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dasgehtschneller 17.08.2021 15:03

Zitat:

Zitat von X S 1 C H T (Beitrag 1617551)
Knapp 550km an den Gardasee.

In Italien kann ich die Lade Karte oder App von ENBW empfehlen. Die hat mir bei meinem letzten Urlaub in der Gegend gute Dienste geleistet und inzwischen ist auch die Abdeckung in Italien ganz gut.
Die Preise sind mit 45 Cent ebenfalls noch akzeptabel bis gut

Nur in Rivoltella am Gardasee wurde mir da 2x mein Ladekabel an einer Säule blockiert.
Dort würde ich dir von eine Ladung abraten ;)

Beim ersten Mal habe ich sie nach langem würgen und X Mal neu starten und Abbrechen wieder raus gekriegt.
Beim zweiten Mal musste ein Techniker kommen und der Support konnte mir nicht sagen ob der heute noch kommt oder nicht. Dabei hatten wir extra den anderen Port genommen.
Wir waren aber nur auf der Durchreise und wollten eigentlich weiterfahren:Gruebeln:

Schlussendlich ist er dann, kurt bevor wir das Kabel aufgegeben hätten, noch gekommen.
Er hat die Säule aber nur neu gebootet und das Kabel dann mit einem Schraubenzieher rausgewürgt. Ich gehe deshalb davon aus dass die Säule immer noch das gleiche Problem hat.

In den 5 Jahren in denen ich nun schon elektrisch unterwegs bin, war das bisher das einzige Problem in der Art. So schlecht läuft das also nicht mit den Ladesäulen usw.

dasgehtschneller 24.08.2021 08:50

Ich habe mir dieses Wochenende für einen Trip an den Comersee ein Tesla Model 3 Long Range gemietet weil ich das schon lange mal ausprobieren wollte :cool:

Was soll ich sagen? Ich will nie mehr was anderes fahren :Lachen2:

Ich hatte das ganze Wochenende und alle möglichen Fahrsituationen Zeit um alles möglich auszuprobieren. Das war echt super.
Ich bin auch schon diverse andere Elektrofahrzeuge gefahren. Auch wenn die teilweise auch ganz nett waren, ist es nochmals wie eine neue Welt.
Gegenüber einem Verbrenner kommt man sich vor wie beim Umstieg von einem Tastentelefon auf ein Smartphone und nicht nur weil der Tesla keine Tasten mehr hat.

Aber fangen wir vorne an: Die Fahrleistungen sind überragend. Das Modell hatte ca. 450 Pferde und 4.4 Sekunden von 0 auf 100. Beim Überholen fühlt sich jedes Fahrzeug an wie ein Traktor und wenn ich nach dem Ortsende Schild jeweils aufs Gas getreten bin, ist meine Frau auch am zweiten Tag noch jedes Mal erschrocken. Die ganze Fahrt war wie auf einer Achterbahn.
Wenn man das Gas nicht voll durchdrückt, fährt es sich aber ganz normal. Aber wer will das schon :Lachanfall:
Auch in den Kurven über die uahlreichen Pässe war die Bodenhaftung perfekt und mit 4WD hat man auch immer perfekte Traktion.


Die Bedienung ist wie ein iPad. Es läuft fast alles über das grosse Display und das sieht sehr modern und aufgeräumt auf.
Ich hatte Anfangs Angst dass es etwas zu viel des Guten ist, da Autopilot und Audio über die zwei Lenkrad Daumenschalter und die üblichen Lenkstockschalter zu bedienen sind musste ich während der Fahrt aber so gut wie nie was auf dem Display machen und die Sprachsteuerung funktioniert auch das erste mal in einem Auto das ich gefahren bin.
Die Klimasteuerung ist auf dem Display etwas schwierig zu treffen, reagiert aber auch auf die Sprachsteuerung.

Sitze, Spiegel, Lenkrad usw. lässt sich alles elektrisch verstellen und wird in verschiedenen Profilen gespeichert, so dass jeder Fahrer seine persönlichen Einstellungen speichern kann.
Besonders cool ist auch dass man die Luftströmung per Touchscreen an die richtige Stelle lenken kann.
Noch vor meiner Vermietung habe ich einen Link auf mein Handy gekriegt und konnte dann per Tesla App schon mal das Auto finden, öffnen usw.
Danach konnte ich alles komplett über das Handy bedienen, konnte Klimaanlage steuern, Status prüfen, Kofferräume öffnen und theoretisch sogar per Handy aus einer engen Parklücke fahren. Letzeres hatte ich allerdings nicht geschafft.
Die Schlüsselkarte hatte ich nur noch für Notfälle dabei denn sobald der Tesla mein Handy erkannt hat, konnte ich einsteigen und sobald ich 5 Meter vom Auto weg war hat er sich wieder automatisch abgeschlossen.

Was mich nicht so überzeugt hat waren die Autopilot Features.
Der intelligente Tempomat ist genial und der Spurhalteassistent ist auch ganz nett, vor allem wenn man im Stau steht oder mal kurz was auf dem Display drückenm will und nur zu 90% auf die Strasse schaut. Ich habe teilweise eine halbe Stunde lang kein Pedal bedient.
Der Teil ist in der Basisfunktioalität ohne Aufpreis enthalten


Die weiterführenden Funktionen wie Spurwechselassistent auf der Autobahn usw. haben micht nicht ausreichend überzeugt um mehrere Tausend € Aufpreis zu zahlen. Um die Spur zu wechseln muss man z.B. den Blinker betätigen und das Lenkrad leicht in die Richtung bewegen. Wenn man zu stark am Lenkrad drückt, fliegt der Lenkassistent allerdings ganz raus und der Tesla ist ungesteuert.
Allgemein muss man mit dem Autopilot immer leicht das Lenkrad bewegen um seine Anwesenheit zu bestätigen aber nicht so stark dass er sich wieder deaktiviert. Vielleicht muss man da noch ein wenig ein besseres Gefühl dafür kriegen, selber lenken ist in den meisten Fällen aber einfacher.
Das liegt aber hauptsächlich an irgenwelchen EU Regulierungen. Ich glaube in den USA funktioniert das alles etwas besser.


Fazit der Geschichte: Ich will jetzt auch einen Tesla, auch wenn ich ihn eigentlich gar nicht wirklich brauche da ich hauptsächlich Kurzstrecken fahre die ich mit meinem PHEV super abdecken kann :Lachanfall:
Mal schauen ob mich wenigstens die Kosten noch zurückhalten. Wobei... So teuer sind die Dinger gar nicht mehr. Schade dass es im Moment keine Gebrauchten gibt die unter dem Neupreis liegen.

Gemietet habe ich den Tesla übrigens über 2em.ch. Einen Vermietservice für Privatautos, so ähnlich wie Airbnb für Wohnungen.
Vermietprozess, Bezahlung und Versicherung wird alles von der Plattform abgedeckt und man muss nur noch mit dem Vermieter die Übergabe regeln.
Das hat super geklappt. Das kann ich wirklich weiterempfehlen und falls jemand in der Schweiz einen guten Vermieter sucht, hätte ich auch einen Tipp ;)

TriVet 24.08.2021 09:25

Schöner Bericht.:cool:
Interessehalber: auch mal Polestar 2 gefahren?;)

dasgehtschneller 24.08.2021 10:02

Nein, den Polestar bisher noch nicht.

Etwas wichtiges hatte ich noch vergessen: Wir sind mit 5% am Supercharger angekommen haben eingesteckt, sind kurz aufs Klo und in den nächsten Laden was zu trinken kaufen, da war er schon wieder auf 70% und wir mussten uns schon fast beeilen wieder rechtzeitig zum Auto zurück zu kommen bevor der Akku voll ist und die Blockiergebühr anfällt.

In 25 Minuten haben wir von 5% auf 85% geladen und somit etwa 400km in den Akku gekriegt. Dabei war es sogar nur ein 120 kW Supercharger.

sybenwurz 24.08.2021 10:04

Zitat:

Zitat von dasgehtschneller (Beitrag 1618930)
Ich glaube in den USA funktioniert das alles etwas besser.

Das funktioniert nicht in den USA besser. Ich bin hin und wieder mit jemandem unterwegs, der an der Entwicklung autonomen Fahrens in D beteiligt ist, der attestiert den Deutschen nen deutlich weiteren Fortschritt als allen USA-Autobauern zusammen, nur, es reicht eben immer noch nicht, dass sie sich damit auf die Strasse getrauten.
Bei den Deutschländern geht halt in 3 von ner Million Fällen was schief, bei den Amis in 20, die nehmen das aber in Kauf und drücken dann halt im Schadensfall einfach n paar Million Regresszahlung ab und das wars für die.
Die Nummer läuft so in Europa halt nicht, daher werden die Möglichkeiten nicht annähernd ausgeschöpft.
Aufm Testparcours ist autonomes Fahren jedenfalls schon Realität und angeblich deutlich weiter entwickelt als bei den Amerikanern.

Wobei mir grad so n Verdacht in dem Zusammenhang kommt, weil, alles was du an Features da bei der Steuerung beschreibst ist ja nicht zwangsläufig auf Elektromobile beschränkt.
Nur hats Tesla halt konsequent und als erstes umgesetzt.
Da stellt sich schon die Frage, wie weit, was ich oben schrieb, von deutscher Sichtweise geprägt ist und/oder ob die mit solchen Aussagen nicht einfach ihren Rückstand (in mittlerweile allen Bereichen) kaschieren.
Ne pfiffige Bedienerführung stünde ja jedwelchen Automobilen deutscher Provenience zu Gesicht und es stünden derlei haftungsrechtliche Aspekte dem nicht gegenüber wie autonomem Fahren im öffentlichen Verkehrsraum.

Wobei ich den Komfortfaktor anerkenne, allerdings wiederum das Vollpfropfen mit Stell- und Servomotoren und -motörchen missbillige.
Eigentlich sollte, wer sich seinen Sitz oder den Spiegel nicht einstellen kann, besser nicht Autofahren. Es ist natürlich toll, wenn die Büchse meinen Arsch erkennt und mir den Sitz unds Ambiente passend justiert, leichter und resourcenschonender wirds Fahren damit halt wieder nicht.

Itchybod 24.08.2021 12:37

Zitat:

Zitat von dasgehtschneller (Beitrag 1618930)
Ich habe mir dieses Wochenende für einen Trip an den Comersee ein Tesla Model 3 Long Range gemietet weil ich das schon lange mal ausprobieren wollte :cool:
..............

Bei Tesla wird ja oft die angeblich schlechte Verarbeitung reklamiert. Als Beispiel werden da häufig die Spaltmaße aufgeführt. Ich frage mich immer, ob das etwas ist, was mir schon von 10 m Entfernung auffällt oder wozu ich eine Schieblehre brauche. Ersteres würde mich bei den Preisen stören, letzteres mache ich eher selten.
Kannst du dazu etwas sagen?
Passt für Dich ansonsten die gefühlte Qualität zum Preislevel?

sabine-g 24.08.2021 12:47

Mich stört Sprachsteuerung massiv. Ich quatsche nur sehr ungern bzw. gar nicht mit meinem Auto.
Die Bedienung des Teslas finde ich vollkommen unterirdisch.
Dieses riesige Tablet rechts vom Fahrer lenkt wahnsinnig ab und erschwert die Bedienung völlig unnötig.
Daimler, Audi, Volkswagen haben sich ohne äußeren Zwang von echten Tasten zur Bedienung der grundlegenden Funktionen ( Laut, leise, Klima, etc ) verabschiedet.
Teilweise ist ein Golf nicht mehr bedienbar, man fährt über einen Huckel, will eigentlich die Temperatur erhöhen oder das Radio einstellen und telefoniert auf einmal mit der Schwiegermutter weil das Zielen auf dem Touchpad durch den Huckel nicht funktioniert.
Außerdem kann man bestimmten Lichtverhältnissen vor lauter Fingerabdrücken nichts mehr erkennen.

Bunde 24.08.2021 13:00

Zitat:

Zitat von sabine-g (Beitrag 1619008)
Mich stört Sprachsteuerung massiv. Ich quatsche nur sehr ungern bzw. gar nicht mit meinem Auto.
Die Bedienung des Teslas finde ich vollkommen unterirdisch.
Dieses riesige Tablet rechts vom Fahrer lenkt wahnsinnig ab und erschwert die Bedienung völlig unnötig.
Daimler, Audi, Volkswagen haben sich ohne äußeren Zwang von echten Tasten zur Bedienung der grundlegenden Funktionen ( Laut, leise, Klima, etc ) verabschiedet.
Teilweise ist ein Golf nicht mehr bedienbar, man fährt über einen Huckel, will eigentlich die Temperatur erhöhen oder das Radio einstellen und telefoniert auf einmal mit der Schwiegermutter weil das Zielen auf dem Touchpad durch den Huckel nicht funktioniert.
Außerdem kann man bestimmten Lichtverhältnissen vor lauter Fingerabdrücken nichts mehr erkennen.

Da ich mich beruflich viel mit "HMI" (=human-machine-interface) beschäftige, kann ich das bestätigen. Touchscreens sehen zwar hip und modern aus, sind in der Bedienung aber häufig fehl am Platze. Eine "blinde" Bedienung ist nicht möglich, was z.B. im Auto bedeutet, dass der Blick weg von der Strasse und hin zum Display geht


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