triathlon-szene.de |  Europas aktivstes Triathlon  Forum

triathlon-szene.de | Europas aktivstes Triathlon Forum (https://www.triathlon-szene.de/forum/index.php)
-   Trainings-Blogs (https://www.triathlon-szene.de/forum/forumdisplay.php?f=35)
-   -   schnodo schwimmt (https://www.triathlon-szene.de/forum/showthread.php?t=42161)

schnodo 08.04.2022 07:48

Zitat:

Zitat von FloRida82 (Beitrag 1654665)
Ich würde dem Golfer erstmal dazu raten 1000 statt 10 Abschläge pro Tag zu machen. Ja.
Auf keinen Fall aber würde ich Slow-Mo's von Tiger Woods analysieren. Ich bin nicht Tiger Woods. Die Wenigsten sind auch Jan Frodeno....mir fehlen da allein fast 20cm Körperlänge und ganz so flexibel bin ich vermutlich nicht.

Prinzipiell ist Grundsatz "viel hilft viel" richtig. Aber nur weil man nicht Tiger Woods oder Jan Frodeno ist, muss man in der entsprechenden Sportart nicht alles anders machen als die beiden. Wer sich an Tiger Woods orientiert während er 1 000 mal abschlägt, macht es aus meiner Sicht cleverer als derjenige, der gedankenlos draufprügelt oder sich die Großmutter mit der Fliegenklatsche als Vorbild nimmt.

Und wer sich überlegt, was ihn außer der Körpergröße und den Umfängen beim Schwimmen von Jan Frodeno unterscheidet, wird hinterher sicher nicht schlechter schwimmen.

Gerade weil Schulterverletzungen beim Schwimmen eher die Regel als die Ausnahme sind, finde ich es mehr als angebracht, sich darüber Gedanken zu machen, welcher der fundamental unterschiedlichen Ansätze welche Konsequenzen mit sich bringt. Das gilt ganz besonders, wenn sich die Ausführung genau dieser Bewegung tatsächlich ohne fremde Hilfe gut kontrollieren lässt, was beim Schwimmen eher die Ausnahme ist.

Wenn ich regelmäßig mit dem Schädel gegen die Lampe renne, dann wiederhole ich das nicht 1 000 mal – Übung macht den Meister – um mich daran zu gewöhnen, sondern ich versuche, einen anderen Weg zu nehmen oder hänge gleich die Lampe höher. :Cheese:

Wie dem auch sei, da werden wir uns anscheinend nicht einig und das ist nicht weiter schlimm. :)

Benni1983 08.04.2022 08:05

Was hast du eigentlich für Probleme mit deiner Schulter?

Ich hatte mal Impingement-Syndrom und momentan habe ich das Gefühl, dass es wieder kommen möchte.

Geholfen hatte mir damals Stärkung der Außenrotatoren mit dem Theraband.
Momentan auch wieder im Gebrauch.

Dadurch wird die Schulter nach hinten gezogen und der Spalt zwischen Schultergelenk und Schulterdach wird wieder größer.

Matthias75 08.04.2022 08:34

Zitat:

Zitat von FloRida82 (Beitrag 1654621)
Schwimm doch mal dauerhaft richtig hohe Umfänge. Dadurch bildet sich eine Athletik aus und die Schulter hält sich von alleine.

Die richtig hohen Umfänge muss man aber auch erstmal verkraften können. Aus meiner Erfahrung (früher bis zu 5*/Woche geschwommen) muss ich mich an solche Umfänge langsam rantasten, sonst ist spätestens nach einem halben Jahr eine längere Schwimmpause angesagt. Ist wie bei den andere Disziplinen. Klar werde ich mit mehr Laufkilometer schneller/besser, aber auch die muss man erstmal orthopädisch verkraften.

Nebenbei: Nach längeren Schwimmpausen habe ich früher grundsätzlich viel Technikübungen gemacht. Das hatte mehrere Vorteile: Zum einen bekam ich schneller wieder ein Gefühl für die richtige Technik und Wasserlage. Zum andere sind die Technikübungen, wenn man sie richtig ausführt, auch nicht unanstrengend, was z.B. gerade für die Schulter ein gutes Training und eine gute Vorbereitung auf größere Umfänge ist.

Zitat:

Zitat von FloRida82 (Beitrag 1654621)
Ich glaube nicht, dass Frodo darüber nachdenkt....oder über Luftblasen an der Hand etc (Klassiker).

Auf seinem Niveau sicher nicht mehr, wobei ich denke, dass auch er ab und zu mal an seine Technik denkt. Sein Vorteil ist, dass ertechnisch schon da ist, wo wir hinwollen. Da kann man die Technik auch mal locker ins Einschwimmen packen oder nebenbei mal ein paar Übungen dazu machen. Auf dem Niveau wird er auch recht schnell merken, wenn sich Unsauberkeiten einschleichen und kann die dann selbst korrigieren.

Zitat:

Zitat von FloRida82 (Beitrag 1654621)
Mit "Kopf runter, etwas tiefer einstechen und nicht übergreifen" kann man ganz bequem 1000m unter 15' schwimmen (wir Agegrouper) ohne sich andere Gedanken machen zu müssen. Danach kann man dann mal etwas Feintuning angehen.

Für sub15 braucht es aus meiner Erfahrung entweder eine extrem gute Ausdauer/Leidensfähigkeit oder eine gute Technik. Die Grenze für Schwimmer mit - sagen wir mal begrenzten technischen Fäghigkeiten - würde ich eher zwischen 16 und 17min ansetzen, in Ausnahmefällen kommen sie noch an die 15min ran. Wer aber unter 15min will, muss schon auch eine ordentliche Technik haben.

Wer die hat, kann aber dann auch mit 2-3*/Woche schwimmen unter die 15min kommen.

M.

Estampie 08.04.2022 08:40

um mal auf die Frage ein wenig zurück zu kommen ob das Vorschieben der Schulter diese mehr belastet.
Die auffällige Häufung von Schulterverletzungen bei Leistungsschwimmern deutet ja schon darauf hin dass die Schulter sehr belastet ist, das kann aber auch unabhängig vom Schultervorschieben einfach daran liegen dass das Gelenk nicht über Jahrtausende auf die Belastung optimiert wurde. (wie Knie und Sprunggelenk fürs laufen)

Andre Wirsig, der ja bekannterweise seiner Schwimmschulter extrem viel zumutet, ist soweit ich ihn verstanden habe ein Schultervorschieber. Und bisher wirkt er ganz heile. Kann er als Beispiel für Normalmenschen herhalten? Der macht extremes Stabitraining, hat aber eventuell auch eine gute Veranlagung?
Das spielt bestimmt ja auch eine große Rolle.
Ich zum Beispiel könnte zwar sehr lange und erfolglos versuchen möglichst genau so abzuschlagen wie Tiger Woods, aber wenn ich versuchen würde möglichst genau so Atlas Stones zu heben wie Eddie Hall wäre das mein sicheres Verderben.

Eine weitere Sache die eventuell noch eine Rolle spielt ist die Art des Schwimmens. Viele Leistungsschwimmer trainieren auch viel auf Sprintstrecken. Die Belastung für die Schulter wird eventuell eine andere sein als bei Langstreckenschwimmern und Triathleten.

Gruß,
Thomas, der gleich wieder Schultervorstrecken geht

Siebenschwein 08.04.2022 08:48

Zitat:

Zitat von schnodo (Beitrag 1654675)
...
Wenn ich regelmäßig mit dem Schädel gegen die Lampe renne, dann wiederhole ich das nicht 1000 mal – Übung macht den Meister – um mich daran zu gewöhnen, sondern ich versuche, einen anderen Weg zu nehmen oder hänge gleich die Lampe höher. :Cheese:

:Lachanfall: Made my day!

(Auch wenn ich gerade auf den Termin zum MRT der Schulter warte... vermutlich Bänderriss. Warum ich das Schwimmthema lese, weiss ich gar nicht. Eventuell doch masochistisch veranlagt, aber will es nicht wahrhaben.)

sabine-g 08.04.2022 08:48

Ich wiederhole mich: Das viel hilft viel ist gerade bei Schwimmern mit schlechter Technik genau das was gar nichts hilft.

Schlechte Technik muss bekämpft werden durch einige sehr wenige gezielte Übungen und im Anschluss durch einige Meter Training umgesetzt werden.
Man muss das Training hier dosieren, da man durch den Fokus auf die Technik sehr schnell ermüdet und dann in alte Bewegungsmuster verfällt.

Eines ist leider eine Art Teufelskreis:
Um Technikübungen sauber durchführen zu können - auch hier kommen schnell ein paar Meter zusammen - muss man ein Mindestmaß an Ausdauer haben, vermutlich angeeignet durch unsauberes Schwimmen mit schlechter Technik.

Matthias75 08.04.2022 08:57

[quote=Estampie;1654687]um mal auf die Frage ein wenig zurück zu kommen ob das Vorschieben der Schulter diese mehr belastet.
.../QUOTE]

Laut Aussage eines Orthopäden, bei dem ich früher gelegentlich war, ist ein großes Problem, dass durch Schwimmen auch starke Dysbalancen entstehen können, vor allem, wenn man einseitig schwimmt.

Die klassischen Schwimmdisziplinen, vor allem Kraul, trainieren überwiegend sehr einseitig die Innenrotatoren. Deshalb sollte man außerhalb des Beckens regelmäßig auch die Außenrotatoren trainieren, z.B. wie von Schnodo oben erwähnt, mit Theraband.

Wen der Zug dann nicht korrekt ausgeführt wird, steigt natürlich noch die Belastung auf die Schulter.

M.

FloRida82 08.04.2022 09:01

Die Tatsache das Schnodo da verschiedene "Lager" und ihre Meinung anbringt zeigt doch, das es nicht "die eine richtige" Technik gibt.

Dazu findet man sicherlich Videos die zeigen, dass Yang, Romantschuk, Wellbrock, Paltrinieri oder Hackett sich technisch extrem von einander unterscheiden und trotzdem alle die 1500m unter 14:40 schwimmen. Sie unterscheiden sich vermutlich in Zugfrequenz, Schulterhaltung und vermutlich jedem Winkel den man messen kann....aber alle liegen hoch im Wasser, nehmen den Kopf runter und übergreifen nicht.

Natürlich muss man Umfänge aufbauen. Wie in jeder anderen Sportart auch.

Dann muss es bei mir die Leidensfähigkeit sein....die Ausdauer ist nämlich nicht extrem und die Technik eher "zweckmäßig". Halt eben auf 175cm und auf meine Flexibilität angepasst. Würde gern den Arm anstellen wie Yang oder aus den Beinen arbeiten wie Wellbrock....oder eine Schuhgröße haben wie Phelps....ist aber wohl nicht drin. Also halte ich mich an die grundsätzlichen Dinge und trainiere fleißig.


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 22:07 Uhr.

Powered by vBulletin Version 3.6.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2022, Jelsoft Enterprises Ltd.