstand Arbeitsplatz-Wohnort ist weigehend akzeptiert, etc.. Zurück zu einer Welt kürzerer Wege geht es nur entweder per staatlicher Regelung (mit einem grünen Bundeskanzler?:cool: ) oder als Folge einer größeren Umwälzung (z.B. kompletter Stopp von Öllieferungen als Folge einer weltweiten Eskalation des Ost-West-Konfliktes - auch eher unwahrscheinlich). Freiwillig verzichtet eine Gesellschaft kaum auch den Komfort, den man hat, fürchte ich. Was junge Großstadtbewohner an weniger Autos fahren, wird von älteren, im Grünen wohnenden Familien wieder ausgeglichen mit Zweit- und Drittwagen.

Jimmi 05.11.2015 08:56

Die Zukunft fängt immer jetzt an und wir leben in exponentiellen Zeiten.

Auch bei weiterem Ausbeuten der abwegigsten Fundorte (Tiefsee/Fracking) wird das Öl irgendwann recht rar und sehr teuer werden. Und das in für uns erlebbaren Zeiträumen. Wenn wir da irgendwo eine Chance haben wollen, unseren Stand zu halten, müssen wir jetzt anfangen die Weichen zu stellen. Und das wird schwer genug.

Die Mähr, dass überall auf der Welt alternative Konzepte in den Schubladen liegen, die man im Fall der Fälle einfach nur beleben muss, ist Blödsinn.

Das Einzige was mich beruhigt, ist dass es auch schon ganz ohne Öl ging. War zwar etwas rustikal, aber die ganzen Mittelalterfans würden endlich mal voll auf ihre Kosten kommen.


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