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Estebban 22.04.2020 09:11

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1526886)
Dem steht dagegen, dass dem Volk seit dem 23.3. suggeriert wird, es ändere sich eigentlich nichts bzw. wir haben keine Ahnung.

So‘n schleichender unwissenderProzess ist auch Mist und sorgt für Ermüdung.

Ich weiss es auch nicht, aber Merkel hätte auch sagen können:
Wir machen dass jetzt alles wieder auf und schauen was passiert. Schlimmstenfalls haben wir uns geirrt und müssen zurück auf Anfang. Aber wir haben es dann wenigstens probiert.
Ich glaube, dafür entstünde mehr Rückhalt in der Bevölkerung.

Diese HorrorSzenarien mit der 2. Welle mögen stimmen, aber jedesmal auf die Spanische Grippe zu verweisen ist total daneben. Corona ist keine Grippe.

...Und schauen was passiert... Gut, schlimmstenfalls sind halt die Intensivstationen komplett überlastet, man disktutiert wieder über Triage.. aber hey, man muss es ja mal probieren können oder? No risk no fun!

dasgehtschneller 22.04.2020 09:12

Dass Regierungen Szenarien einer weltweiten Pandemie durchspielen ist aus meiner Sicht logisch. Eine Pandemie wurde seit Jahren immer mal wieder befürchtet, bisher konnten sie aber jeweils noch gestoppt werden bevor sie es rund um die Welt geschafft haben.

Was dabei bedenklicher ist, finde ich dass die meisten Länder trotzdem eiskalt erwischt wurden. Fast in jedem Land mangelt es an grundlegenden Sachen wie Masken und Desinfektionsmittel die es bei jeder Pandemie braucht.



Zum Oktoberfest besagen die Gerüchte dass die Entscheidung gefallen ist, nachdem man sich vorgestellt hat wie die Leute sich mit Mundschutz übergeben :Prost:

Estebban 22.04.2020 09:13

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1526890)
Es war richtig zu vergangenen Zeiten eher vorsichtig als mutig zu sein. Nun darf man aber nicht den Punkt verpassen, wo es besser ist, mutig zu sein. Der Spiegel leistet dazu leider keinen guten Beitrag.

Und den Punkt definierst du, weil du jetzt keinen Bock mehr auf Kontaktbeschränkungen hast. Vielleicht sollte dem Spiegel mal jemand bescheid geben, dass er sich stärker in deine Agenda einbringt! :Lachanfall:

qbz 22.04.2020 09:13

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1526888)
.
.....
Und um bei deiner Info zu bleiben, was China macht oder gemacht hat, weiss keiner und glaubt keiner.

So wird es sein.....

Genau diese westliche Arroganz hat dazu geführt, dass in der EU das Virus sich überhaupt ausbreiten konnte. Hätte man rechtzeitig reagiert wie in China oder einigen asiatischen Ländern und den Ausbruch in Wuhan ernst genommen und alle Einreisenden kontrolliert incl. Quarantäne, Einzelinfizierte isoliert, hätten wir keine Lockdown´s in der EU und nicht die schlimmen Zustände erlebt, die Du gerne verdrängen möchtest.

Hier der kritische Bericht eines Schweizer Arztes, der seit 20 Jahren in China, Wuhan regelmässig arbeitete.

COVID-19 - eine Zwischenbilanz oder eine Analyse der Moral, der medizinischen Fakten, sowie der aktuellen und zukünftigen politischen Entscheidungen

Estebban 22.04.2020 09:15

Zitat:

Zitat von dasgehtschneller (Beitrag 1526892)

Zum Oktoberfest besagen die Gerüchte dass die Entscheidung gefallen ist, nachdem man sich vorgestellt hat wie die Leute sich mit Mundschutz übergeben :Prost:

1. Danke, das Bild kriege ich nicht mehr aus dem Kopf.
2. Das schlimme ist ja, dass jeder der sich das Schauspiel mal nüchtern angesehen hat weiss, das ist nicht so unrealistisch..

Triasven 22.04.2020 09:15

Zitat:

Zitat von tandem65 (Beitrag 1526889)
Ja das ist schon klar. Du möchtest das voranbringen was Du der Regierung und Experten vorhältst. Verunsicherung!:Huhu:

Boah bist du voreingenommen. :Lachanfall:

Wie kann ich mir das Vorstellen:
Du siehst einen Beitrag von mir und die objektive Schranke fällt erstmal runter. Dann liest du den Beitrag und denkst: Was für ein Idiot, es juckt in den Fingern, aber eigentlich ists dir die Mühe nicht wert. Irgendwann wirds dir doch zuviel und du musst einfach einen geilen (persönlichen, nicht etwa sachlichen) Spruch loslassen?

Aber danke dass du mir zutraust für Verunsicherung sorgen zu können.

Hafu 22.04.2020 09:39

Zitat:

Zitat von Matthias75 (Beitrag 1526865)
In Bayern gibt es laut Spiegel einen Zusammenhang zwischen den Starkbierfesten und den örtlichen Fallzahlen. Zumindest fanden in den am stärksten betroffenen Regionen noch Starkbierfeste statt.
M.

Zitat:

Zitat von Bockwuchst (Beitrag 1526868)
Ist doch in vielen Gegenden mit Veranstaltungen verbunden. Der Karneval in Heinsberg, Apres Ski in Ischgl usw.

Zitat:

Zitat von Triasven (Beitrag 1526890)
...
In meinem Beitrag ging es nicht um das Einsperren, sondern das Bewerten der Starkbierfeste durch den Spiegel. ...
Es war richtig zu vergangenen Zeiten eher vorsichtig als mutig zu sein. Nun darf man aber nicht den Punkt verpassen, wo es besser ist, mutig zu sein. Der Spiegel leistet dazu leider keinen guten Beitrag.

Ich halte den journalistischen Artikel des Spiegels für wertvoll, auch wenn man sich vergegenwärtigen muss, dass das Ganze nur eine journalistische Recherche und keine Studie mit exakter statistischer Aufarbeitung ist. Der Zusammenhang bierseliger Feste in geschlossenen Räumen und explosionsartiger Asubreitung von Covid-19 ist schon ziemlich deutlich und verdient weiter Beleuchtung.

Man hätte eventuell auch noch ergänzen können, dass z.B. in Berlin höchstwahrtscheinlich auch Clubbesuche maßgeblich zur Infektausbreitung im frühen Stadium der Epidemie beigetragen haben.
Und aus Italien gibt es sehr starke Hinweise, dass dort ein einziges Fußballspiel (Atalanta Bergamo-SC Valencia) eine dominierende Rolle für den explosionsartigen späteren Verlauf der Epidemie gespielt hat.

Man muss ja aus der Vergangenheit versuchen für die Zukunft zu lernen und dabei insbesondere lernen zu bewerten, welche Alltagssituation ein geringes, welche ein mittleres und welche ein sehr hohes Infektrisiko mit sich bringt.. Wenn man diese Bewertung nicht vornehmen kann, verbietet man unter Umständen viel zu viel (wie beim Lockdown in Frankreich, Italien und Spanien) oder aber man erlaubt zu viel (wie z.B. beim Umgang mit Pflegeheimbewohnern in Schweden oder in den ersten Wochen der Epidemie in Großbritannien)

Das Problem dieser Großereignisse mit vielen anonymen Face-to-Face-Kontakten ist insbesondere, dass sich danach im Gegensatz zu vielen sonstigen menschlichen Kontaktsituationen im Alltag (bei der Arbeit, beim Einkaufen in Geschäften, bei privaten Treffen, gemeinsamen Sporttreiben etc.) Infektionsketten nicht mehr nachvollziehen lassen (was beim allerersten Covid-19-Ausbruch in Deutschland bei der Firma Webasto noch perfekt funktioniert hatte, so dass man damals mit geringem Schaden, die Infektionskette komplett auslöschen konnte).

Und solange es noch keine funktionierende und verbreitete Apps gibt zur Rückverfolgung von Kontakten ist das (aktuell noch manuelle) Aufspüren von Infektionsketten durch Interviews von Sars-CoV-positiven Personen das A und O der Unterbrechung der Ausbreitung.
Kekulé hat im letzten Podcast auch nachvollziehbar nochmal darauf hingewiesen, dass der Maßstab, ab wann Infektzahlen ausreichend niedrig und kontrollierbar sind, nicht so sehr die Menge verfügbarer Krankenhausbetten und Intensivbetten ist, sondern noch viel mehr die Kapazität der jeweiligen zuständigen Gesundheitsämter beim Aufspüren und Nachvollziehen von Kontakten und potenziellen Infekten. Das klang für mich sehr logisch.

Jedesmal, wenn in einem lokalen Infektgeschehen ein Großereignis (Bierfest, Apres-Ski, Karnevalsveranstaltung, Fußballspiel) involviert war, kamen Gesundheitsmitarbeiter unmittelbar an ihre Grenzen und es war ab da nicht mehr möglich stattgefundene Kontakte aufzuspüren und vorsichtshalber zu isolieren.

Helmut S 22.04.2020 09:42

Zitat:

Zitat von derpuma (Beitrag 1526898)
Für mich stehen Menschenleben eben eher vor wirtschaftlichen Interessen [...]

Ich denke, dass jegliche Sichtweise, die irgendetwas über ein Menschenleben stellt, nicht mit unserem Grundgesetz kompatibel ist. Aus GG Art. 1, Abs (1) leitet sich ab, dass Menschenleben nicht aufzuwiegen sind. Weder gegeneinander noch gegen irgendetwas anderes. Jegliche staatliche Entscheidung für oder gegen Maßnahmen hat die Pflicht dies zu berücksichtigen. Selbst eine Abwägung von Rechtsgütern einerseits und eine Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen andererseits muss sich daran messen lassen.

:Blumen:


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